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Strategy unter Wasser: 10 Milliarden Dollar Verlust und erster Bitcoin-Verkauf

Strategys Bilanz offenbart das Risiko konzentrierter Bitcoin-Wetten – ein kleiner Verkauf wirft große Fragen auf

CryptoDaily 3 min

Strategy unter Wasser: 10 Milliarden Dollar Verlust und erster Bitcoin-Verkauf

Der größte börsennotierte Bitcoin-Halter steckt tief im Minus. Strategy sitzt auf einem unrealisierten Verlust von rund 10,5 Milliarden Dollar und hat erstmals seit Jahren Bitcoin verkauft.

Vom Käufer zum Verkäufer?

Strategy hält 843.706 Bitcoin mit einem durchschnittlichen Einstandspreis von etwa 75.700 Dollar. Bei einem aktuellen Kurs um 62.000 Dollar liegt die Position rund 17 Prozent unter Wasser. Das investierte Kapital beläuft sich auf knapp 64 Milliarden Dollar, der Marktwert auf nur noch 53 Milliarden.

Ende Mai verkaufte das Unternehmen laut Cointelegraph erstmals 32 Bitcoin zu durchschnittlich 77.135 Dollar. Der Erlös von 2,5 Millionen Dollar floss in Dividendenzahlungen für die Vorzugsaktie STRC. Quantitativ ist der Verkauf marginal. Strukturell ist er ein Novum: Strategy definierte sich jahrelang als reiner Käufer. Dass nun Bitcoin liquidiert werden mussten, um laufende Verpflichtungen zu bedienen, verschiebt die Wahrnehmung.

Die STRC-Frage belastet

Im Zentrum der Finanzierungsproblematik steht die Vorzugsaktie STRC. Eine Vorzugsaktie ist eine Aktiengattung, die gegenüber Stammaktien Vorrang bei Dividendenzahlungen hat, dafür aber in der Regel kein Stimmrecht gewährt.

STRC notiert bei rund 94,65 Dollar und damit fünf Prozent unter ihrem Nennwert von 100 Dollar. Die effektive Marktrendite liegt laut CryptoPotato bereits bei 12,15 Prozent. Strategys jährliche Dividendenverpflichtungen aus Vorzugsaktien summieren sich auf etwa 1,7 Milliarden Dollar. Das operative Softwaregeschäft deckt diesen Betrag bei weitem nicht.

Solange STRC unter Nennwert handelt, kann Strategy kaum neue Anteile zu fairen Konditionen ausgeben. Das begrenzt die Kapitalaufnahme für weitere Bitcoin-Käufe. Mehrere Marktbeobachter sehen darin einen möglichen Rückkopplungseffekt: Sinkende Kurse erhöhen die Dividendenlast, die wiederum den Druck erhöht, Bitcoin zu veräußern.

Warum das jetzt zählt

Strategys Netto-Verschuldungsquote liegt nach Unternehmensangaben bei 11 Prozent. Selbst bei einem Bitcoin-Kurs von 30.000 Dollar bestünde laut aktuellem Vertragswerk keine Pflicht zur Zwangsliquidierung. Eine akute Krise ist das nicht. Doch die Kombination aus Rekordverlust, erstem Verkauf und einer Vorzugsaktie unter Nennwert zeigt die Grenzen eines Modells, das auf steigende Bitcoin-Kurse angewiesen ist.

Einordnung / Ausblick

Gründer Michael Saylor hält an der langfristigen Strategie fest und führt den Kursrückgang auf Kapitalrotation in KI-Infrastruktur zurück. Kritiker wie der Newsletter-Autor zeroxkyle warnen dagegen vor einem möglichen selbstverstärkenden Abwärtsmechanismus: Ein großer potenzieller Verkäufer halte Käufer vom Markt fern. Standard Chartered sieht Bitcoin am 200-Wochen-Durchschnitt bei rund 61.700 Dollar an einer historisch relevanten Unterstützung und hält ein Jahresendziel von 100.000 Dollar aufrecht.

Der 200-Wochen-Durchschnitt ist ein gleitender Mittelwert, der den durchschnittlichen Bitcoin-Kurs der vergangenen 200 Wochen abbildet. Er gilt unter Analysten als langfristiger Indikator für Unterstützungsniveaus.

  • Bullisches Szenario: Bitcoin stabilisiert sich über 60.000 Dollar, STRC erholt sich zum Nennwert und Strategy kann die Kapitalaufnahme fortsetzen.
  • Bärisches Szenario: Weitere Kursverluste erzwingen zusätzliche Bitcoin-Verkäufe, was den Markt zusätzlich belasten könnte.

Für den breiteren Markt bleibt die entscheidende Frage, ob der Bitcoin-Verkauf ein Einzelereignis war oder ein Muster einleitet. Strategy kontrolliert fast 844.000 Bitcoin. Jede Veränderung dieser Position bewegt nicht nur eine Bilanz, sondern die Marktstruktur.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten dar.

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