Ethereum fällt zum dritten Quartal in Folge – ein historisches Novum
Whale-Verkäufe in Millionenhöhe treffen auf technische Überverkauf-Signale. Doch ausgerechnet die sinkenden Börsenbestände könnten den Abwärtsdruck begrenzen.
CryptoDaily 3 min

Ethereum hat erstmals in seiner Geschichte drei aufeinanderfolgende Verlustquartale verzeichnet
Bei einem aktuellen Kurs von rund 1.560 Dollar liegt ETH etwa 70 Prozent unter dem Allzeithoch.
Großinvestoren ziehen sich zurück
Das Ausmaß der jüngsten Verkäufe fällt auf. Laut On-Chain-Analyst Ali Martinez haben Großinvestoren innerhalb einer Woche ETH im Wert von rund 900 Millionen Dollar abgestoßen. Ein einzelner Wallet-Inhaber veräußerte 2.500 ETH mit einem realisierten Verlust von über vier Millionen Dollar, wie Lookonchain dokumentierte. Solche Verlustverkäufe durch erfahrene Marktteilnehmer gelten als Zeichen für schwindendes Vertrauen in eine kurzfristige Erholung.
Analyst Ted sieht die Marke von 1.700 Dollar als entscheidend. Scheitere eine Rückeroberung dieses Niveaus, steige die Wahrscheinlichkeit für ein neues Tief deutlich. Analyst Crypto with Haris taxiert den realistischen Abwärtsbereich auf 1.200 bis 1.300 Dollar, hält einen Fall unter 1.200 Dollar aber für unwahrscheinlich.
Gegenläufige Signale begrenzen das Bild
Trotz des negativen Trends liefern zwei Datenpunkte ein differenzierteres Bild. Die ETH-Bestände auf zentralen Börsen befinden sich laut CryptoQuant nahe dem Zehn-Jahres-Tief. Weniger verfügbare Coins auf Handelsplattformen bedeuten strukturell weniger unmittelbaren Verkaufsdruck.
Was ist der Relative-Stärke-Index (RSI)? Der RSI ist ein technischer Indikator, der die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Kursbewegungen misst. Werte unter 30 gelten als überverkauft, Werte über 70 als überkauft.
Gleichzeitig notiert der RSI bei rund 30, was technisch als überverkauft gilt und in der Vergangenheit häufig Erholungsbewegungen vorausging. Allerdings ist die saisonale Statistik wenig ermutigend. In sechs von zehn Jahren schloss der Juli für Ethereum im Minus, wie Daten von CoinGlass zeigen. Ein überverkaufter Markt kann länger überverkauft bleiben, als technische Indikatoren nahelegen.
Warum das jetzt zählt
Drei Verlustquartale in Serie sind für Ethereum ohne Präzedenzfall. In früheren Schwächephasen folgte spätestens nach zwei Quartalen eine Stabilisierung oder Gegenbewegung. Dass dieses Muster diesmal gebrochen wurde, signalisiert eine strukturelle Verschiebung in der Marktwahrnehmung. Die parallele Gründung von Ethlabs, einer neuen Nonprofit-Organisation durch fünf ehemalige Ethereum-Foundation-Forscher, understreicht die wachsende Unruhe im Ökosystem über die strategische Ausrichtung des Netzwerks.
Einordnung und Ausblick
Die Kombination aus historischem Negativrekord, Whale-Abverkäufen und schwacher Saisonalität zeichnet ein belastetes Bild. Dem stehen die niedrigen Börsenbestände und technische Überverkauf-Signale gegenüber. Für eine nachhaltige Trendwende müsste ETH die 1.700-Dollar-Marke zurückerobern und neues Kaufinteresse am Spotmarkt anziehen. Bleibt beides aus, rückt die Zone zwischen 1.200 und 1.300 Dollar in den Fokus. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob der historische Dreifachverlust eine Kapitulation markiert oder lediglich eine Zwischenstation war.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.
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