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Strategy drosselt Bitcoin-Käufe auf Jahrestief – MSCI-Ausschluss droht

Nur 250 BTC in einer Woche, dafür fast 200 Millionen Dollar für Aktienrückkäufe: Strategy verschiebt die Prioritäten, während JPMorgan vor Milliarden-Abflüssen warnt.

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Strategy drosselt Bitcoin-Käufe auf Jahrestief – MSCI-Ausschluss droht

Michael Saylor deutet auf Social Media weitere Bitcoin-Käufe an

Doch hinter der gewohnten Rhetorik zeigt sich ein verändertes Bild: Strategy kaufte zuletzt so wenig Bitcoin wie nie in diesem Jahr und lenkte das Kapital stattdessen in den Rückkauf eigener Vorzugsaktien. Gleichzeitig droht dem Unternehmen der Ausschluss aus globalen MSCI-Benchmarks – eine Entscheidung, die laut Berichten im November fallen soll.

Weniger Bitcoin, mehr Aktienrückkäufe

In der Berichtswoche bis zum 11. Oktober erwarb Strategy laut crypto.news lediglich 250 BTC für rund 21,5 Millionen Dollar – der kleinste wöchentliche Kauf des laufenden Jahres. Im selben Zeitraum flossen 192,4 Millionen Dollar in den Rückkauf von STRC-Vorzugsaktien, deren Dividendenrendite auf 12,3 Prozent gestiegen war. Das Management priorisierte damit die Reduzierung laufender Dividendenlasten über die Ausweitung der Bitcoin-Position.

Was sind Vorzugsaktien?

Vorzugsaktien gewähren ihren Inhabern eine bevorzugte Dividendenzahlung gegenüber Stammaktionären, bieten dafür aber in der Regel kein Stimmrecht. Wenn ein Unternehmen solche Aktien zurückkauft, reduziert es seine laufenden Dividendenverpflichtungen.

Der Gesamtbestand liegt bei 848.250 BTC, erworben für insgesamt rund 64 Milliarden Dollar bei einem Durchschnittspreis von 75.444 Dollar pro Coin. Bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von etwa 81.000 Dollar beträgt der unrealisierte Gewinn rund 8 Prozent. Ein Kursrückgang von zehn Prozent würde den Portfoliowert unter die Gesamtkosten drücken. Saylors Post vom 18. Oktober, in dem er weitere Käufe andeutete, enthielt weder Volumina noch Zeitrahmen. Eine bestätigte Transaktion steht bislang aus.

MSCI-Entscheidung könnte passive Fonds zum Verkauf zwingen

Die größere Bedrohung kommt nicht vom Bitcoin-Kurs, sondern vom Indexanbieter MSCI. Dieser hat laut u.today seine Auswahlkriterien aktualisiert und prüft, ob Strategy weiterhin als Softwareunternehmen klassifiziert werden kann, wenn der Bitcoin-Bestand das operative Geschäft wertmäßig um ein Vielfaches übersteigt. Die Entscheidung wird für den 11. November erwartet.

Was ist ein MSCI-Index?

MSCI-Indizes sind global genutzte Aktien-Benchmarks, an denen sich zahlreiche passive Fonds und ETFs orientieren. Wird ein Unternehmen aus einem solchen Index entfernt, müssen diese Fonds die entsprechenden Aktien verkaufen – unabhängig von deren fundamentaler Bewertung.

JPMorgan beziffert den potenziellen Schaden: Fällt Strategy aus den globalen MSCI-Benchmarks, müssten passive Fonds Aktien im geschätzten Volumen von 2,8 Milliarden Dollar abstoßen. Die Aktie hat die Nervosität bereits eingepreist und fiel zuletzt um 9,6 Prozent auf 136,83 Dollar. Der Kurs notiert damit bei einem Abschlag von 17 Prozent auf den rechnerischen Nettoinventarwert der gehaltenen Bitcoin. Ein solcher Abschlag signalisiert, dass der Markt die Aktie zunehmend als Risikovehikel behandelt und nicht mehr als reinen Bitcoin-Proxy.

Warum das jetzt zählt

Strategy ist mit über vier Prozent des globalen Bitcoin-Angebots der mit Abstand größte börsennotierte Halter. Der Strategiewechsel hin zu Aktienrückkäufen statt Bitcoin-Käufen fällt in eine Phase, in der US-Spot-Bitcoin-ETFs laut decrypt.co bereits zwei Wochen in Folge Abflüsse von zusammen rund 910 Millionen Dollar verzeichneten. Neue Wale haben nach CryptoQuant-Daten ihre Kostenbasis bei etwa 77.000 Dollar – nur knapp unter dem aktuellen Kurs.

Einordnung und Ausblick

Für den Bitcoin-Markt ergibt sich ein gemischtes Bild. Die strukturelle Nachfrage durch Treasury-Unternehmen bleibt bestehen, doch das Tempo verlangsamt sich messbar.

  • Im bullishen Szenario bestätigt Strategy in den kommenden Wochen substanzielle Neukäufe, die MSCI-Klassifizierung bleibt bestehen und die ETF-Abflüsse ebben ab. Das würde das institutionelle Nachfrage-Narrativ stützen.
  • Im bearishen Szenario fällt die MSCI-Entscheidung negativ aus. Der erzwungene Aktienverkauf durch passive Fonds könnte auch indirekte Folgen für die Bitcoin-Bewertung haben, weil er das wichtigste institutionelle Narrativ beschädigt: dass börsennotierte Unternehmen als stabile Nachfragequelle fungieren.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Saylors Andeutungen Substanz haben oder ob Strategy seine Rolle als aggressivster Bitcoin-Käufer am Markt vorerst abgibt.

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