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Strategy könnte 2026 bis zu 30 Mrd. Dollar in Bitcoin stecken

JPMorgan sieht beschleunigte Kaufoffensive – institutionelle Zuflüsse stützen den Markt trotz Kursrückgang

CryptoDaily 3 min

Strategy könnte 2026 bis zu 30 Mrd. Dollar in Bitcoin stecken

JPMorgan prognostiziert hohe Bitcoin-Käufe

JPMorgan prognostiziert, dass Strategy seine Bitcoin-Käufe 2026 auf bis zu 30 Milliarden Dollar ausweiten könnte. Das Volumen würde die kombinierten Zukäufe der Vorjahre deutlich übertreffen.

Strategys Kauftempo überrascht die Analysten

Mehr als 818.000 Bitcoin hält Strategy mittlerweile in seiner Bilanz. Allein in den ersten fünf Monaten 2026 kamen laut JPMorgan über 145.000 BTC hinzu, umgerechnet rund 11 Milliarden Dollar. Die Investmentbank beschreibt das Kaufmuster als zunehmend opportunistisch und verweist auf eine Beschleunigung im April. Sie schätzt, dass das Gesamtvolumen der Zukäufe 2026 die kombinierten Käufe der Jahre 2024 und 2025 deutlich übertreffen könnte.

Finanziert wird die Offensive zunehmend über STRF, variabel verzinsliche Vorzugsaktien, die JPMorgan als kapitaleffizienter bewertet als bisherige Instrumente.

Vorzugsaktien gewähren ihren Inhabern bevorzugte Dividendenzahlungen gegenüber Stammaktionären, verfügen aber in der Regel über kein Stimmrecht. Variabel verzinsliche Vorzugsaktien passen ihre Ausschüttung an das aktuelle Zinsniveau an.

Kurszielanpassungen und Marktanalysen

TD Cowen erhöhte am 7. Mai das Kursziel für die Strategy-Aktie auf 395 Dollar, Canaccord Genuity hob auf 224 Dollar an. Beide sehen erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem letzten Schlusskurs von 179 Dollar.

Die Kehrseite bleibt sichtbar. Strategy meldete für das erste Quartal einen Nettoverlust von 12,5 Milliarden Dollar, getrieben durch unrealisierte Rückgänge beim Bitcoin-Buchwert. Kritiker wie Peter Schiff bezweifeln, ob die Ausschüttungsstruktur langfristig tragfähig ist, solange das operative Geschäft außerhalb von Software kaum Erträge liefert.

ETF-Zuflüsse signalisieren breiteren institutionellen Rückhalt

Strategys Akkumulation steht nicht isoliert. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der laufenden Woche laut SoSoValue Nettozuflüsse von rund einer Milliarde Dollar – der höchste Wert seit Januar.

Spot-Bitcoin-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die physisch in Bitcoin investieren. Anleger können so über ein reguliertes Wertpapier an der Bitcoin-Kursentwicklung teilhaben, ohne die Kryptowährung selbst zu halten.

Eine CoinShares-Umfrage unter 26 institutionellen Investoren mit zusammen 1,3 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen zeigt: 32 Prozent sind bereits in Bitcoin investiert, die durchschnittliche Allokation liegt bei rund einem Prozent des Portfolios. Laut einer separaten Erhebung von Coinbase und EY-Parthenon planen 73 Prozent der befragten institutionellen Anleger, ihre digitale Exposition im laufenden Jahr zu erhöhen.

Gleichzeitig absorbieren die ETF-Zuflüsse laut Swissblock-Daten den aktuellen Verkaufsdruck am Spotmarkt. Die Bewegung sei flow-getrieben, nicht spekulativ. Im Optionsmarkt zeigt der 9-Prozent-Put-Skew bei Dezember-Kontrakten moderate Absicherungsnachfrage, aber keine ausgeprägte Panik.

Der Put-Skew misst, wie viel teurer Verkaufsoptionen (Puts) im Vergleich zu Kaufoptionen (Calls) gehandelt werden. Ein erhöhter Wert deutet darauf hin, dass sich Marktteilnehmer verstärkt gegen Kursrückgänge absichern.

Warum das jetzt zählt

Der Bitcoin-Kurs schwankt zwischen technischen Unterstützungen bei 76.000 und Widerständen nahe 83.000 Dollar. In diesem Umfeld wird die Frage, wer kauft und mit welcher Überzeugung, zur entscheidenden Marktgröße. Strategy allein könnte 2026 ein Volumen bewegen, das den gesamten jährlichen ETF-Zufluss der vergangenen Jahre übersteigt.

Einordnung und Ausblick

Im Aufwärtsszenario (Bull Case) könnte die Kombination aus institutionellen ETF-Zuflüssen und konzentriertem Unternehmenskauf einen sich selbst verstärkenden Nachfrageimpuls erzeugen. Strategys eigene Basisannahme sieht Bitcoin bis Jahresende bei 140.000 Dollar.

Im Abwärtsszenario (Bear Case) steigen bei weiter fallenden Kursen die unrealisierten Verluste in Strategys Bilanz. Die Bilanzrisiken konzentrierter Großkäufer könnten dann selbst zum Belastungsfaktor für den Markt werden.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der institutionelle Rückhalt ausreicht, um den aktuellen Kursrückgang aufzufangen.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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