Ethereum-ETFs überflügeln Bitcoin-Fonds im Juli
Institutionelle Anleger bevorzugen erstmals seit Monaten Ether gegenüber Bitcoin – mit messbaren Folgen für den Kurs.
CryptoDaily 3 min

Ethereum-Spot-ETFs haben im Juli 2026 mehr als doppelt so hohe Nettozuflüsse verzeichnet wie ihre Bitcoin-Pendants
Begleitet wurde die Verschiebung von einem Kursanstieg von rund 20 Prozent bei ETH.
ETH-Fonds ziehen konstant Kapital an
Die Zahlen sind eindeutig: Ethereum-Spot-ETFs schlossen den Juli laut CryptoPotato mit Nettozuflüssen von 365 Millionen Dollar ab. Bitcoin-ETFs kamen im selben Zeitraum auf lediglich 172 Millionen Dollar. Besonders auffällig ist die Konstanz auf der Ethereum-Seite. Alle vier vollen Handelswochen im Juli endeten mit positiven Zuflüssen. Bei Bitcoin dagegen drehte die Dynamik im Monatsverlauf: Von anfänglich rund 200 Millionen Dollar in der ersten Woche schmolzen die Zuflüsse auf 34 Millionen in Woche drei zusammen. Die letzte Juliwoche schloss mit Nettoabflüssen von knapp 62 Millionen Dollar, wobei allein der Freitag einen Abzug von 265 Millionen Dollar verzeichnete.
Was ist ein Spot-ETF? Ein börsengehandelter Fonds, der den zugrunde liegenden Vermögenswert – hier Bitcoin oder Ether – direkt hält, statt über Derivate abzubilden. Zuflüsse in solche Fonds führen zu tatsächlichen Käufen am Markt.
Für beide Anlageklassen markiert der Juli eine Erholung nach zwei schwierigen Monaten. Bitcoin-ETFs hatten im Mai und Juni zusammen rund sieben Milliarden Dollar an Abflüssen verzeichnet, Ethereum-ETFs verloren in derselben Phase gut eine Milliarde. Dass die Erholung bei Ethereum deutlich stärker ausfiel, ist bemerkenswert. Noch vor einem Jahr galten Bitcoin-ETFs als unangefochtene Zugpferde des Krypto-Segments bei institutionellen Investoren.
Zuflüsse als Preistreiber
Der Kursanstieg von rund 20 Prozent machte den Juli zum stärksten Monat für Ether seit einem Jahr. Die gleichmäßig verteilten ETF-Zuflüsse über den gesamten Monat legen nahe, dass institutionelle Nachfrage den Anstieg zumindest mitgetragen hat. Wenn ETFs kontinuierlich Ether am Spotmarkt kaufen müssen, um Zuflüsse abzubilden, entsteht struktureller Kaufdruck. Bei Bitcoin fehlte dieses Element in der zweiten Monatshälfte weitgehend.
Allerdings wäre es verkürzt, den gesamten Preisanstieg allein den ETF-Zuflüssen zuzuschreiben. Die Derivatestruktur bei Ethereum hat sich in den Vormonaten deutlich bereinigt. Der Abbau spekulativer Positionen hat den Boden für eine stabilere Aufwärtsbewegung bereitet. Die ETF-Zuflüsse im Juli trafen also auf einen bereits entlasteten Markt.
Warum das jetzt zählt
Die Juli-Daten verschieben die Wahrnehmung im ETF-Markt. Seit der Zulassung der Spot-Produkte galten Bitcoin-Fonds als dominierende Kraft. Dass Ethereum dieses Verhältnis in einem einzelnen Monat umkehren konnte, zeigt eine veränderte Risikobereitschaft bei institutionellen Anlegern. Ob daraus ein dauerhafter Trend wird, bleibt offen.
Einordnung und Ausblick
Ein einzelner Monat reicht nicht, um eine strukturelle Verschiebung zu belegen. Die kumulierten Gesamtzuflüsse in Bitcoin-ETFs liegen mit rund 51 Milliarden Dollar weiterhin in einer anderen Größenordnung. Doch die Signalwirkung ist real: Wenn Ethereum-Produkte bei anhaltend positiver Marktlage konstant mehr Kapital anziehen als Bitcoin-Fonds, dürfte das die Debatte über die relative Positionierung beider Assets unter institutionellen Investoren neu beleben. Fällt die Nachfrage nach ETH-ETFs im August dagegen wieder hinter Bitcoin zurück, wäre der Juli lediglich eine Ausnahme. Entscheidend werden die nächsten Wochendaten.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.
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