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XRP trotzt dem Abwärtstrend: Zuflüsse auf Viermonatshoch

Fondsanleger kaufen XRP so stark wie seit Dezember nicht mehr – doch der Kurs bleibt unter Druck. Warum die Divergenz zählt.

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XRP trotzt dem Abwärtstrend: Zuflüsse auf Viermonatshoch

Institutionelle Investoren setzen ein überraschendes Signal

XRP-Investmentprodukte verzeichneten laut CoinShares in der ersten Aprilwoche Nettozuflüsse von knapp 120 Millionen US-Dollar – der höchste Wochenwert seit Mitte Dezember 2024. Der Kurs notiert derweil bei rund 1,30 Dollar, deutlich unter sämtlichen gleitenden Durchschnitten.

Fondsgeld fließt gegen den Trend

Laut dem CoinShares-Wochenbericht flossen in der Woche bis zum 7. April insgesamt 224 Millionen US-Dollar in globale Krypto-Investmentprodukte – nach Abflüssen von 414 Millionen Dollar in der Vorwoche. XRP-Fonds dominierten dabei mit 119,6 Millionen Dollar und übertrafen sogar Bitcoin-Produkte, die auf 107 Millionen kamen. Seit Jahresbeginn summieren sich die XRP-Zuflüsse auf 159 Millionen Dollar, was rund sieben Prozent des verwalteten Vermögens in dieser Kategorie entspricht.

Bemerkenswert ist der Kontrast zum März: US-gelistete XRP-ETFs verzeichneten erstmals seit ihrem Start im November 2025 einen negativen Monat mit Abflüssen von gut 31 Millionen Dollar. Die jüngste Kehrtwende signalisiert, dass institutionelle Anleger die Kurskorrektur offenbar als Einstiegsfenster betrachten. CoinShares-Researchleiter James Butterfill ordnet den breiten Stimmungsumschwung zur Wochenmitte unter anderem stärker als erwartet ausgefallenen US-Einzelhandelsdaten zu.

Was ist CVD (Cumulative Volume Delta)?

Der CVD misst die Differenz zwischen marktgetriebenen Kauf- und Verkaufsaufträgen über einen bestimmten Zeitraum. Ein positiver Wert zeigt an, dass Käufer aggressiver auftreten als Verkäufer.

Parallel zeigen Daten von CryptoQuant eine ungewöhnliche Marktstruktur: Auf Binance liegt das kumulierte Spot-Kaufvolumen (CVD) für XRP bei rund 520 Millionen Dollar, während Futures-Händler mit etwa 261 Millionen Dollar netto auf fallende Kurse setzen. Spot-Käufer absorbieren also Verkaufsdruck, den Derivate-Trader erzeugen – ein Gleichgewicht, das nicht dauerhaft halten kann.

Kurs sucht Boden zwischen 1,20 und 1,50 Dollar

Trotz der Kapitalzuflüsse bleibt das technische Bild angespannt. XRP handelt unterhalb der 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitte, die allesamt abwärts gerichtet sind. Die Zone zwischen 1,70 und 1,80 Dollar wurde im Februar mit erhöhtem Volumen unterschritten und fungiert nun als Widerstand. Kurzfristig gilt 1,50 Dollar als obere Begrenzung der Handelsspanne, 1,20 Dollar als untere.

Analystin CasiTrades bewertet die jüngste Aufwärtsbewegung als Korrekturbewegung innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends. Sie identifiziert eine abgeschlossene Fünf-Wellen-Struktur direkt an einem Widerstandsbereich, begleitet von bärischer Divergenz. Mögliche Zielzonen bei einem erneuten Rücksetzer liegen laut ihrer Analyse bei 1,13 und anschließend 1,08 Dollar. Eine strukturelle Trendwende würde erst eine nachhaltige Rückeroberung der 1,70-Dollar-Marke erfordern.

Gleichzeitig berichten mehrere Analysten von sinkender Börsenliquidität. Der 30-Tage-Liquiditätsindex für XRP auf Binance ist laut RoyalPeakCap-CIO Arthur praktisch auf null gefallen, das Handelsvolumen schrumpfte seit Januar 2025 drastisch. Auch auf Coinbase gehen die Bestände zurück. Rückläufige Börsenbestände bei gleichzeitiger institutioneller Akkumulation könnten das verfügbare Angebot weiter verknappen – ein Faktor, der bei einer Trendwende preistreibend wirken könnte, kurzfristig aber auch die Volatilität erhöht.

Warum das jetzt zählt

Die Divergenz zwischen steigenden Fondszuflüssen und fallendem Kurs ist selten und historisch ein Vorbote größerer Bewegungen – in beide Richtungen. Bestätigt sich die institutionelle Akkumulation als Überzeugungskauf, könnte ein Durchbruch über 1,50 Dollar einen Short-Squeeze auslösen, da Futures-Positionen abgedeckt werden müssten. Kippt der Kurs dagegen unter 1,20 Dollar, droht beschleunigte Abwärtsdynamik, und die Fondsflüsse könnten sich ebenso schnell wieder umkehren.

Einordnung / Ausblick

  • Bullisches Szenario: Die institutionellen Zuflüsse erweisen sich als Vorlauf einer Trendwende. Bei einem nachhaltigen Anstieg über 1,50 Dollar müssten Short-Positionen im Futures-Markt eingedeckt werden, was den Kurs Richtung 1,70 Dollar treiben könnte. Zusätzlichen Rückenwind könnte das regulatorische Umfeld liefern: In Seoul startet das staatlich geförderte Korea Financial Innovation Program gezielt für Projekte auf dem XRP Ledger, Ripple fungiert laut Korea Startup Post als Hauptsponsor.
  • Bärisches Szenario: Die technische Struktur setzt sich durch, und XRP fällt unter die Unterstützung bei 1,20 Dollar. In diesem Fall dürften sich die Fondszuflüsse als verfrühte Positionierung erweisen, und Zielzonen bei 1,13 beziehungsweise 1,08 Dollar rücken in den Fokus.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Vor jeder Investitionsentscheidung sollte eine unabhängige Beratung eingeholt werden.

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