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Strategy kauft wieder – und stellt Bitcoin-Treasuries neu auf

Nach zehn Wochen Pause erwirbt das Unternehmen 4.603 BTC und verteilt die Erlöse erstmals auf drei parallele Zwecke.

CryptoDaily 3 min

Strategy kauft wieder – und stellt Bitcoin-Treasuries neu auf

Strategy hat seine Bitcoin-Kaufpause beendet

Zwischen dem 24. und 30. August erwarb das Unternehmen 4.603 BTC für rund 370 Millionen Dollar zu einem Durchschnittspreis von 80.318 Dollar pro Coin. Es ist der erste Zukauf seit Juni – und er markiert einen strategischen Kurswechsel: Statt wie bisher nahezu alle Mittel in Bitcoin zu lenken, verteilt Strategy die Erlöse nun auf drei Kanäle gleichzeitig.

Vom Einbahnstraßen-Modell zum aktiven Kapitalmanagement

Die Zahlen der Woche zeigen die neue Logik. Strategy verkaufte 4,5 Millionen MSTR-Stammaktien und erlöste netto 603 Millionen Dollar. Davon flossen:

  • 370 Millionen in Bitcoin,
  • 202 Millionen in Rückkäufe und Dividenden der eigenen Vorzugsaktie STRC, und
  • 30 Millionen in eine neue Barreserve.

CEO Phong Le hatte das Modell im Juni als Übergang von einseitiger Kapitalemission zu aktivem Kapitalmanagement beschrieben. Die Umsetzung folgt dem im Juni veröffentlichten Digital Credit Capital Framework, das erstmals auch gezielte Bitcoin-Verkäufe und Aktienrückkäufe erlaubt.

Was ist ein At-the-Market-Programm?

Dabei verkauft ein börsennotiertes Unternehmen neue Aktien direkt über die Börse zum jeweils aktuellen Marktpreis, statt sie in einer einmaligen Platzierung auszugeben. Das ermöglicht eine flexible Kapitalbeschaffung ohne festen Ausgabepreis.

Der Gesamtbestand liegt laut SEC-Filing nun bei 845.050 BTC, erworben für insgesamt 63,7 Milliarden Dollar. Dazu hält Strategy 5,1 Milliarden Dollar in einer zweckgebundenen Reserve für Zinsen und Dividenden sowie 1,6 Milliarden Dollar flexibles Bargeld. Während der zehnwöchigen Pause hatte das Unternehmen zeitweise Bitcoin verkauft und seinen Bestand auf 840.447 BTC reduziert.

Gleichzeitig wächst die zweite Reihe

Strategys Wiedereinstieg fällt in eine Woche, in der auch andere Bitcoin-Treasuries aufstocken. Strive erwarb laut SEC-Einreichung 1.800 BTC für 143 Millionen Dollar und stieg damit zum fünftgrößten börsennotierten Bitcoin-Halter auf. Das von Vivek Ramaswamy gegründete Unternehmen operiert schuldenfrei und finanziert sich über zwei At-the-Market-Programme an der Nasdaq. Die Aktie legte im August um fast 100 Prozent zu.

Doch der Aufstieg der Bitcoin-Treasuries stößt auf institutionellen Gegenwind. MSCI prüft derzeit eine Regeländerung, die Unternehmen wie Strategy als nicht-operativ klassifizieren und aus den Global Investable Market Indexes ausschließen würde. Strategy-Gründer Michael Saylor und CEO Le kritisierten den Vorschlag in einem offenen Brief. Ein ähnlicher Vorstoß war 2025 bereits zurückgezogen worden. Ein Ausschluss würde die betroffenen Titel aus passiven Indexfonds entfernen – ein strukturelles Risiko für die Liquidität der gesamten Kategorie.

Was sind passive Indexfonds?

Diese Fonds bilden einen Aktienindex wie den MSCI World automatisch nach und kaufen alle darin enthaltenen Titel. Fällt ein Unternehmen aus dem Index, verkaufen diese Fonds die Aktie automatisch.

Warum das jetzt zählt

Strategys Wandel vom reinen Bitcoin-Käufer zum diversifizierten Kapitalmanager verändert das Referenzmodell, an dem sich Dutzende börsennotierte Unternehmen orientieren. Die parallele Bedienung von Bitcoin-Akkumulation, Vorzugsaktien-Verpflichtungen und Liquiditätsaufbau zeigt, dass die Treasury-Strategie komplexer wird.

Einordnung / Ausblick

Bull-Szenario: Die neue Dreifachstruktur macht Strategy widerstandsfähiger gegen Marktschwankungen. Die Barreserve und die Bedienung der Vorzugsaktien schaffen Vertrauen bei institutionellen Investoren. Sollte MSCI den Vorschlag wie 2025 zurückziehen, bliebe der Zugang zu passivem Indexkapital erhalten.

Bear-Szenario: Die Kapitalkomplexität steigt, ohne dass die operative Basis von Strategy breiter wird. Ein MSCI-Ausschluss könnte die Liquidität der Aktie spürbar verringern und den Nachahmer-Effekt bei kleineren Bitcoin-Treasuries bremsen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investition in Kryptowährungen oder Finanzprodukte birgt Risiken. Eigene Recherche wird empfohlen.

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