Grayscale drängt auf HYPE-ETF – Druck auf SEC steigt
Drei Asset Manager wollen Hyperliquid an die Börse bringen. Das Rennen um den ersten regulierten Zugang zum größten Perps-Protokoll nimmt Fahrt auf.
CryptoDaily 3 min

Grayscale’s S-1-Registrierung für Spot-ETF auf den HYPE-Token
Grayscale hat eine S-1-Registrierung für einen Spot-ETF auf den HYPE-Token bei der SEC eingereicht. Damit ist der Vermögensverwalter der dritte große Antragsteller – nach Bitwise und 21Shares.
Warum ausgerechnet Hyperliquid?
Die Antwort liegt im Volumen. Hyperliquid wickelt laut DeFiLlama rund 190 Milliarden US-Dollar monatlich an Perpetual-Futures ab.
Was sind Perpetual-Futures?
Terminkontrakte ohne festes Ablaufdatum, die es erlauben, auf steigende oder fallende Kurse zu setzen. Sie sind das meistgehandelte Instrument im Kryptomarkt.
Damit ist Hyperliquid die mit Abstand größte Perps-Plattform im Kryptomarkt. Anders als klassische dezentrale Börsen arbeitet das Protokoll mit einem vollständig onchain-basierten Orderbuch – eine Architektur, die institutionellen Akteuren vertrauter ist als das übliche AMM-Modell.
Dynamik hinter den Filings
Entscheidend ist die Dynamik hinter den Filings. Bitwise reichte bereits im September 2025 ein und erweiterte den Antrag im Dezember um eine Staking-Komponente. 21Shares folgte im Oktober. Dass Grayscale nun nachzieht, signalisiert: Die Branche rechnet mit einer realistischen Zulassungschance.
GHYP: Struktur ohne Staking – vorerst
Der geplante ETF soll unter dem Ticker GHYP an der Nasdaq gehandelt werden. Coinbase übernimmt die Verwahrung. Grayscale verzichtet zunächst auf Staking-Erträge, schließt eine spätere Integration aber nicht aus. Eine Managementgebühr wurde im Filing nicht genannt.
Was ist Staking?
Ein Verfahren, bei dem Token in einem Netzwerk hinterlegt werden, um Transaktionen zu validieren. Im Gegenzug erhalten Teilnehmer eine Rendite.
Diese Zurückhaltung ist kalkuliert. Die SEC hat bei früheren Krypto-ETF-Anträgen Staking-Komponenten kritisch bewertet. Grayscale fährt offenbar eine konservative Strategie, um die Zulassungshürde niedrig zu halten.
Warum das jetzt zählt
Der HYPE-Token notiert aktuell bei rund 39 US-Dollar und hat seit Ende Februar etwa 45 Prozent zugelegt. Das Open Interest auf der Plattform liegt bei rund 7 Milliarden US-Dollar.
Drei parallele ETF-Anträge für einen einzelnen DeFi-Token sind ein Novum. Sollte die SEC eines der Produkte genehmigen, würde Hyperliquid als erstes reines DeFi-Derivateprotokoll über ein reguliertes Börsenvehikel investierbar. Das wäre ein Präzedenzfall – nicht nur für HYPE, sondern für die gesamte Kategorie.
Einordnung / Ausblick
Bullisches Szenario:
- Drei parallele Anträge erhöhen den regulatorischen Druck.
- Die hohen Handelsvolumina liefern der SEC ein marktbasiertes Argument für eine Zulassung.
- Ein genehmigter HYPE-ETF könnte institutionelles Kapital in den DeFi-Sektor lenken.
Bärisches Szenario:
- Die SEC hat bei neuartigen Krypto-Produkten wiederholt verzögert oder abgelehnt.
- Ein reines DeFi-Derivateprotokoll ohne zentrale Gegenpartei könnte regulatorisch schwieriger einzuordnen sein als bisherige ETF-Anträge.
- Ein negatives Signal würde die gesamte DeFi-ETF-Kategorie bremsen.
Ob die SEC zustimmt, bleibt offen. Die Anträge liegen vor, die Volumina sprechen für sich. Regulatorische Entscheidungen folgen jedoch selten der Marktlogik.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information.
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