Solana unter Druck: Kritische Marke rückt näher
ETF-Abflüsse und eine massive Kostenposition bei 73,75 Dollar erhöhen das Abwärtsrisiko
CryptoDaily 2 min

Solana notiert bei rund 74 US-Dollar und nähert sich einer Kursmarke, die über die nächste größere Bewegung entscheiden könnte. Gleichzeitig verzeichnen Spot-SOL-ETFs den höchsten Tagesabfluss seit sieben Monaten.
50 Millionen SOL auf der Kippe
Der Kryptoanalyst Ali Martinez identifiziert die Zone um 73,75 Dollar als entscheidende Unterstützung. Sein Argument: Mehr als 50 Millionen SOL wurden dort von Haltern akkumuliert, die derzeit nahe ihrem Einstandskurs liegen. Fällt der Kurs nachhaltig darunter, droht diese Kostenposition zur Belastung zu werden. Anleger, die bei Null oder im Minus stehen, neigen historisch dazu, Verluste zu begrenzen und zu verkaufen. Martinez beziffert das nächste Abwärtsziel in diesem Szenario auf 60 Dollar. Unterhalb dieser Marke sieht er kaum nennenswerte Nachfragezonen bis 50 Dollar.
Was ist eine Kostenposition?
Der Durchschnittspreis, zu dem Halter eines Vermögenswerts gekauft haben. Große Kostenpositionen nahe dem aktuellen Kurs gelten als potenziell instabil, weil viele Anleger gleichzeitig unter Verkaufsdruck geraten können.
Zusätzlich hat SOL laut Martinez einen technischen Aufwärtskanal nach unten verlassen. Solche Formationsbrüche deuten auf eine Verschiebung des kurzfristigen Momentums zugunsten der Verkäufer hin.
ETF-Abflüsse verstärken das Signal
Die institutionelle Seite bestätigt das Bild. Am 28. Juli flossen laut dem Datenanbieter SoSoValue netto 18,07 Millionen US-Dollar aus Spot-SOL-ETFs ab. Das ist der höchste Einzeltagesabfluss seit Dezember 2025. ETF-Abflüsse spiegeln in der Regel die Stimmung professioneller Anleger wider. Wenn diese Mittel abziehen, während der Kurs eine kritische technische Zone testet, kann das Abwärtsbewegungen beschleunigen.
Gleichzeitig verzeichnet SOL laut dem Marktbeobachter WIZZ neun aufeinanderfolgende Monate mit negativer Kursentwicklung. Eine solche Serie wurde bei Solana bisher nicht beobachtet.
Warum das jetzt zählt
Das Zusammentreffen dreier Faktoren macht die aktuelle Lage ungewöhnlich: eine massive Kostenposition direkt am aktuellen Kurs, ein technischer Formationsbruch und institutionelle Abflüsse. Jedes dieser Signale wäre einzeln bemerkenswert. In Kombination erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit einer stärkeren Kursbewegung erheblich.
Einordnung und Ausblick
Die Bärenseite ist klar dokumentiert. Auf der Gegenseite sehen einzelne Marktbeobachter den Bereich unter 80 Dollar als langfristige Einstiegszone mit Kurszielen jenseits von 150 Dollar. Solche Einschätzungen setzen allerdings eine Stabilisierung des Gesamtmarktes voraus, die derzeit nicht erkennbar ist. Ob die 73,75-Dollar-Marke hält, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Ein Bruch würde die Verkaufsdynamik voraussichtlich deutlich verschärfen. Hält die Zone, könnte die dort konzentrierte Nachfrage als Sprungbrett für eine Erholung dienen. Beide Szenarien sind derzeit realistisch.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
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