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Ethereum unter Druck: Abflüsse und Technik deuten auf Test der 2.400-Dollar-Marke

Drei Wochen Netto-Outflows, einseitige Long-Positionierung und bärische Chartstruktur setzen ETH zunehmend unter Stress.

CryptoDaily 3 min

Ethereum unter Druck: Abflüsse und Technik deuten auf Test der 2.400-Dollar-Marke

Ethereum notiert bei rund 2.429 Dollar und nähert sich einer technischen Schlüsselzone

Die Marktstruktur im Derivatehandel zeigt eine gefährliche Schieflage.

Abflüsse häufen sich, doch die Richtung bleibt unklar

In den vergangenen drei Wochen haben Anleger per Saldo ETH im Wert von fast 1,5 Milliarden Dollar von Spotbörsen abgezogen. Sollte der Trend bis zum Wochenschluss am 19. Oktober anhalten, wäre es die vierte Woche in Folge mit Netto-Outflows.

Was sind Netto-Outflows?

Wenn Anleger mehr Kryptowährung von Börsen abziehen als sie einzahlen, spricht man von Netto-Outflows. Das reduziert das unmittelbar handelbare Angebot auf den Plattformen.

Parallel dazu registrierte der Trackingdienst Whale Alert einen Transfer von 23.528 ETH im Wert von rund 58 Millionen Dollar von Coinbase Institutional an eine nicht identifizierte Wallet. Zweck und Empfänger sind unbekannt. Laut dem Datenanbieter Whale Insider hat zudem BlackRock ETH im Gegenwert von etwa 70 Millionen Dollar verkauft.

Sinkende Börsenbestände reduzieren das unmittelbar verfügbare Angebot. Oft wird das als bullishes Signal interpretiert. Doch in diesem Fall divergieren Abflüsse und Preisentwicklung: Trotz wochenlanger Abflüsse hat ETH seit dem gescheiterten Anlauf auf die 2.800-Dollar-Marke kontinuierlich nachgegeben. Die Abflüsse allein liefern also keinen verlässlichen Hinweis auf eine bevorstehende Erholung.

Einseitige Positionierung erhöht das Risiko

Was die Lage zusätzlich fragil macht, ist die Aufstellung im Derivatemarkt. Auf Binance halten die größten Händler laut CoinGlass 69,78 Prozent Long-Positionen gegenüber nur 30,22 Prozent Shorts. Das entspricht einem Long-Short-Verhältnis von 2,31.

Was ist die Funding Rate?

Die Funding Rate ist eine regelmäßige Gebühr zwischen Long- und Short-Positionen im Perpetual-Futures-Handel. Eine positive Rate bedeutet, dass Long-Händler Short-Händler bezahlen – ein Zeichen für überwiegende Kaufbereitschaft.

Die Funding Rate liegt mit plus 0,0037 Prozent nur leicht im positiven Bereich, bestätigt aber die Dominanz der Käuferseite. Diese Konzentration birgt ein konkretes Risiko: Fällt der Kurs weiter, drohen Zwangsliquidationen gehäufter Long-Positionen, die den Abwärtsdruck zusätzlich verstärken können. Ein solcher Mechanismus hat in der Vergangenheit wiederholt abrupte Kursverluste bei Ethereum ausgelöst.

Technisch spiegeln die Indikatoren den Abwärtstrend wider

Der Parabolic SAR liegt bei 2.639 Dollar und damit deutlich oberhalb des aktuellen Kurses – ein klassisches Verkaufssignal. Der MACD notiert bei minus 41,36 unterhalb der Signallinie. Beide Indikatoren bestätigen den bärischen Grundton.

Warum das jetzt zählt

Die Zone um 2.400 Dollar ist die letzte klar definierte Unterstützung, bevor der Chart in einen Bereich ohne etablierte Haltelinie eintritt. Ein Wochenschluss darunter würde das technische Bild deutlich verschlechtern. Gleichzeitig ist die einseitige Positionierung im Derivatemarkt ein Faktor, der eine Abwärtsbewegung beschleunigen könnte, falls sie einsetzt.

Einordnung und Ausblick

Die Kombination aus anhaltenden Börsenabflüssen, institutionellen Verkäufen und einer bärischen Chartstruktur zeichnet ein angespanntes Bild. Für eine Trendwende bräuchte es frisches Kaufinteresse am Spotmarkt, das bisher ausbleibt. Hält die 2.400-Dollar-Marke, könnte die Konsolidierung weitergehen. Bricht sie, dürfte die Abwärtsdynamik spürbar zunehmen. Solange die Long-Seite im Derivatemarkt derart dominant bleibt, ist jeder weitere Rücksetzer mit erhöhtem Liquidationsrisiko verbunden.

Stand: Sonntag, 18. Oktober 2026 um 03:08 MESZ

Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.

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