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Drift-Hacker waschen 63 Millionen Dollar über Tornado Cash

Der nordkoreanische Exploit aus dem April bleibt ungelöst – jetzt schwindet die Hoffnung auf Rückgewinnung der gestohlenen Mittel.

CryptoDaily 3 min

Drift-Hacker waschen 63 Millionen Dollar über Tornado Cash

Wallets, die dem Drift-Protocol-Hack zugeordnet werden

haben erneut rund 25.700 ETH im Wert von etwa 63 Millionen Dollar über den Krypto-Mixer Tornado Cash geschleust. Für die betroffenen Nutzer wird eine Entschädigung damit immer unwahrscheinlicher.

Systematische Verschleierung in Standardtranchen

Die Einzahlungen erfolgten am 20. Oktober in festen Einheiten von 100 und 10 ETH, exakt den Standardpoolgrößen von Tornado Cash.

Was ist Tornado Cash?

Tornado Cash ist ein dezentraler Krypto-Mixer auf der Ethereum-Blockchain. Er verschleiert die Herkunft von Kryptowährungen, indem er Einzahlungen vieler Nutzer in gemeinsamen Pools bündelt und so die Verbindung zwischen Sender und Empfänger trennt.

Die Methode ist nicht neu: Bereits Ende Juli hatten dieselben Wallets rund 23.000 ETH auf ähnlichem Weg geschleust. Laut Arkham Intelligence halten die insgesamt 71 verfolgten Exploit-Adressen nach der jüngsten Bewegung noch etwa 81.400 ETH, umgerechnet knapp 199 Millionen Dollar. Dazu kommen kleinere Bestände in Stablecoins und anderen Token.

Der ursprüngliche Angriff vom 1. April hatte einen Gesamtschaden von rund 296 Millionen Dollar verursacht. Das forensische Unternehmen Mandiant ordnete den Hack im Juni der nordkoreanischen Bedrohungsgruppe UNC6862 zu. Die Angreifer hatten sich über vorab signierte Transaktionen Zugang zu den Administratorrechten des Drift Security Council verschafft.

Entschädigung bleibt bei einem Cent pro Dollar

Drift, das inzwischen unter dem Namen Velocity neu gestartet ist, hatte Anfang Oktober ein Rückzahlungsprogramm eröffnet. Betroffene Nutzer können sogenannte DFX-Token beanspruchen, einen pro Dollar verifiziertem Verlust. Der tatsächliche Auszahlungskurs lag zum Start bei rund 0,01 Dollar pro Token. Wer 10.000 Dollar verloren hat, erhielt also Token im Wert von etwa 100 Dollar.

Der sogenannte Recovery Pool, aus dem die Entschädigungen fließen, speist sich aus eingefrorenen Geldern, Bounty-Zahlungen und einem Anteil der laufenden Protokolleinnahmen von Velocity. Tether hat darüber hinaus eine Unterstützung von bis zu 127,5 Millionen Dollar angekündigt. Doch mit jeder Tranche, die durch Tornado Cash gewaschen wird, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein relevanter Teil der gestohlenen ETH jemals zurückfließt.

Warum das jetzt zählt

Der Fall dokumentiert ein grundlegendes Dilemma im Umgang mit staatlich unterstützten Krypto-Hacks. Obwohl sämtliche Wallet-Adressen öffentlich identifiziert und die Täter einer Gruppe zugeordnet sind, lassen sich die Gelder über dezentrale Mixer weitgehend ungehindert verschleiern. Für die Opfer des Drift-Exploits bedeutet das konkret, dass ihre Verluste vermutlich nicht annähernd gedeckt werden.

Einordnung und Ausblick

Die Drift-Attacke zählt zu den größten DeFi-Hacks des Jahres 2026. Dass die Täter die gestohlenen Mittel schrittweise und methodisch waschen, deutet auf ein langfristig angelegtes Vorgehen hin.

Bullisches Szenario:

Velocity treibt das Recovery-Programm weiter voran. Sollten regulatorische Maßnahmen gegen Tornado Cash greifen oder internationale Strafverfolgung Teile der Mittel einfrieren, könnte der Auszahlungskurs für DFX-Token perspektivisch steigen.

Bärisches Szenario:

Die fortlaufende Verschleierung über Mixer macht eine substanzielle Rückgewinnung zunehmend unrealistisch. Der bisherige Auszahlungskurs von rund einem Cent pro verlorenem Dollar könnte das Maximum bleiben, das Betroffene erhalten.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.

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