OUSD: Stripes Stablecoin teilt Erträge mit Partnern
Bridges neuer Dollar-Token könnte den Wettbewerb im Stablecoin-Markt verändern – Visa, Coinbase und über 200 Partner sind zum Start dabei
CryptoDaily 2 min

Die Stripe-Tochter Bridge hat mit OUSD einen Stablecoin lanciert, der nahezu alle Reserveerträge an seine Vertriebspartner weitergibt. Das Modell bricht mit der bisherigen Branchenlogik.
Ein Stablecoin, der seine Partner bezahlt
OUSD – kurz für Open USD – ging am 30. September live und ist auf
- Ethereum,
- Base,
- Solana sowie Stripes eigener Tempo-Chain
verfügbar. Herausgeber ist Bridge, betrieben wird das Protokoll durch die unabhängige Organisation Open Standard. Minting und Rücknahme erfolgen gebührenfrei im Verhältnis eins zu eins zum US-Dollar.
Was ist Minting?
Bei Stablecoins bezeichnet Minting die Ausgabe neuer Token. Nutzer zahlen US-Dollar ein und erhalten im Gegenzug den entsprechenden Betrag in OUSD.
Der entscheidende Unterschied zu bestehenden Modellen: Open Standard behält die Erträge aus den Dollarreserven nicht selbst ein, sondern schüttet sie anteilig an Distributoren aus – proportional zum OUSD-Volumen, das diese generieren. BlackRock, BNY und Lead Bank verwalten die Reserven. Monatliche Prüfberichte sind angekündigt.
Das Partnermodell stellt einen strukturellen Bruch dar. Tether erwirtschaftet Milliarden mit seinen Reserveerträgen und behält sie vollständig. Circle zahlt einzelnen Partnern wie Coinbase für die Distribution. OUSD hingegen macht den Reserveertrag zum Anreiz für ein breites Vertriebsnetz. Über 200 Partner sind laut Open Standard bereits angeschlossen, darunter
- Visa,
- Mastercard,
- Coinbase,
- Kraken,
- AmEx,
- UBS und
- Shopify.
Zusätzlich können Distributoren eine Eigenkapitalbeteiligung an Open Standard erhalten.
Warum das jetzt zählt
Der Stablecoin-Markt wird bislang von zwei Akteuren dominiert, die ihre Reserveerträge als Gewinn verbuchen. OUSD dreht diese Logik um und verwandelt den Ertrag in ein Vertriebsinstrument. Wenn Börsen, Zahlungsdienstleister und Einzelhändler direkt am Erfolg eines Stablecoins verdienen, könnten sie OUSD gegenüber USDT oder USDC bevorzugen.
Uniswap entwickelt nach eigenen Angaben bereits einen Mechanismus, der OUSD-Erträge automatisch an Liquiditätsanbieter verteilen soll. Zudem liegt ein Aave-V4-Vorschlag vor, OUSD als handelbares Asset zu listen.
Was sind Liquiditätsanbieter?
Nutzer, die auf dezentralen Börsen Handelskapital bereitstellen und dafür Gebührenanteile erhalten.
Einordnung und Ausblick
Die Partnerliste ist beeindruckend, doch entscheidend wird das tatsächliche Volumen. Stablecoins leben von Netzwerkeffekten, und Tether sowie Circle verfügen über jahrelang aufgebaute Marktdurchdringung. Ob das Ertragsmodell ausreicht, um substanzielle Volumina von etablierten Token abzuziehen, muss sich erst zeigen.
Zudem fehlen bislang unabhängige Reserveprüfungen – die angekündigten monatlichen Attestierungen stehen noch aus. Sollte OUSD jedoch nennenswerte Marktanteile gewinnen, könnte das Tether und Circle unter Druck setzen, ihre eigenen Ertragsmodelle anzupassen. Der Wettbewerb um Stablecoin-Vertriebspartner hätte dann gerade erst begonnen.
Hinweis: Keine Anlageberatung.
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