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Ethereum ersetzt Poseidon in Post-Quanten-Planung

Die Ethereum Foundation schwenkt auf bewährte Hash-Funktionen um – und gibt damit dem Fahrplan bis 2028 klarere Konturen.

CryptoDaily 3 min

Ethereum ersetzt Poseidon in Post-Quanten-Planung

Ethereum rüstet sich gegen künftige Quantencomputer-Angriffe

Ethereum rüstet sich gegen künftige Quantencomputer-Angriffe und ändert dafür einen zentralen Baustein seiner Architektur. Die Hash-Funktion Poseidon wird zugunsten etablierter Alternativen aufgegeben.

Warum Poseidon fällt

Poseidon galt lange als bevorzugte Lösung für Ethereums geplante Post-Quanten-Systeme, darunter die sogenannte leanVM. Diese soll das Netzwerk künftig in die Lage versetzen, große Transaktionsmengen effizient zu verifizieren. Doch technologische Fortschritte haben die Ausgangslage verändert.

Was ist eine Hash-Funktion?

Eine Hash-Funktion wandelt beliebige Daten in eine Zeichenkette fester Länge um. Sie ist ein Grundbaustein moderner Kryptographie und wird unter anderem zur Absicherung von Transaktionen in Blockchains verwendet.

Ethereum-Researcher Justin Drake begründet den Wechsel damit, dass Verbesserungen bei SNARKs – kompakten kryptographischen Beweisen – den bisherigen Geschwindigkeitsvorteil von Poseidon gegenüber konventionellen Hash-Funktionen wie SHA oder BLAKE eliminiert haben. Die Speziallösung bietet demnach keinen relevanten Mehrwert mehr.

Gleichzeitig sprechen Sicherheitsargumente für den Schwenk. Eigen Labs-CEO Sreeram Kannan stuft hash-basierte Systeme als weniger angriffsgefährdet ein als andere Post-Quanten-Ansätze. Konventionelle Hash-Funktionen seien über Jahre geprüft und daher schneller einsatzbereit. Laut Cointelegraph haben Eigen Labs, die Ethereum Foundation und das ZK-Proof-Unternehmen Succinct die sogenannte Proving-Geschwindigkeit bereits um den Faktor 2,5 gesteigert – ein konkreter Beleg dafür, dass die neuen Bausteine leistungsfähig genug sind.

Was der Fahrplan vorsieht

Eine produktionsreife Version der leanVM wird für 2027 angestrebt. Deployments über Ethereums Konsens-, Daten- und Ausführungsschichten sollen 2028 folgen. Diese Zeitangaben sind ausdrücklich vorläufig. Dennoch konkretisieren sie erstmals, wann quantensichere Mechanismen tatsächlich auf dem Mainnet ankommen könnten.

Was ist Post-Quanten-Kryptographie?

Post-Quanten-Kryptographie bezeichnet Verschlüsselungsverfahren, die auch von leistungsfähigen Quantencomputern nicht gebrochen werden können. Heutige Standardverfahren gelten als potenziell verwundbar gegenüber dieser Technologie.

Die Entscheidung gegen Poseidon reduziert dabei das Risiko im Entwicklungsprozess, weil sie auf Kryptographie setzt, deren Sicherheitseigenschaften besser verstanden sind.

Warum das jetzt zählt

Der Wechsel ist mehr als ein technisches Detail. Er zeigt, dass die Ethereum Foundation ihren Post-Quanten-Fahrplan aktiv an neue Forschungsergebnisse anpasst, statt an frühen Designentscheidungen festzuhalten. Für das Ökosystem bedeutet das einen pragmatischeren Entwicklungsansatz. Ob die ambitionierten Zeitpläne eingehalten werden, bleibt offen. Doch die Richtung ist klarer als zuvor.

Einordnung und Ausblick

Quantencomputer, die heutige Kryptographie brechen könnten, existieren noch nicht in praxisrelevanter Form. Die Vorbereitungen darauf sind dennoch kein theoretisches Projekt. Mehrere Blockchain-Projekte arbeiten an Post-Quanten-Absicherung, und Ethereum positioniert sich mit dem aktuellen Kurswechsel als eines der ersten großen Netzwerke mit einem konkreten Zeitplan. Die Zusammenarbeit mit Eigen Labs und Succinct deutet darauf hin, dass der Entwicklungsprozess breit aufgestellt ist. Das verringert die Abhängigkeit von einzelnen Teams, löst aber nicht die Frage, ob die geplanten Systeme am Ende auch unter realen Bedingungen bestehen.

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