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Ethereum verliert ein Viertel seiner Futures-Positionen

Offenes Interesse fällt auf 12,6 Milliarden Dollar – gleichzeitig fließen hunderttausende ETH von den Börsen ab. Die Marktstruktur verschiebt sich.

CryptoDaily 3 min

Ethereum verliert ein Viertel seiner Futures-Positionen

Das offene Interesse an Ethereum-Futures ist innerhalb weniger Wochen um 25 Prozent gefallen. Gleichzeitig ziehen Anleger große Mengen ETH von Börsen ab.

Spekulation weicht, Bestände wandern ab

Das offene Interesse – also die Summe aller ausstehenden Futures-Kontrakte, die noch nicht abgewickelt wurden – sank laut CryptoQuant-Daten von 16,6 Milliarden Dollar im Mai auf zuletzt 12,6 Milliarden Dollar. Ein Rückgang um vier Milliarden Dollar in wenigen Wochen zeigt, dass spekulative Positionen in großem Umfang geschlossen wurden.

Parallel dazu flossen rund 480.000 ETH von großen Handelsplätzen ab. Den größten Rückgang verzeichneten Binance mit etwa 220.000 ETH und Bitfinex mit rund 170.000 ETH. Wenn Anleger Bestände von Börsen abziehen, gilt das in der Regel als Zeichen dafür, dass sie ihre Coins länger halten wollen statt kurzfristig zu handeln.

Die Funding Rate – eine periodische Gebühr, die bei Perpetual Futures zwischen Long- und Short-Haltern verrechnet wird – ist derzeit negativ. Das bedeutet: Short-Positionen dominieren, Händler zahlen also eine Prämie für Wetten auf fallende Kurse.

1.500 Dollar als entscheidende Schwelle

Laut Glassnode-Daten befinden sich nur elf Prozent aller ETH-Coins, die zuletzt bewegt wurden, oberhalb des aktuellen Preisniveaus im Verlust. Der Großteil wurde zu niedrigeren Kursen erworben. Die Kostenbasis vieler Halter liegt demnach in der Zone um 1.500 Dollar. Sollte der Kurs dieses Niveau testen, könnte erhöhter Verkaufsdruck entstehen, weil dort besonders viele Positionen in die Verlustzone rutschen würden.

Marktkommentator Gonza Goth ordnet die derzeit negative Funding Rate historisch als potenziellen Kontraindikator ein: In der Vergangenheit folgten auf Phasen extremer Short-Dominanz mitunter deutliche Aufwärtsbewegungen. Eine Garantie ist das nicht.

Warum das jetzt zählt

Der gleichzeitige Abbau von Futures-Positionen und Börsenbeständen verändert die Ausgangslage für Ethereum. Weniger offenes Interesse bedeutet zunächst weniger Risiko für sogenannte Liquidationskaskaden – also Kettenreaktionen, bei denen erzwungene Schließungen gehebelter Positionen den Kurs immer weiter in eine Richtung treiben. Die Abflüsse von Börsen deuten darauf hin, dass ein Teil der Anleger auf Eigenverwahrung setzt und kurzfristig nicht verkaufen will.

Einordnung / Ausblick

Ob die aktuelle Bereinigung den Boden für eine Erholung legt, hängt vom Kräfteverhältnis zwischen Spot-Nachfrage und verbleibender Short-Spekulation ab.

  • Bullisches Szenario: Die ausgewaschene Hebelstruktur und sinkende Börsenbestände schaffen eine Ausgangslage, aus der heraus frisches Kaufinteresse den Kurs stabilisieren oder nach oben treiben könnte.
  • Bearisches Szenario: Fällt der Kurs unter die viel beachtete 1.500-Dollar-Marke, droht laut Analyst Ash Crypto ein Test der nächsten Unterstützungszone um 1.000 Dollar – verstärkt durch den Verkaufsdruck jener Halter, deren Positionen dann ins Minus rutschen würden.

Quellen: CryptoQuant (Amr Taha), Glassnode, Gonza Goth (X), Ash Crypto (X), Cointelegraph

Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.

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