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Ethereum-Bewertung fällt auf Niveau von 2022

Ein Makro-Indikator signalisiert extreme Unterbewertung, während Spot-Käufer und ein massives Deleveraging die Basis für eine mögliche Erholung legen.

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Ethereum-Bewertung fällt auf Niveau von 2022

Ethereum notiert bei rund 2.190 US-Dollar

Ethereum notiert bei rund 2.190 US-Dollar und hat in den vergangenen Monaten deutlich an Boden verloren. Mehrere Indikatoren deuten jedoch darauf hin, dass der Markt eine Bodenbildungsphase durchläuft.

Makro-Indikator auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren

Der Capriole Macro Index Oscillator für Ethereum steht laut Capriole Investments aktuell bei minus 2,42. Ein solches Niveau wurde zuletzt im Sommer 2022 erreicht, als ETH zwischen 1.000 und 1.200 US-Dollar notierte und kurz darauf eine mehrmonatige Erholungsphase einleitete.

Was ist der Capriole Macro Index Oscillator? Ein zusammengesetzter Indikator, der mehrere fundamentale und technische Kennzahlen aggregiert. Er gilt unter Analysten als Gradmesser für strukturelle Unter- oder Überbewertung eines Krypto-Assets.

Historisch markierten vergleichbare Extremwerte keine Zusammenbrüche, sondern Akkumulationsphasen. Im April 2025 etwa fiel der Oscillator in den negativen Bereich, als ETH bei rund 1.500 US-Dollar handelte. Darauf folgte eine Rally über 4.000 US-Dollar. Eine automatische Wiederholung ist daraus nicht abzuleiten. Doch das Signal zeigt, dass der Markt Ethereum derzeit so pessimistisch bewertet wie selten zuvor.

Spot-Käufer dominieren, Derivatemarkt bleibt ruhig

Was die aktuelle Lage von früheren Schwächephasen unterscheidet, ist die Struktur der Nachfrage. Laut Daten von Velo.chart liegt der aggregierte Spot-CVD im April bei plus 184.500 ETH. Das bedeutet, dass Käufer am Spotmarkt seit Monatsbeginn konstant mehr Volumen aufnehmen als Verkäufer.

Was ist Spot-CVD? Das Cumulative Volume Delta misst die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufsvolumen am Spotmarkt über einen bestimmten Zeitraum. Ein positiver Wert zeigt, dass Käufer überwiegen.

Gleichzeitig bleibt der Derivatemarkt vergleichsweise zurückhaltend. Das Open Interest liegt bei rund 4,75 Millionen ETH, die Funding Rate bei plus 0,0052. Beides deutet auf eine leichte Long-Neigung hin, jedoch ohne die aggressive Hebelwirkung, die in der Vergangenheit überhitzte Rallys und anschließende Korrekturen auslöste.

CryptoQuant-Analyst crypto sunmoon beobachtet zudem, dass das Taker-Buy-Sell-Ratio seit vier bis fünf Monaten steigt. Dieses Muster ähnelt nach seiner Einschätzung der Phase vor der Rally im Frühjahr 2025.

Deleveraging im Februar hat den Markt bereinigt

Ein massives Deleveraging-Ereignis im Februar hat den Derivatemarkt bereinigt. Allein auf Binance fiel das ETH Open Interest innerhalb von 30 Tagen um rund 2,13 Milliarden US-Dollar.

Was ist Deleveraging? Der Abbau gehebelter Positionen am Derivatemarkt, häufig durch Zwangsliquidationen. Deleveraging kann kurzfristig Verkaufsdruck erzeugen, bereinigt aber spekulative Überhänge.

Entscheidend ist, was danach passierte: Der Kurs brach nicht weiter ein, sondern stabilisierte sich bei etwa 1.800 US-Dollar. Laut einem CryptoQuant-Bericht von Sebastian Villafuerte wird diese Divergenz zwischen aggressivem Positionsabbau und ausbleibender Preiskorrektur als Zeichen gewertet, dass vorwiegend spekulative Überschusspositionen liquidiert wurden – nicht strukturelle Nachfrage.

Warum das jetzt zählt

Ethereum handelt weiterhin unterhalb der wichtigen gleitenden Durchschnitte bei 50, 100 und 200 Tagen. Der übergeordnete Trend bleibt abwärts gerichtet. Doch unter der Oberfläche verdichten sich Signale, die in früheren Zyklen Wendepunkte markierten: ein extremer Makro-Indikator, anhaltende Spot-Nachfrage ohne Leverage-Exzesse und eine abgeschlossene Marktbereinigung im Derivatebereich.

Einordnung / Ausblick

  • Bullisches Szenario: Eine nachhaltige Rückeroberung der Zone zwischen 2.400 und 2.600 US-Dollar würde nach Einschätzung mehrerer Analysten eine strukturelle Trendumkehr bestätigen. Dort verläuft der 100-Tage-Durchschnitt, und dort liegt das Fair-Value-Gap, das als nächste technische Zielzone diskutiert wird.
  • Bärisches Szenario: Solange dieser Bereich nicht zurückerobert ist, bleibt die Erholung ein Versuch innerhalb eines Abwärtstrends. Das Risiko eines erneuten Rückschlags besteht, insbesondere wenn die Spot-Nachfrage nachlässt oder makroökonomische Schocks den Risikoappetit dämpfen.

Die Datenlage spricht derzeit weder für Euphorie noch für Panik, sondern für eine Phase, in der sich Geduld und Positionierung entscheiden.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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