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Inflationsdaten drücken Bitcoin unter 82.000 Dollar

Unerwartet hoher US-Verbraucherpreisindex verdoppelt die Wetten auf eine Fed-Zinserhöhung – Liquidationen übersteigen 250 Millionen Dollar

CryptoDaily 3 min

Inflationsdaten drücken Bitcoin unter 82.000 Dollar

Preisdruck überrascht den Markt

Ein unerwartet hoher US-Verbraucherpreisindex für September hat Bitcoin unter 82.000 Dollar gedrückt. Die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinserhöhung durch die Federal Reserve hat sich nahezu verdoppelt.

Der US-Verbraucherpreisindex stieg im September auf 3,7 Prozent im Jahresvergleich – über der Prognose von 3,6 Prozent und deutlich über den 3,4 Prozent im August. Noch brisanter fiel die Kernrate aus: Mit 2,6 Prozent jährlich und 0,3 Prozent monatlich übertraf sie ebenfalls die Erwartungen.

Was ist die Kernrate?

Sie misst die Preisentwicklung ohne volatile Komponenten wie Energie und Lebensmittel und gilt als zuverlässigerer Indikator für den zugrunde liegenden Inflationstrend.

Benzinpreise, die im Monatsvergleich um 9,1 Prozent zulegten, machten laut Bureau of Labor Statistics mehr als die Hälfte des Gesamtanstiegs aus.

Die Reaktion kam sofort. Laut CME FedWatch stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte beim Fed-Meeting am 28. Oktober von rund 22 Prozent auf etwa 44 bis 49 Prozent. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,9 Prozent, die zehnjährige Rendite erreichte mit rund 5,3 Prozent die Nähe eines 24-Jahres-Hochs. Für Dezember preisen Geldmärkte bereits eine kombinierte Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent für mindestens eine weitere Erhöhung ein.

Bitcoin fällt, Liquidationen beschleunigen den Abverkauf

Bitcoin rutschte am 14. Oktober auf ein Tagestief von 81.588 Dollar. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut CoinGlass über 250 Millionen Dollar an Krypto-Derivatepositionen liquidiert, der Großteil davon Long-Positionen.

Was sind Liquidationen?

Wenn gehebelte Positionen an Krypto-Börsen eine bestimmte Verlustschwelle erreichen, werden sie automatisch geschlossen. Das verstärkt Kursbewegungen in die jeweilige Richtung.

Die gesamte Krypto-Marktkapitalisierung gab rund zwei Prozent nach. Ethereum fiel unter 2.450 Dollar, Solana unter 105 Dollar.

Analysten von Bitget Research warnen, dass das Markt-Positioning trotz der jüngsten Liquidationswelle möglicherweise noch nicht vollständig bereinigt ist. Das offene Kontraktvolumen lag nach dem Rückgang weiterhin bei 140,9 Milliarden Dollar. Sollte der am Donnerstag anstehende Erzeugerpreisindex ebenfalls über den Erwartungen liegen, könnte eine weitere Liquidationsrunde folgen. Die Unterstützungszone zwischen 80.000 und 81.500 Dollar wird laut Glassnode zur entscheidenden Haltemarke.

Warum das jetzt zählt

Die Inflationsdaten treffen auf einen Markt, der bereits unter Druck stand. Seit dem 7. Oktober verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs laut SoSoValue Nettoabflüsse von rund 760 Millionen Dollar, nachdem in den Wochen zuvor noch drei Milliarden Dollar zugeflossen waren. Die durchschnittliche Kostenbasis der ETF-Halter liegt laut Glassnode bei etwa 81.500 Dollar – exakt dort, wo Bitcoin am Dienstag aufsetzte.

Einordnung / Ausblick

Strukturell bleibt das Bild gespalten. Auf der einen Seite stützen institutionelle Käufer: 60 börsennotierte Unternehmen halten kollektiv 1,27 Millionen BTC. Auf der anderen Seite verengt ein stärkerer Dollar die Spielräume. Solange höhere Anleiherenditen zinstragende Dollar-Assets attraktiver machen, fehlt risikogewichteten Anlagen wie Bitcoin ein entscheidender Rückenwind.

  • Bull-Szenario: Ein nachhaltiger Anstieg über 88.000 Dollar, begleitet von erneuerten ETF-Zuflüssen, würde laut Glassnode signalisieren, dass der Verkaufsdruck absorbiert ist.
  • Bear-Szenario: Ein Bruch unter 80.000 Dollar hingegen würde die nächste Zielmarke bei rund 78.000 Dollar freilegen.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Investitionen in Kryptowährungen sind mit erheblichen Risiken verbunden.

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