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Bitcoin scheitert an 82.000 $ – US-Jobdaten kippen Zinswette

Bitcoin verlor am Freitag rund 1.400 Dollar, nachdem unerwartet starke US-Arbeitsmarktdaten die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen zunichtemachten.

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Bitcoin scheitert an 82.000 $ – US-Jobdaten kippen Zinswette

162.000 neue Stellen bremsen die Zinsfantasie

Das US-Arbeitsministerium meldete für August 162.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft – deutlich mehr als die erwarteten 56.000. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent. Starke Beschäftigung macht eine Zinssenkung der Federal Reserve auf ihrer Sitzung am 16. September unwahrscheinlicher.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause – also ein Beibehalten des aktuellen Leitzinsniveaus – stieg laut dem Fed-Watch-Tool nach der Veröffentlichung auf 58 Prozent. Zuvor hatte der Markt mit über 50 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Senkung um 25 Basispunkte eingepreist. Fed-Gouverneur Christopher Waller bekräftigte, die Notenbank werde datenabhängig entscheiden.

Bitcoin fiel unmittelbar nach den Daten von 81.300 auf 79.885 Dollar. Die Stundendurchschnittslöhne stiegen auf 37,75 Dollar, was die Inflationssorgen zusätzlich befeuerte.

Die 365-Tage-Linie wird zur Mauer

Der Kursrückgang traf Bitcoin exakt an einer vielbeachteten technischen Marke. Der 365-Tage-Moving-Average – ein gleitender Durchschnitt, der den mittleren Kurs der vergangenen 365 Tage anzeigt – verläuft aktuell bei 82.268 Dollar. Bitcoin prallte am Donnerstag zum dritten Mal innerhalb von sechs Tagen an dieser Linie ab.

Der Coinbase Premium Index, der die Preisdifferenz zwischen Coinbase und globalen Börsen misst und damit die Nachfrage US-amerikanischer Großanleger abbildet, drehte am Freitag ins Negative. Gleichzeitig kletterte die Exchange Whale Ratio – das Verhältnis der zehn größten Einzahlungen auf Börsen zum Gesamtvolumen – auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Beide Signale deuten darauf hin, dass institutionelle Anleger Gewinne mitnahmen.

CryptoQuant-Daten zeigen einen Apparent-Demand-Indikator von minus 730,8 Millionen Dollar. Dieser misst die Differenz zwischen neuem Angebot und unbewegten Beständen. Das bedeutet: Mehr Bitcoin werden auf Börsen bewegt, als neues Kaufinteresse aufnehmen kann.

Warum das jetzt zählt

Seit dem Zollschock vom April pendelt Bitcoin in einer Spanne zwischen 75.000 und 83.000 Dollar. Makrodaten dominieren derzeit die Kursrichtung stärker als On-Chain-Signale. Die Arbeitsmarktdaten vom Freitag haben die Zinswette kurzfristig gekippt und damit den wichtigsten Kurstreiber der vergangenen Wochen neutralisiert.

Einordnung und Ausblick

Bull-Szenario: Sollte die nächste Inflationszahl niedriger ausfallen als erwartet, könnte die Zinssenkungsfantasie zurückkehren. Der CLARITY Act, der die regulatorische Zuständigkeit zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Derivateaufsicht CFTC klären soll, passierte diese Woche den Senatsausschuss und könnte institutionelles Kapital anziehen. Ein Ausbruch über 82.800 Dollar würde das technische Bild drehen.

Bear-Szenario: Hält die Zinspause an, verliert der sogenannte Debasement Trade an Kraft – also die These, dass Anleger Bitcoin kaufen, weil lockere Geldpolitik den Dollar entwertet. Fällt der Kurs unter 78.600 Dollar, liegt die nächste technische Auffangzone bei 75.500 Dollar.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investition in Kryptowährungen birgt erhebliche Risiken, einschließlich des möglichen Totalverlusts.

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