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Wall Street kämpft um Stablecoin-Reserven

Der GENIUS Act zwingt Stablecoin-Emittenten zu regulierten Reserven – und löst einen Wettlauf unter den größten US-Finanzinstituten aus.

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Wall Street kämpft um Stablecoin-Reserven

State Street, JPMorgan und Morgan Stanley drängen mit spezialisierten Fondsprodukten in den Markt für Stablecoin-Reserven

Der GENIUS Act hat dafür den regulatorischen Rahmen geschaffen.

State Street setzt den Maßstab

State Street Investment Management hat einen Government-Money-Market-Fonds aufgelegt, der gezielt auf die Reserveanforderungen des GENIUS Act zugeschnitten ist. Der Fonds investiert in US-Staatsanleihen und Repurchase Agreements. Erste Investoren sind die hauseigene Bank sowie Anchorage Digital, eine der wenigen federal lizenzierten Kryptobanken in den USA.

Der Schritt ist kein Einzelfall. State Street verwaltet insgesamt mehr als fünf Billionen US-Dollar an Vermögenswerten und hatte bereits zuvor mit Galaxy Digital den tokenisierten Liquiditätsfonds SWEEP lanciert. Damit positioniert sich der Vermögensverwalter als Infrastrukturanbieter für eine Branche, die bislang weitgehend ohne traditionelle Finanzpartner operierte.

JPMorgan und Morgan Stanley ziehen nach

Die Konkurrenz reagiert. JPMorgan reichte im Mai 2026 den tokenisierten Geldmarktfonds JLTXX ein, der ebenfalls GENIUS-Act-konforme Reserven abbilden soll. Morgan Stanley legte ein eigenes Stablecoin Reserves Portfolio auf, das Emittenten eine zinstragende Reservehaltung ermöglicht. Coinbase investierte in den ProShares GENIUS Money Market ETF.

Was ist der GENIUS Act?

Ein im Juli 2025 in Kraft getretenes US-Bundesgesetz, das erstmals einheitliche Regeln für sogenannte Payment-Stablecoins festlegt. Emittenten müssen ihre Token vollständig mit liquiden, risikoarmen Vermögenswerten wie US-Staatsanleihen hinterlegen.

Der Hintergrund erklärt die Eile. Der globale Stablecoin-Markt ist laut DefiLlama seit Inkrafttreten des Gesetzes von rund 260 Milliarden auf etwa 315 Milliarden US-Dollar gewachsen. Tether allein hielt laut Reservebericht vom März 2026 knapp 192 Milliarden US-Dollar, überwiegend in kurzlaufenden US-Staatsanleihen. Für traditionelle Vermögensverwalter entsteht damit ein neues Kundensegment mit erheblichem Volumen.

Warum das jetzt zählt

Der Wettlauf um Stablecoin-Reserven markiert einen Wendepunkt. Erstmals konkurrieren die größten Namen der Wall Street nicht um Krypto-Exposure für Endanleger, sondern um die Infrastruktur hinter den digitalen Dollar-Äquivalenten. Stablecoin-Emittenten, die bislang eigenständig ihre Reserven verwalteten, bekommen institutionelle Alternativen mit regulatorischer Absicherung.

Einordnung und Ausblick

Sollte Citis Prognose auch nur annähernd eintreffen, würden Stablecoin-Reserven laut der Schätzung bis 2030 zu einem der größten Segmente im globalen Geldmarkt – die Bank rechnet mit bis zu vier Billionen US-Dollar. Für die beteiligten Finanzinstitute geht es um Gebühreneinnahmen in Milliardenhöhe.

Was ist ein Repurchase Agreement?

Ein kurzfristiges Finanzgeschäft, bei dem eine Partei Wertpapiere verkauft und sich gleichzeitig verpflichtet, diese zu einem festgelegten Zeitpunkt zurückzukaufen. Diese Instrumente gelten als besonders liquide und risikoarm.

Aus Sicht der Kryptobranche bedeutet der Einstieg traditioneller Verwalter mehr Stabilität, aber auch mehr Abhängigkeit von etablierten Finanzstrukturen. Ob die neuen Produkte tatsächlich breite Akzeptanz bei Emittenten finden, hängt davon ab, wie flexibel die Fondsstrukturen auf die spezifischen Liquiditätsanforderungen von Stablecoin-Reserven reagieren können.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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