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Bitcoin vor 13-Milliarden-Dollar-Optionsverfall: Bären am Drücker

Der Juni-Verfall am 26. Juni könnte den Kurs weiter unter Druck setzen – Liquiditätsdaten und ETF-Abflüsse stützen das bärische Szenario

CryptoDaily 4 min

Bitcoin vor 13-Milliarden-Dollar-Optionsverfall: Bären am Drücker

Bitcoin notiert bei rund 63.000 Dollar

Bitcoin notiert bei rund 63.000 Dollar und steuert auf den größten Optionsverfall des Jahres zu. Am 26. Juni laufen Kontrakte mit einem offenen Volumen von 13 Milliarden Dollar aus.

Optionsmarkt setzt auf fallende Kurse

Allein auf der Derivatebörse Deribit, die laut Cointelegraph rund 79 Prozent des Marktes abdeckt, stehen 6 Milliarden Dollar an Call-Optionen offen. Doch 78 Prozent davon wurden bei Ausübungspreisen von 72.000 Dollar oder höher platziert. Bei einem aktuellen Kurs von 63.000 Dollar werden diese Kontrakte mit hoher Wahrscheinlichkeit wertlos verfallen.

Was sind Call- und Put-Optionen?

Call-Optionen geben das Recht, einen Wert zu einem festgelegten Preis zu kaufen – sie profitieren von steigenden Kursen. Put-Optionen geben das Recht zu verkaufen und profitieren von fallenden Kursen.

Die Put-Seite ist günstiger positioniert: Von den 4,5 Milliarden Dollar an offenen Puts erfordern nur 28 Prozent einen Kursrückgang auf 57.000 Dollar oder tiefer. In allen realistischen Preisszenarien zum Verfallsdatum ergibt sich ein Nettovorteil für die Verkäuferseite zwischen einer und 3,4 Milliarden Dollar. Selbst eine Kursrally von zwölf Prozent ab dem aktuellen Niveau würde das Bild nicht zugunsten der Calls wenden. Der Großteil der bullischen Positionen wurde aufgebaut, als Bitcoin im April und Mai noch über 68.000 Dollar handelte. Seitdem ist der Kurs im Juni um 14 Prozent gefallen.

Verkaufsdruck von mehreren Seiten

Die ungünstige Optionsstruktur trifft auf ein Umfeld, das ohnehin belastet ist. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen laut SoSoValue seit Mitte Mai Nettomittelabflüsse. Zugleich zeigen Daten von CryptoQuant, dass die Exchange-Zuflüsse von mittelgroßen Investoren am 19. Juni auf den niedrigsten Stand seit Anfang April fielen. Rückläufige Zuflüsse auf Börsen signalisieren zwar geringeren unmittelbaren Verkaufsdruck, bedeuten aber keine neue Nachfrage.

Die Kaufimpulse, die Bitcoin im Frühjahr über 73.000 Dollar getrieben hatten, sind versiegt. Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, hatte zwischen April und Mai 62.841 BTC erworben und den Kurs damit maßgeblich gestützt. Zuletzt verkaufte das Unternehmen jedoch 32 BTC. Auch der politische Rückenwind ließ nach: Der Digital Asset PARITY Act, der Mining- und Staking-Erträge steuerfrei gestellt hätte, kam im US-Kongress bislang nicht voran.

Technische Lage und Liquiditätsrisiken

Technisch liegt eine relevante Liquiditätskonzentration bei rund 59.000 Dollar, wo sich gehebelte Long-Positionen im Volumen von etwa 4 Milliarden Dollar bündeln. Ein Unterschreiten dieser Marke könnte Zwangsliquidierungen auslösen.

Was sind Zwangsliquidierungen?

Wenn der Kurs gegen eine gehebelte Position läuft und die hinterlegte Sicherheit nicht mehr ausreicht, schließt die Börse die Position automatisch. Das kann den Kursverfall beschleunigen.

In die andere Richtung liegt die nächste nennenswerte Konzentration erst bei 68.000 Dollar. Der RSI nähert sich der überverkauften Zone, was kurzfristig eine technische Gegenbewegung begünstigen könnte. Mehrere Händler warnen davor, bei diesen Niveaus zu stark auf fallende Kurse zu setzen. Trader LP erwartet eine mögliche Bodenbildung gegen Ende Juni. Analyst Killa hält es für denkbar, dass der Markt die Liquidität unterhalb von 60.000 Dollar antizipiert, ohne das Niveau vollständig zu testen.

Warum das jetzt zählt

Der Optionsverfall am 26. Juni wird die kurzfristige Richtung mitbestimmen. Die strukturelle Dominanz der Put-Seite erhöht das Risiko eines weiteren Rücksetzers. Sollte Bitcoin jedoch die Zone um 59.000 Dollar verteidigen und der Verkaufsdruck aus ETFs nachlassen, könnte der Verfall selbst zum Wendepunkt werden – weil danach massive Absicherungspositionen aus dem Markt fallen.

Einordnung / Ausblick

  • Bärisches Szenario: Die Put-Dominanz setzt sich durch, Bitcoin unterschreitet 59.000 Dollar, Zwangsliquidierungen verstärken den Abwärtsdruck. ETF-Abflüsse halten an, und der Markt findet erst deutlich tiefer einen Boden.
  • Bullisches Szenario: Die 59.000-Dollar-Zone hält, der RSI signalisiert eine überverkaufte Lage, und nach dem Verfall fallen Absicherungspositionen weg. Das könnte Raum für eine Erholung Richtung 68.000 Dollar schaffen, besonders wenn die ETF-Flows drehen.

Die kommende Woche wird zeigen, ob die Bären ihre Strukturvorteile ausspielen können oder ob der Markt den Verfall als Bereinigung nutzt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investition birgt Risiken – eigenständige Recherche wird empfohlen.

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