Blast stellt Betrieb ein: Ethereum-L2 scheitert an den eigenen Kosten
Das Layer-2-Netzwerk gibt auf, weil die Einnahmen nie die Betriebskosten deckten. Nutzer haben bis 26. Oktober Zeit, ihre Gelder abzuziehen.
CryptoDaily 3 min

Blast, das Ethereum-Layer-2-Netzwerk des Gründers Tieshun Roquerre, wird am 26. Oktober den Betrieb einstellen
Die Begründung: Die laufenden Kosten übersteigen dauerhaft die Einnahmen.
Vom Milliardenprojekt zum wirtschaftlichen Totalschaden
Der Niedergang von Blast lässt sich an zwei Zahlen ablesen. Der Gesamtwert der im Netzwerk hinterlegten Vermögenswerte (TVL) fiel laut DeFiLlama von 2,4 Milliarden Dollar auf rund 32 Millionen Dollar – ein Rückgang von über 98 Prozent. Der native Token BLAST verlor im selben Zeitraum von seinem Höchststand bei 0,80 Dollar auf etwa 0,02 Dollar.
Was ist der TVL? Der Total Value Locked beschreibt den Gesamtwert aller in einem Netzwerk oder Protokoll hinterlegten Vermögenswerte. Er gilt als zentrale Kennzahl für die Nutzung einer Plattform.
Seit Anfang 2025 stagnieren die kumulierten Einnahmen des Netzwerks. Neues Umsatzwachstum blieb über fast zwei Jahre aus.
Gründer Roquerre, in der Szene als Pacman bekannt, bezeichnete die Abschaltung laut AMBCrypto als Enttäuschung. Mike Dudas, Gründer des Risikokapitalgebers 6th Man Ventures, wurde deutlicher. Er nannte den Gründer in einem X-Post extraktiv und kritisierte Investoren, die ihn nicht zur Rechenschaft gezogen hätten. In Teilen der Community kursiert der bislang unbestätigte Vorwurf, Blast sei nach dem Token Generation Event nie auf langfristigen Betrieb angelegt gewesen.
Was Nutzer jetzt beachten müssen
Nach dem 26. Oktober sind verbliebene Vermögenswerte nur noch direkt über das Ethereum-Mainnet abrufbar. Dieser Vorgang erfordert technisches Wissen und ist für durchschnittliche Nutzer deutlich komplizierter als ein gewöhnlicher Transfer. Wer Assets in Lido-basierten Produkten hält, muss zusätzlich mit einer Wartezeit von rund einer Woche rechnen. Blast rät dazu, Gelder vor der Frist eigenständig abzuziehen.
Warum das jetzt zählt
Blast ist kein Einzelfall. Mit BitMart, BitMEX und CoinEX haben 2026 weitere Krypto-Plattformen den Betrieb eingestellt, unter anderem wegen steigender Compliance-Kosten und rückläufiger Einnahmen. Doch Blast trifft einen Nerv, weil das Projekt die grundlegende Schwäche vieler Layer-2-Netzwerke offenlegt: Ohne ausreichende Nutzung generieren sie nicht genug Gebühreneinnahmen, um die Infrastrukturkosten zu decken. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit von L2-Lösungen hängt an dauerhafter Nachfrage nach Transaktionskapazität, nicht an kurzfristigen Kapitalzuflüssen durch Airdrops oder Token-Events.
Einordnung und Ausblick
Das Scheitern von Blast stellt nicht die Layer-2-Technologie insgesamt in Frage. Etablierte Netzwerke wie Arbitrum oder Optimism verarbeiten ein Vielfaches an Transaktionen und generieren laufende Einnahmen. Doch der Fall zeigt, dass der Markt für Ethereum-Skalierungslösungen eine Konsolidierung durchläuft. Projekte, die auf kurzfristige Anreize statt auf organisches Wachstum gesetzt haben, verlieren ihre Existenzgrundlage. Für Nutzer bleibt die unmittelbare Lektion: Gelder auf projektabhängigen Plattformen sind nie vollständig unter eigener Kontrolle.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.
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