Strategy will 44 Milliarden Dollar für Bitcoin mobilisieren
Das Unternehmen von Michael Saylor kündigt das bisher größte Kapitalprogramm seiner Geschichte an – und kauft weiter zu.
CryptoDaily 3 min

Strategy setzt alles auf eine Karte
Während Bitcoin um 70.000 Dollar konsolidiert, kündigt das Unternehmen ein Kapitalprogramm über 44 Milliarden Dollar an – ausschließlich für den Kauf weiterer Bitcoin.
Die 44-Milliarden-Dollar-Offensive
Per SEC-Filing hat Strategy drei neue Emissionsprogramme aufgelegt: jeweils 21 Milliarden Dollar über Stammaktien und eine neue Vorzugsaktie namens STRC sowie 2,1 Milliarden Dollar über die bestehende Vorzugsaktie STRK. Einen festen Zeitplan gibt es nicht. Die Verkäufe sollen laut Einreichung schrittweise über sogenannte At-the-Market-Programme erfolgen, also direkt über den Börsenhandel ohne große Kapitalrunden.
Was sind At-the-Market-Programme?
Dabei verkauft ein Unternehmen neue Aktien direkt über die Börse zum jeweiligen Marktpreis, statt sie in einer einzelnen großen Platzierung auszugeben. Das ermöglicht eine flexible Kapitalbeschaffung über einen längeren Zeitraum.
Entscheidend ist die Struktur. Die neuen Vorzugsaktien zahlen monatliche Dividenden und ermöglichen Bitcoin-Käufe, ohne die Stammaktie stärker zu verwässern als bisher. Rechnerisch ließe sich bei aktuellem Preisniveau mit dem vollen Programm ein Bestand von über 1,3 Millionen Bitcoin aufbauen – rund sechs Prozent des gesamten Angebots.
Parallel kaufte Strategy am selben Tag der Ankündigung weitere 1.031 Bitcoin für 76,5 Millionen Dollar. Der Kaufpreis lag unterhalb der eigenen durchschnittlichen Kostenbasis von knapp 75.700 Dollar. Das Unternehmen hält nun 762.099 Bitcoin und verzeichnet darauf einen unrealisierten Verlust von 6,3 Prozent. Allein seit Jahresbeginn kamen rund 90.000 Bitcoin hinzu.
Genau hier liegt der kritische Punkt. Strategy kauft nicht trotz, sondern wegen der niedrigen Kurse. Die Fortsetzung der Akkumulation unterhalb der eigenen Kostenbasis signalisiert eine langfristige Überzeugung, die sich von der kurzfristigen Marktstimmung vollständig abkoppelt.
Der Markt bleibt skeptisch
Während Strategy aufrüstet, zeigen Derivatedaten ein anderes Bild. Laut Laevitas.ch liegt das annualisierte Premium auf Bitcoin-Futures bei nur zwei Prozent – weit unter dem neutralen Bereich von vier bis acht Prozent. Diese schwache Nachfrage nach gehebelten Long-Positionen besteht seit über einem Monat. Auch der Optionsmarkt auf Deribit preist lediglich eine Wahrscheinlichkeit von rund 20 Prozent ein, dass Bitcoin innerhalb der nächsten Wochen 80.000 Dollar erreicht.
Was ist ein Futures-Premium?
Es beschreibt den Preisunterschied zwischen einem Bitcoin-Futures-Kontrakt und dem aktuellen Spotpreis. Ein niedriges Premium deutet darauf hin, dass Händler kaum bereit sind, für zukünftige Kursgewinne einen Aufschlag zu zahlen.
Die Zurückhaltung hat Gründe. Ein gescheiterter Ausbruch bei 76.000 Dollar in der Vorwoche, eine restriktive Haltung der US-Notenbank und geopolitische Spannungen belasten die Risikobereitschaft. Gold verlor laut Cointelegraph zuletzt binnen zehn Tagen 21 Prozent – ein Zeichen für breiten Risikoabbau über Anlageklassen hinweg.
Ein stilles Gegengewicht liefern die Langzeithalter. Laut CryptoQuant-Analyst Maartunn stieg das Bitcoin-Angebot in Händen von Investoren mit über 155 Tagen Haltedauer im vergangenen Monat um 332.600 Bitcoin. Das reduziert das frei verfügbare Angebot und deutet auf eine Haltebereitschaft hin, die der Nervosität am Terminmarkt widerspricht.
Warum das jetzt zählt
Strategy schafft mit dem 44-Milliarden-Dollar-Programm einen strukturellen Nachfragefaktor, der unabhängig von kurzfristigen Preisschwankungen wirkt. Das Volumen übersteigt alles, was ein einzelnes Unternehmen bisher für Bitcoin-Käufe mobilisiert hat. Ob die Emissionen am Kapitalmarkt auf ausreichend Nachfrage treffen, ist bislang offen – doch allein die Ankündigung setzt ein Signal für die institutionelle Gewichtung von Bitcoin als Bilanzreserve.
Einordnung / Ausblick
Der Markt bleibt in einer Pattsituation. Technisch konsolidiert Bitcoin zwischen 67.500 und 72.000 Dollar. Solange Derivate keine bullische Überzeugung zeigen und makroökonomische Gegenwinde anhalten, fehlt der Impuls für eine nachhaltige Bewegung nach oben. Fällt der Kurs unter die aktuelle Unterstützungszone, sehen einzelne Analysten Niveaus um 53.000 Dollar als nächste relevante Marke. Ein Ausbruch über 72.000 Dollar hingegen könnte die Erholung Richtung 75.000 Dollar beschleunigen.
Hinweis: Keine Anlageberatung.
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