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Ethereum: Hegotá-Upgrade soll Quantenschutz ins Protokoll bringen

Die Ethereum Foundation stuft zwei Vorschläge als unverzichtbar ein und setzt sich eine Frist bis 2029 für quantenresistente Kryptografie.

CryptoDaily 3 min

Ethereum: Hegotá-Upgrade soll Quantenschutz ins Protokoll bringen

Die Ethereum Foundation hat erstmals zwei Protokollvorschläge als zwingend notwendig für ein kommendes Netzwerk-Upgrade eingestuft.

Beide zielen auf Schwachstellen, die das Netzwerk langfristig angreifbar machen könnten.

Zwei Vorschläge, die nicht verhandelbar sind

Rund 60 Forscher und Ingenieure aus neun Teams haben 62 Verbesserungsvorschläge für das geplante Hegotá-Upgrade bewertet. Aus diesem Prozess gingen zwei sogenannte Must-Ship-Proposals hervor – Vorschläge, die eine Sonderstellung einnehmen: Sollte einer der beiden in Verzug geraten, wird eher der Zeitplan des gesamten Upgrades angepasst als der Vorschlag gestrichen.

Der erste Vorschlag, EIP-7805, betrifft die Zensurresistenz. Aktuell können spezialisierte Block-Builder bestimmte Transaktionen bevorzugen oder zurückhalten. Das darin enthaltene Verfahren FOCIL würde es Validatoren ermöglichen, über sogenannte Inclusion Lists sicherzustellen, dass eingereichte Transaktionen tatsächlich verarbeitet werden.

Was ist ein Block-Builder?

Im Ethereum-Netzwerk erstellen spezialisierte Akteure, sogenannte Block-Builder, die Reihenfolge der Transaktionen innerhalb eines Blocks. Dadurch können sie beeinflussen, welche Transaktionen priorisiert oder verzögert werden.

Der zweite Vorschlag ist EIP-8141, bekannt als Frame Transactions. Er führt native Account Abstraction ein – eine Technik, die Nutzerkonten programmierbarer macht – und schafft damit die technische Grundlage für quantenresistente Authentifizierung. Nutzer könnten künftig ihre kryptografischen Schlüssel austauschen, ohne ihre Adresse zu wechseln. Gleichzeitig würde EIP-8141 es ermöglichen, dass Dritte die Gasgebühren übernehmen. Vitalik Buterin, einer der zehn Autoren des Vorschlags, bezeichnete den Fortschritt Anfang September öffentlich als bedeutend.

Dezember 2029 als Deadline für Quantenresistenz

Hinter der Priorisierung steht eine strategische Entscheidung. Der Protocol Cluster der Ethereum Foundation hat laut Protocol Coordination Lead Fredrik Svantes Dezember 2029 als Zieldatum festgelegt, bis zu dem die gesamte Layer-1-Infrastruktur gegen Quantencomputer abgesichert sein soll. Svantes bestätigte, dass dieses Ziel bereits die Bewertung der Hegotá-Vorschläge beeinflusst hat.

Ethereum ist derzeit nicht quantenresistent. Sowohl die Konten der Nutzer als auch die Signaturen der Validatoren basieren auf kryptografischen Verfahren, die von leistungsfähigen Quantenrechnern theoretisch gebrochen werden könnten. Die dafür nötige Hardware existiert zwar noch nicht. Doch die Foundation argumentiert, dass die Migration Jahre dauern wird und deshalb jetzt beginnen muss.

Was ist Quantenresistenz?

Quantenresistenz bezeichnet die Fähigkeit kryptografischer Verfahren, auch Angriffen durch Quantencomputer standzuhalten. Heutige Verschlüsselungsmethoden könnten von künftigen Quantenrechnern deutlich schneller geknackt werden als von herkömmlichen Computern.

Die Arbeit erstreckt sich über mehrere Bereiche: Nutzerkonten, Validatoren, Konsens, Datenverfügbarkeit und Zero-Knowledge-Proof-Systeme. Ein Ethereum-Forscher zeigte laut crypto.news im Juni, dass Post-Quanten-Schutz auf Account-Ebene über Smart-Contract-Logik bereits für rund 0,07 Dollar pro Konto umsetzbar wäre.

Warum das jetzt zählt

Hegotá wäre das erste Ethereum-Upgrade, bei dem die Priorisierung einzelner Vorschläge explizit an eine langfristige Sicherheitsstrategie gekoppelt ist. Die Must-Ship-Einstufung zeigt, dass die Foundation bereit ist, Zeitpläne zu opfern, um strukturelle Risiken nicht aufzuschieben. Von den 62 bewerteten Vorschlägen wurden 28 abgelehnt und 15 als voraussichtlich enthalten eingestuft. Zwei Proposals bleiben offen, bis Daten aus dem vorgelagerten Glamsterdam-Upgrade vorliegen.

Einordnung und Ausblick

Das zuletzt abgeschlossene große Upgrade, Fusaka, ging im Dezember 2025 live und optimierte die Datenverfügbarkeit für Layer-2-Netzwerke. Hegotá verschiebt den Fokus von Skalierung auf Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit. Die Implementierung könnte laut Roadmap Ende 2026 beginnen, nach Abschluss von Glamsterdam.

Ob der ambitionierte Zeitplan bis 2029 hält, wird davon abhängen, wie reibungslos die technisch komplexe Migration über mehrere Protokollschichten verläuft. Sollte die Umsetzung gelingen, hätte Ethereum einen strukturellen Sicherheitsvorsprung gegenüber anderen Layer-1-Netzwerken. Verzögerungen bei einzelnen Teilbereichen – etwa den Zero-Knowledge-Proof-Systemen – könnten den Zeitplan jedoch gefährden. Mit der Festlegung auf Quantenresistenz als verbindliches Ziel hat die Ethereum Foundation eine Richtungsentscheidung getroffen, die das Netzwerk über Jahre prägen wird.

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