XRP verliert institutionellen Rückhalt
Zuflüsse in XRP-Anlageprodukte fallen auf Jahrestief – gleichzeitig gibt Ripple eine Milliarde Token aus dem Escrow frei.
CryptoDaily 3 min

Die institutionelle Nachfrage nach XRP kühlt spürbar ab
Laut Bitcoinist sind die Zuflüsse in börsengehandelte XRP-Produkte auf den niedrigsten Stand des laufenden Jahres gefallen.
Escrow-Freigabe erhöht das Angebot
Am 1. Juni hat Ripple planmäßig eine Milliarde XRP im Gegenwert von rund 1,33 Milliarden US-Dollar aus dem Escrow freigegeben.
Was ist ein Escrow? Ein Escrow ist ein treuhänderisches Sperrkonto, auf dem Vermögenswerte bis zu einem festgelegten Zeitpunkt eingefroren sind. Ripple nutzt diesen Mechanismus, um monatlich kontrolliert XRP-Token in den Markt zu entlassen.
Die Transaktion erfolgte laut NewsBTC in drei Teilen:
- 500 Millionen
- 400 Millionen
- 100 Millionen Token.
Die monatliche Freigabe ist kein neues Ereignis. Doch das Timing verstärkt die Signalwirkung: Wenn institutionelle Zuflüsse auf dem Jahrestief liegen und gleichzeitig frisches Angebot auf den Markt kommt, verschiebt sich das Verhältnis von Nachfrage und Angebot zuungunsten des Kurses. XRP notiert aktuell bei rund 1,30 US-Dollar.
Burn-Debatte ohne konkreten Plan
Intern wird bei Ripple die Option diskutiert, Escrow-Token dauerhaft aus dem Umlauf zu nehmen. Chief Architect David Schwartz bestätigte, dass dies technisch möglich wäre. Einen konkreten Plan gibt es allerdings nicht. Schwartz selbst dämpft die Erwartungen: Er verweist auf die Stellar Development Foundation, die 2019 rund 55 Milliarden XLM verbrannte, ohne dass der Kurs messbar reagierte. CEO Brad Garlinghouse schließt eine Vernichtung der Reserven nicht aus, bleibt aber vage.
Was ist ein Token-Burn? Bei einem Token-Burn werden Kryptowährungs-Einheiten unwiderruflich aus dem Umlauf entfernt, indem sie an eine nicht zugängliche Adresse gesendet werden. Ziel ist eine Verknappung des Angebots.
Die Skepsis des eigenen Chefarchitekten gegenüber einem solchen Schritt ist bemerkenswert. Sie zeigt, dass selbst innerhalb von Ripple Zweifel bestehen, ob angebotsreduzierende Maßnahmen den Kurs tatsächlich stützen würden.
Warum das jetzt zählt
Noch vor wenigen Wochen zeichneten Whale-Käufe und ETF-Zuflüsse ein optimistischeres Bild für XRP. Diese Dynamik scheint vorerst gebrochen. Der Rückgang der institutionellen Zuflüsse fällt in eine Phase, in der der gesamte Krypto-ETP-Markt unter Druck steht. CoinShares-Daten zeigen drei Wochen in Folge Nettoabflüsse – zuletzt 1,67 Milliarden US-Dollar in einer einzigen Woche. CoinShares-Forschungsleiter James Butterfill sieht den fehlenden Fortschritt beim US-amerikanischen CLARITY Act als einen möglichen Grund für die anhaltende Zurückhaltung institutioneller Anleger.
Einordnung und Ausblick
Die Kombination aus sinkenden Zuflüssen, planmäßiger Angebotsausweitung und ausbleibender regulatorischer Klarheit setzt XRP kurzfristig unter Druck. Ein Stimmungswechsel ist möglich, wenn der Gesamtmarkt dreht oder regulatorische Fortschritte in den USA neue Impulse liefern. In die Gegenrichtung könnte weiterer Abfluss aus institutionellen Produkten den Kurs zusätzlich belasten. Die Datenlage spricht derzeit für eine Phase der Zurückhaltung, deren Ende von externen Faktoren abhängt.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
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