Finanzberater schauen über Bitcoin hinaus
Bitwise-CIO Hougan sieht Stablecoins und Tokenisierung als neue Prioritäten der Beraterbranche
CryptoDaily 3 min

Finanzberater mit einem verwalteten Vermögen von über 175 Billionen US-Dollar interessieren sich zunehmend für Blockchain-Anwendungen jenseits von Bitcoin. Das zeigt ein Memo von Bitwise-Investmentchef Matt Hougan.
Stablecoins und Tokenisierung rücken ins Zentrum
Hougan führte in den vergangenen Wochen Gespräche mit mehr als 40 Beraterteams und fasste seine Beobachtungen in einem öffentlichen Memo zusammen. Das Ergebnis überraschte ihn nach eigener Aussage selbst: Nicht Bitcoin dominierte die Gespräche, sondern Stablecoins, Tokenisierung realer Vermögenswerte und die Infrastruktur dahinter.
Was ist Tokenisierung?
Dabei werden reale Vermögenswerte wie Anleihen, Immobilien oder Fondsanteile als digitale Token auf einer Blockchain abgebildet. Das soll den Handel schneller, günstiger und rund um die Uhr möglich machen.
Das ist bemerkenswert, weil Finanzberater bislang fast ausschließlich über Bitcoin als Krypto-Einstieg sprachen. Hougan sieht darin einen strukturellen Wandel. In früheren Marktzyklen trieben jeweils neue Technologien und neue Investorengruppen den nächsten Aufschwung. Diesmal könnten es die Berater selbst sein, die Kapital nicht nur in Bitcoin, sondern gezielt in Blockchain-Netzwerke und Unternehmen rund um Tokenisierung lenken.
Als konkrete Namen nannte Hougan unter anderem Ethereum, Solana, Chainlink und Avalanche auf der Netzwerkseite sowie Circle, Coinbase und Figure als Unternehmen mit direktem Bezug zur Stablecoin- und Tokenisierungsinfrastruktur.
Rückenwind aus der Chefetage
Das veränderte Interesse kommt nicht aus dem Nichts. Hougan verweist auf öffentliche Aussagen prominenter Finanzakteure, die das Thema in den Mainstream gerückt haben. BlackRock-Chef Larry Fink sprach wiederholt über Tokenisierung als nächsten Evolutionsschritt der Finanzmärkte. Goldman-Sachs-CEO David Solomon positionierte sein Haus ebenfalls in diesem Bereich. Und SEC-Vorsitzender Paul Atkins signalisierte eine offenere Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten.
Für Berater, die Anlageentscheidungen gegenüber Kunden begründen müssen, senken solche Signale die Hemmschwelle erheblich. Wenn die größten Vermögensverwalter und die Aufsicht selbst über Tokenisierung sprechen, wird das Thema für die Beraterbranche salonfähig.
Warum das jetzt zählt
175 Billionen US-Dollar verwaltetes Vermögen sind eine Größenordnung, die selbst bei minimaler Umschichtung erhebliche Kapitalflüsse auslösen kann. Wenn Berater beginnen, neben Bitcoin auch Stablecoin-Infrastruktur und Tokenisierungsprojekte in ihre Empfehlungen aufzunehmen, verändert das die Nachfragestruktur im Kryptomarkt grundlegend.
Einordnung / Ausblick
Noch handelt es sich um Gespräche und Absichtserklärungen, nicht um dokumentierte Kapitalflüsse. Hougans Beobachtungen sind eine Momentaufnahme, keine Garantie. Sollte der Gesamtmarkt erneut unter Druck geraten, könnten Berater ihre Krypto-Pläne ebenso schnell zurückstellen. Doch die Richtung ist klar: Das institutionelle Krypto-Interesse wird breiter. Bitcoin bleibt relevant, ist aber nicht mehr das einzige Thema auf dem Tisch.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
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