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Bitcoin verliert 7 Prozent – Optionsmarkt setzt auf 95.000 Dollar

Institutionelle Signale bleiben widersprüchlich: ETF-Abflüsse und schwaches Volumen treffen auf milliardenschwere Call-Positionen

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Bitcoin verliert 7 Prozent – Optionsmarkt setzt auf 95.000 Dollar

Bitcoin fiel innerhalb von drei Tagen

Bitcoin fiel innerhalb von drei Tagen von 87.000 auf 80.393 Dollar und erholte sich auf rund 82.800 Dollar. Der Optionsmarkt zeigt derweil Call-Positionen im Volumen von 4,5 Milliarden Dollar – konzentriert auf 95.000 Dollar.

Schwaches Fundament unter der Erholung

Der Rückgang kam nicht aus dem Nichts. Zwischen dem 5. und 9. Oktober verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs laut Farside Investors Nettoabflüsse von rund 681 Millionen Dollar. Allein am 7. Oktober flossen 487 Millionen Dollar ab, angeführt von BlackRocks IBIT mit 208 Millionen Dollar. Am 9. Oktober drehten die Flows mit bescheidenen 21 Millionen Dollar knapp ins Positive – erneut getragen von IBIT.

Was sind Spot-Bitcoin-ETFs?

Börsengehandelte Fonds, die direkt in Bitcoin investieren und es institutionellen wie privaten Anlegern ermöglichen, über reguläre Börsen an der Kursentwicklung teilzuhaben, ohne selbst Bitcoin zu halten.

Doch das Problem reicht tiefer als einzelne Abflusstage. Laut Glassnode lag das kombinierte Spot- und ETF-Handelsvolumen zuletzt bei durchschnittlich 6,8 Milliarden Dollar täglich – niedriger als an 90 Prozent aller Handelstage seit Anfang 2024. Neue Kapitalzuflüsse aus ETFs, Stablecoins und Unternehmenskassen machten weniger als 40 Prozent des jüngsten Anstiegs der realisierten Marktkapitalisierung aus. Der Rest kam von bestehenden Haltern, die Coins zwischen Wallets verschoben. Die Rallye über 85.000 Dollar basierte damit auf dünner Substanz.

On-Chain-Daten bestätigen die Fragilität. CryptoQuant-Zahlen zeigen, dass zwischen dem 7. und 9. Oktober netto 11.325 BTC auf Börsen flossen – ein Hinweis auf erhöhten Verkaufsdruck. Der Bitcoin Stress Index von Analyst Axel Adler Jr. erreichte am 7. Oktober einen Wochenhöchstwert von 49,9, bevor er auf 7 fiel. Die kritische 55er-Schwelle wurde nicht überschritten – aber der Abstand schrumpft.

4,5 Milliarden Dollar auf steigende Kurse

Gegen diesen vorsichtigen Hintergrund fällt ein Signal aus dem Optionsmarkt auf: Händler haben Call-Optionen im Volumen von 4,5 Milliarden Dollar aufgebaut, konzentriert auf den Strike-Preis von 95.000 Dollar. Bei einem aktuellen Kurs um 83.000 Dollar liegen diese Positionen deutlich aus dem Geld – sie setzen also auf einen Anstieg von mehr als 14 Prozent.

Was sind Call-Optionen?

Finanzkontrakte, die dem Käufer das Recht geben, einen Vermögenswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Aus dem Geld bedeutet, dass der aktuelle Kurs unter dem Strike-Preis liegt und die Option nur profitabel wird, wenn der Kurs deutlich steigt.

Die Konzentration auf ein einzelnes Strike-Level ist bemerkenswert. Sollte sich der Preis Richtung 95.000 Dollar bewegen, müssten Market Maker ihre Absicherungspositionen anpassen und Bitcoin kaufen – ein Mechanismus, der die Aufwärtsbewegung beschleunigen könnte. Glassnode-Daten zeigen zudem, dass Händler im 30-Tage-Durchschnitt netto rund 17 Millionen Dollar täglich mehr auf steigende als auf fallende Kurse setzen.

Allerdings: Wetten sind keine Garantien. Die gleichen Daten zeigen erhebliche Liquidationscluster unterhalb des aktuellen Preises, besonders zwischen 81.700 und 83.300 Dollar. Sollte Bitcoin diese Zone nicht halten, droht ein Rutsch in Richtung 77.700 Dollar. Ein nachhaltiger Anstieg über 83.600 Dollar hingegen würde darauf hindeuten, dass die Korrektur abgeschlossen ist.

Warum das jetzt zählt

Der Markt steht an einer Gabelung, die über kurzfristige Chartbewegungen hinausreicht. Die institutionelle Infrastruktur wächst weiter: Robinhood hat Bitcoin in seine Unternehmensbilanz aufgenommen, Meanwhile schloss eine Finanzierungsrunde über 37,5 Millionen Dollar für Bitcoin-denominierte Lebensversicherungen ab. Bitwise-CIO Matt Hougan bekräftigte seine These, dass Bitcoin langfristig die Marktkapitalisierung von Gold – rund 30 Billionen Dollar – erreichen könnte.

Doch zwischen langfristiger Vision und kurzfristiger Realität klafft eine Lücke. Die Kaufdynamik bei ETFs lässt nach, das Handelsvolumen ist dünn, und die Erholung von den Wochentiefs wirkt bislang verhalten. Gleichzeitig signalisiert der Optionsmarkt, dass große Marktteilnehmer eine deutliche Aufwärtsbewegung für möglich halten – und bereit sind, dafür zu bezahlen.

Ausblick

Bullisches Szenario:

Die Call-Positionen bei 95.000 Dollar spiegeln eine strukturelle Überzeugung institutioneller Marktteilnehmer wider. Sollten die ETF-Zuflüsse wieder anziehen und die CPI-Daten eine nachlassende Inflation bestätigen, könnte ein Gamma-Squeeze die Aufwärtsbewegung beschleunigen.

Bärisches Szenario:

Das dünne Handelsvolumen und die anhaltenden ETF-Abflüsse deuten auf nachlassende Nachfrage hin. Ein Bruch der Unterstützung bei 81.700 Dollar könnte Liquidationen auslösen und den Kurs in Richtung 77.700 Dollar drücken. Die Call-Positionen würden in diesem Fall wertlos verfallen.

In den kommenden Tagen entscheiden CPI- und PPI-Daten über die Zinserwartungen, während die ETF-Flows zeigen werden, ob die zaghaften Zuflüsse vom 9. Oktober eine Trendwende markieren oder nur eine Pause im Abflusszyklus waren.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren.

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