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Ethereum unter Druck: Futures-Verkäufe bremsen Erholung

Rekordhohe Börsenabflüsse treffen auf anhaltenden Verkaufsdruck im Derivatemarkt – warum sich die Signale widersprechen.

CryptoDaily 3 min

Ethereum unter Druck: Futures-Verkäufe bremsen Erholung

Ether verliert an Wert

Ether hat in 28 Tagen rund 14,7 Prozent verloren und notiert bei etwa 2.377 Dollar. Während ein Rekordabfluss von den Börsen auf Akkumulation hindeutet, zeichnen Futures-Daten ein gegenteiliges Bild.

Gemischte Signale aus den On-Chain-Daten

Am vergangenen Donnerstag verließen laut Santiment rund 169.770 ETH die Börsen. Das war der größte Tagesabfluss seit über vier Monaten. Solche Bewegungen gelten grundsätzlich als Zeichen dafür, dass Investoren ihre Bestände in private Wallets transferieren und nicht unmittelbar verkaufen wollen. Santiment selbst verweist auf einen vergleichbaren Abfluss vom 5. Juni, als rund 223.800 ETH die Börsen verließen und ETH anschließend einen lokalen Boden fand. Doch die Analysefirma betont ausdrücklich, dass historische Parallelen keine Wiederholung garantieren.

Was ist der Futures Taker CVD?

Der Cumulative Volume Delta (CVD) misst, ob im Futures-Markt mehr aggressive Kauf- oder Verkaufsorders ausgeführt werden. Ein negativer Wert signalisiert Verkäuferdominanz.

Denn im Derivatemarkt überwiegt weiterhin der Verkaufsdruck. Der Futures Taker CVD von CryptoQuant zeigt eine anhaltende Dominanz aggressiver Verkaufsorders. Gleichzeitig liegt der Coinbase Premium Index bei minus 0,134 und signalisiert damit schwächere Nachfrage von US-Investoren im Vergleich zu Binance. Dieser Widerspruch zwischen den Spotmarkt-Abflüssen und den Futures-Daten ist der Grund, warum eine klare Richtungsentscheidung bisher ausbleibt.

ETF-Abflüsse verstärken den Gegenwind

Zusätzlich belasten anhaltende Kapitalabflüsse aus US-Spot-Ethereum-ETFs die Marktstimmung. Laut SoSoValue verzeichneten diese Produkte an 14 von 16 Handelstagen im Oktober Nettoabflüsse. Der Gesamtabfluss summiert sich auf 1,18 Milliarden Dollar, die verwalteten Vermögen fielen auf 14,57 Milliarden Dollar – den niedrigsten Stand seit Ende August. Diese Entwicklung steht im direkten Zusammenhang mit der relativen Schwäche von ETH gegenüber Bitcoin. Innerhalb von 28 Tagen lag die Underperformance bei 9,15 Prozentpunkten.

Zwei prominente Verkäufe früher Investoren unterstreichen den Druck zusätzlich. Ein Anleger, der ETH vor neun Jahren für knapp 19 Dollar je Einheit erworben hatte, verkaufte laut Lookonchain 3.000 ETH im Wert von rund 7,2 Millionen Dollar. Ein zweiter ICO-Teilnehmer trennte sich von 1.000 ETH. In beiden Fällen handelt es sich um Langzeithalter, deren Verkäufe das Angebot auf dem Markt direkt erhöhen.

Warum das jetzt zählt

ETH hat die Unterstützung bei 2.385 Dollar unterschritten. Technische Indikatoren bestätigen die bärische Struktur: Der MACD zeigt ein negatives Crossover, der Parabolic SAR liegt bei 2.510 Dollar deutlich über dem aktuellen Kurs.

Was ist der Parabolic SAR?

Der Parabolic Stop and Reverse ist ein technischer Indikator, der potenzielle Trendwenden anzeigt. Liegt er über dem Kurs, gilt das als bärisches Signal.

Analyst Ted Pillows setzt die Schwelle für eine Trendwende bei 2.550 Dollar, während Michaël van de Poppe Kurse unter 2.300 Dollar als bevorzugten Einstiegsbereich nennt.

Einordnung und Ausblick

Die Ausgangslage ist ungewöhnlich: Ein starkes Akkumulationssignal aus dem Spotmarkt trifft auf anhaltenden Verkaufsdruck im Derivatehandel und systematische Abflüsse aus institutionellen Produkten. Historisch haben ähnliche Börsenabflüsse in der Vergangenheit Böden markiert. Doch solange die Futures-Verkäufer dominieren und die ETF-Abflüsse anhalten, fehlt der Katalysator für eine nachhaltige Erholung. Die Zone um 2.300 Dollar dürfte in den kommenden Tagen den entscheidenden Test darstellen. Ein Rückfall darunter würde weiteres Abwärtspotenzial eröffnen. Erst ein nachhaltiger Anstieg über 2.500 Dollar würde die Bodenbildungsthese bestätigen.

Hinweis

Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.

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