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XRP fällt auf Viermonatstief – USDC zieht vorbei

Der Kursrutsch unter 1,20 Dollar kostet XRP den fünften Platz nach Marktkapitalisierung. Analysten sehen weiteres Abwärtspotenzial.

CryptoDaily 3 min

XRP fällt auf Viermonatstief – USDC zieht vorbei

XRP hat am Montag den tiefsten Stand seit Anfang Februar erreicht

Der Kurs fiel zeitweise auf rund 1,20 US-Dollar, die Marktkapitalisierung sank unter 75 Milliarden Dollar. Damit rutschte Ripples Token laut CoinGecko-Daten hinter den Stablecoin USDC auf Rang sechs der größten Kryptowährungen ab.

Gescheiterter Ausbruch löst Verkaufswelle aus

Der Rückgang kam nicht überraschend. Bereits Mitte Mai war ein Anlauf auf die Widerstandszone zwischen 1,50 und 1,60 Dollar gescheitert. XRP erreichte kurzzeitig 1,55 Dollar, drehte dann aber ab. Seitdem sank der Kurs schrittweise, bis am Montag ein deutlicher Abverkauf einsetzte.

Die Folge: Rund 30 Millionen US-Dollar an gehebelten Positionen wurden innerhalb weniger Stunden liquidiert. Vor allem Long-Positionen waren betroffen, also Wetten auf steigende Kurse. Der Rückgang beschleunigte sich dadurch zusätzlich.

Was sind gehebelte Positionen? Dabei handeln Anleger mit geliehenem Kapital, um ihre Einsätze zu vergrößern. Bewegt sich der Kurs gegen sie, kann die Position automatisch aufgelöst – liquidiert – werden.

Noch wenige Wochen zuvor lag die Marktkapitalisierung von XRP bei über 85 Milliarden Dollar. Dass ein regulierter Stablecoin wie USDC nun höher bewertet wird, markiert eine bemerkenswerte Verschiebung. Stablecoins gelten als Infrastruktur, nicht als spekulative Assets. Wenn sie volatile Token in der Rangliste überholen, signalisiert das abnehmende Risikobereitschaft im Markt.

Technische Signale deuten auf weiteren Druck

Krypto-Analyst Ali Martinez sieht die Möglichkeit eines weiteren Rückgangs in Richtung 1,14 Dollar. Seiner Analyse zufolge ist XRP aus einer aufsteigenden Dreiecksformation nach unten ausgebrochen – ein klassisches Verkaufssignal in der technischen Analyse. Solange der Kurs unterhalb der früheren Unterstützung bei rund 1,30 Dollar bleibt, fehlt laut Martinez ein klares Umkehrsignal.

Was ist eine Dreiecksformation? Ein charttechnisches Muster, bei dem sich Kursober- und -untergrenzen annähern. Ein Ausbruch nach unten gilt als Signal für weiter fallende Kurse.

Bemerkenswert ist der historische Kontext: Seit der US-Präsidentschaftswahl im November 2024 hatte XRP nur ein einziges Mal kurz unter 1,30 Dollar gehandelt – beim Einbruch Anfang Februar auf etwa 1,10 Dollar. Dass dieses Niveau nun erneut getestet wird, zeigt, wie schnell sich die Marktlage verändert hat.

Warum das jetzt zählt

Der Kursverfall trifft XRP in einer Phase, in der das Projekt eigentlich Rückenwind haben sollte. Spot-ETFs sind am Markt, Ripple hat mit RLUSD einen eigenen Stablecoin lanciert, und die regulatorischen Konflikte mit der SEC sind weitgehend beigelegt. Dass der Kurs trotzdem fällt, deutet darauf hin, dass positive Nachrichten allein nicht ausreichen, wenn der Gesamtmarkt unter Druck steht.

Einordnung und Ausblick

Der Rückgang auf 1,20 Dollar testet eine psychologisch wichtige Marke. Sollte XRP die Zone um 1,14 Dollar erreichen und dort Käufer finden, könnte sich eine Bodenbildung abzeichnen. Bleibt die Nachfrage jedoch aus, droht ein weiterer Rutsch in Richtung der Februar-Tiefs bei 1,10 Dollar. In früheren Marktphasen folgten auf solche Ausverkäufe bei XRP häufig Gegenbewegungen – eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Token seinen historischen Unterstützungsbereich verteidigen kann oder ob sich der Abwärtstrend verfestigt.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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