XRP fällt auf Viermonatstief – technische Schwäche hält an
Der Kurs rutscht unter 1,15 Dollar, während Whale-Akkumulation stockt und Bitcoin den Gesamtmarkt belastet. Analysten blicken auf tiefere Unterstützungszonen.
CryptoDaily 3 min

XRP hat seinen seit Februar gehaltenen Konsolidierungsbereich nach unten verlassen
XRP hat seinen seit Februar gehaltenen Konsolidierungsbereich nach unten verlassen und notiert bei rund 1,15 US-Dollar. Der Rückgang um mehr als 15 Prozent innerhalb einer Woche fällt in eine Phase, in der Bitcoin auf ein Viermonatstief gefallen ist und der gesamte Kryptomarkt unter erheblichem Abgabedruck steht.
Whale-Käufe versiegen, On-Chain-Daten kippen
Noch vor wenigen Wochen galten Großinvestoren als verdeckte Stütze für XRP. Dieses Bild hat sich verändert. Laut CryptoQuant sind die sogenannten Whale-Abzüge von Binance in den vergangenen 30 Tagen auf rund 978 Millionen XRP gefallen – der niedrigste Wert seit vier Jahren.
Als Whales werden Großinvestoren bezeichnet, die besonders hohe Bestände einer Kryptowährung halten. Ziehen sie Token von Börsen ab, gilt das als Zeichen für langfristige Akkumulation – bleiben die Abzüge aus, deutet das auf nachlassendes Kaufinteresse hin.
Gleichzeitig notiert XRP deutlich unter seinen gleitenden Durchschnitten. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei etwa 1,64 Dollar und damit rund 40 Prozent über dem aktuellen Kurs. Analyst Sam Daodu sieht den Kursverfall allerdings weniger in XRP-spezifischen Schwächen begründet als in der marktbreiten Korrektur. Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten laut SoSoValue allein in den ersten drei Handelstagen im Juni Abflüsse von 1,4 Milliarden Dollar, was den Verkaufsdruck über alle großen Kryptowährungen verstärkt hat.
Wie tief kann XRP fallen
Mehrere technische Analysen zeichnen ein vorsichtiges Bild. Die Elliott-Wellen-Analystin CasiTrades identifiziert eine laufende Subwelle-3-Korrektur, die typischerweise die schärfste Abwärtsphase darstellt. Ihr Kursziel liegt zunächst bei 0,92 Dollar, knapp oberhalb der viel beachteten Unterstützung bei 0,87 Dollar.
Die Elliott-Wellen-Analyse ist ein technisches Prognosemodell, das Kursbewegungen in wiederkehrende Wellenmuster unterteilt. Korrekturen verlaufen demnach typischerweise in mehreren Teilwellen, wobei die dritte Subwelle oft die stärkste Abwärtsbewegung markiert.
Analyst Crypto Patel stuft den Bereich zwischen 1,10 und 1,30 Dollar als Akkumulationszone ein. Sollte auch die Marke von 1,10 Dollar fallen – dem Wick-Tief aus dem Februar – rücken Kursniveaus zwischen 0,75 und 0,95 Dollar in den Fokus. Als Worst-Case-Szenario innerhalb eines übergeordnet noch intakten Bullenmarkts nennen Analysten 0,63 Dollar, was einem Rückfall auf das Niveau von Ende 2023 entspräche.
Auf der Oberseite wäre laut CasiTrades erst ein nachhaltiges Zurückerobern der Marke von 1,30 Dollar ein frühes Signal dafür, dass die Korrektur vorzeitig enden könnte.
Warum das jetzt zählt
Der Bruch der mehrmonatigen Konsolidierung verändert die technische Ausgangslage für XRP grundlegend. Solange der breitere Markt unter Druck bleibt und die Whale-Akkumulation nicht wieder anzieht, fehlt dem Kurs eine wesentliche Stütze, die in früheren Rücksetzern Gegenbewegungen eingeleitet hatte.
Einordnung und Ausblick
Die Lage bleibt zweischneidig. Der Kursrückgang ist bislang Teil einer marktweiten Bewegung, nicht eines XRP-spezifischen Problems. Fundamentale Entwicklungen wie die Partnerschaft zwischen Ripple-Partner Thunes und US-Banken für Echtzeit-Zahlungen oder die mögliche Abstimmung über den CLARITY Act vor der Augustpause könnten mittelfristig positive Impulse liefern. Kurzfristig dominiert jedoch die technische Schwäche. Ob die genannten Unterstützungszonen halten oder der Kurs weiter nachgibt, hängt maßgeblich davon ab, ob Bitcoin einen Boden findet und ob institutionelle Käufer zurückkehren. Die Auflösung ist in beide Richtungen möglich.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
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