Kraken will als erstes US-Unternehmen Perpetual Futures auf die Blockchain bringen
Payward plant regulierte Onchain-Derivate über Hyperliquid – mit CFTC-Struktur und Börsen-Clearinghouse
CryptoDaily 3 min

Die Kraken-Muttergesellschaft Payward will erstmals regulierte Perpetual Futures für US-Kunden direkt auf einer Blockchain abwickeln
Der Vorstoß könnte den bisher rein offshore gehandelten Derivatemarkt strukturell verändern.
CFTC-Rahmen trifft Onchain-Infrastruktur
Payward hat angekündigt, sogenannte Perpetual Futures über das Hyperliquid-Protokoll für US-Kunden zugänglich zu machen. Die gesamte Handelsstruktur soll innerhalb bestehender US-Regulierung laufen. Die CFTC-regulierte Bitnomial Exchange übernimmt die Rolle des Markt-Deployers und agiert als Clearinghouse. NinjaTrader Clearing, ein registrierter Futures Commission Merchant, führt die Kundenkonten.
Was sind Perpetual Futures?
Derivate ohne Verfallsdatum, die es Händlern erlauben, auf Preisbewegungen zu spekulieren. Bisher waren sie für US-Kunden nicht legal zugänglich.
Was ist ein Clearinghouse?
Eine zentrale Stelle, die zwischen Käufer und Verkäufer tritt und sicherstellt, dass beide Seiten ihre Verpflichtungen erfüllen. Es reduziert das Ausfallrisiko im Handel.
Der Zugang wird über ein Allowlist-System gesteuert. Nur Konten, die über NinjaTrader eingerichtet und sowohl bei NinjaTrader als auch bei Bitnomial registriert sind, erhalten Zugang. Das Angebot steht laut Payward noch unter Vorbehalt der regulatorischen Genehmigung.
Ein Markt, der bisher offshore blieb
Die Dimension des Vorhabens wird durch eine Zahl deutlich: Laut dem CoinGecko-Report für 2026 wurden im vergangenen Jahr weltweit über 85 Billionen US-Dollar in Perpetual Futures gehandelt. Für US-Kunden war dieser Markt bisher faktisch gesperrt. Hyperliquid selbst verzeichnete laut DefiLlama in den vergangenen 30 Tagen mehr als 200 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen und gilt als aktivste Onchain-Plattform für diese Produktkategorie.
Payward bringt dabei eine erhebliche Nutzerbasis mit. Per Ende Juni 2026 hält das Unternehmen nach eigenen Angaben 6,6 Millionen finanzierten Konten, deren Einlagen laut unabhängiger Prüfung zu über hundert Prozent gedeckt sind. Co-CEO Arjun Sethi bezeichnete Hyperliquid als erstes Protokoll in einer geplanten Reihe weiterer Integrationen.
Warum das jetzt zählt
Der Vorstoß markiert einen Wendepunkt für den US-Derivatemarkt im Kryptobereich. Bisher trennten sich regulierte Börsen und Onchain-Protokolle strikt. Payward versucht erstmals, beide Welten unter einem regulatorischen Dach zu verbinden. Gelingt das Modell, entsteht ein Präzedenzfall, der weiteren US-Anbietern den Weg auf dezentrale Handelsplattformen ebnen könnte.
Einordnung und Ausblick
Die regulatorische Genehmigung steht noch aus, und die CFTC hat sich bisher nicht öffentlich zum konkreten Vorhaben geäußert. Sollte die Behörde grünes Licht geben, könnte das Modell erhebliche Liquidität von Offshore-Plattformen in regulierte Onchain-Strukturen umlenken. Scheitert der Antrag oder verzögert sich die Genehmigung, bleibt der milliardenschwere Perpetuals-Markt für US-Anleger weiterhin unerreichbar. In beiden Fällen hat Payward mit dem Vorstoß eine Debatte angestoßen, die über ein einzelnes Produkt hinausgeht: Wie weit darf regulierter Handel in dezentrale Infrastruktur vordringen?
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
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