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Ripple baut XRP Ledger zur institutionellen Infrastruktur aus

Neue Partnerschaften, Stablecoin-Expansion und KI-Zahlungen sollen das XRPL-Ökosystem auf eine breitere Basis stellen

CryptoDaily 3 min

Ripple baut XRP Ledger zur institutionellen Infrastruktur aus

Ripple treibt den Ausbau des XRP Ledgers auf mehreren Ebenen voran

Im Zentrum steht die Frage, ob RLUSD und das XRPL den Sprung von der Zahlungsinfrastruktur zur institutionellen Plattform schaffen können.

Standard Chartered öffnet RLUSD für institutionelle Verwahrung

Am 12. Oktober startete Standard Chartered über seine Niederlassung im Dubai International Financial Centre die institutionelle Verwahrung von RLUSD auf dem XRP Ledger. Die Dienstleistung wird durch die Dubai Financial Services Authority reguliert. Geplant ist zudem, dass RLUSD künftig als Handels-Kollateral auf der Derivateplattform LMAX eingesetzt werden kann, wobei die Token in der Verwahrung von Standard Chartered verbleiben sollen. Dieser Schritt befindet sich laut U.Today noch in der Testphase und unterliegt regulatorischer Genehmigung.

Was ist Kollateral? Ein Vermögenswert, der als Sicherheit für Handelsgeschäfte hinterlegt wird. Im Derivatehandel dient Kollateral dazu, potenzielle Verluste abzusichern.

Die Marktkapitalisierung von RLUSD liegt laut CoinGecko bei rund 2,42 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu spendete Ripple zehn Millionen US-Dollar in RLUSD an gemeinnützige Organisationen. Laut einem von news.bitcoin.com zitierten Bericht könnte diese Spende durch Multiplikatoreffekte wirtschaftliche Aktivität von bis zu 900 Millionen US-Dollar anstoßen. Unabhängig von der Tragweite dieser Schätzung demonstriert die Transaktion einen konkreten Anwendungsfall für den Stablecoin außerhalb des klassischen Handelsumfelds.

Was ist RLUSD? Ein von Ripple herausgegebener Stablecoin, der an den US-Dollar gekoppelt ist und sowohl auf Ethereum als auch auf dem XRP Ledger existiert. Er richtet sich vor allem an institutionelle Nutzer für Zahlungen und Abwicklungen.

Stripe-Tochter Privy und KI-Zahlungen erweitern die Nutzerbasis

Ripple hat laut The Block zudem eine Partnerschaft mit Privy geschlossen, einem Wallet-Infrastrukturanbieter im Besitz des Zahlungsdienstleisters Stripe. Privy ermöglicht es Entwicklern, sogenannte eingebettete Wallets in Anwendungen zu integrieren. Nutzer müssen dabei keine privaten Schlüssel selbst verwalten. Die Integration soll die Einstiegshürde für Entwickler und Endnutzer auf dem XRPL senken.

Gleichzeitig wächst die Rolle automatisierter Zahlungen. Laut RippleX-Engineering-Chef J. Ayo Akinyele hat das XRPL bereits rund 13 Millionen Transaktionen von KI-Agenten verarbeitet. Diese machen aktuell etwa 25 Prozent der gesamten Netzwerkaktivität aus. Im Juli lag die Zahl noch bei einer Million. Über das offene Zahlungsprotokoll x402 können KI-Agenten Zahlungen für digitale Dienste wie API-Zugang oder Rechenleistung automatisch abwickeln. Die einzelnen Transaktionsbeträge bleiben allerdings gering.

Warum das jetzt zählt

Ripple verfolgt mit diesen Schritten eine erkennbare Strategie: Das XRP Ledger soll nicht nur für grenzüberschreitende Zahlungen relevant bleiben, sondern sich als institutionelle Infrastruktur etablieren. Die Custody-Lösung von Standard Chartered adressiert regulierte Finanzakteure, Privy senkt die technische Zugangsschwelle, und KI-Zahlungen schaffen ein neues Nutzungssegment. Ob diese Bausteine tatsächlich zu einer breiteren Adoption führen, ist offen. Die Verbindung zu Stripe über Privy könnte mittelfristig Synergien im Zahlungsverkehr erschließen, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht vertraglich fixiert.

Einordnung und Ausblick

Die jüngsten Partnerschaften zeigen, dass Ripple konsequent auf institutionelle Anbindung setzt. Gleichzeitig muss sich das XRPL-Ökosystem gegen etablierte Infrastrukturen behaupten. Ethereum dominiert weiterhin den DeFi-Sektor, und private Netzwerke wie Canton Network bedienen bereits den institutionellen Kapitalmarkt.

Der RLUSD-Stablecoin hat mit 2,4 Milliarden Dollar eine relevante Größe erreicht, liegt aber deutlich hinter USDT und USDC. Entscheidend wird sein, ob die angekündigten Kollateral-Funktionen und Wallet-Integrationen in den kommenden Monaten tatsächlich produktiv gehen. Sollte das gelingen, könnte Ripple eine Lücke zwischen traditionellem Finanzsektor und Blockchain-Infrastruktur besetzen, die bislang kaum ein Anbieter überzeugend füllt.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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