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Bitcoin ringt um 70.000 Dollar – schwache US-Nachfrage als Schlüsselrisiko

Ein negativer Coinbase-Spread signalisiert fehlende institutionelle Käufer aus den USA und stellt die aktuelle Preisstabilisierung infrage.

CryptoDaily 3 min

Bitcoin ringt um 70.000 Dollar – schwache US-Nachfrage als Schlüsselrisiko

Bitcoin pendelt seit einer Woche zwischen 67.700 und 71.600 Dollar

Das entscheidende Signal kommt nicht vom Chart, sondern von der Nachfrageseite: US-Investoren zahlen derzeit weniger für Bitcoin als der Rest der Welt.

Wenn Amerika nicht kauft, fehlt das Fundament

Der Coinbase-Binance-Spread bezeichnet die Preisdifferenz zwischen der größten US-Börse Coinbase und der globalen Leitbörse Binance. Dieser Spread liegt seit Wochen im negativen Bereich. Aktuell notiert Bitcoin auf Coinbase rund 214 Dollar unter dem Binance-Preis.

Was klingt wie eine Fußnote, ist ein strukturelles Warnsignal. Historisch gingen die stärksten Bitcoin-Rallyes mit einer positiven Coinbase-Prämie einher – einem Aufpreis, den US-Institutionen bereit waren zu zahlen. Das aktuelle inverse Bild deutet laut CryptoQuant-Daten auf geringere institutionelle Partizipation in den USA hin. Entscheidend ist dabei nicht aktiver Verkaufsdruck, sondern das Ausbleiben von Kaufvolumen. Solange dieser Spread negativ bleibt, fehlt dem Markt eine seiner wichtigsten Nachfragesäulen.

Optionsverfall und geopolitisches Sentiment als Kurzfrist-Treiber

Am Freitag verfallen Bitcoin-Optionen im Wert von 18,6 Milliarden Dollar – der größte Verfall seit Wochen. Die Struktur begünstigt die Bären: Rund 92 Prozent der Call-Optionen auf Deribit würden beim aktuellen Kursniveau wertlos verfallen.

Was sind Call-Optionen? Call-Optionen geben dem Käufer das Recht, einen Vermögenswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Verfallen sie wertlos, bedeutet das, dass der Marktpreis unter dem vereinbarten Kaufpreis geblieben ist – die Käufer haben ihre Wette verloren.

Erst ein Anstieg auf 75.000 Dollar würde den Verfall zugunsten der Bullen kippen. Gleichzeitig treiben geopolitische Schlagzeilen das Sentiment. Santiment-Daten zeigen zwei ausgeprägte Optimismus-Spitzen in den vergangenen Wochen, jeweils ausgelöst durch Signale einer möglichen Konfliktpause. Die Plattform warnt allerdings, dass diese Kursgewinne sentimentgetrieben sind und bei einer Verschlechterung der Lage schnell korrigieren könnten.

Genau hier liegt der kritische Punkt.

Warum das jetzt zählt

Bitcoin befindet sich in einer Phase, in der weder Bullen noch Bären die Oberhand gewinnen. Die technische Lage ist klar eingegrenzt: Widerstand bei 74.000 bis 75.000 Dollar, Unterstützung bei 70.000 Dollar. Ein Bruch nach unten würde 65.000 Dollar als nächste relevante Zone ins Spiel bringen. Auf der Angebotsseite liegen die OTC-Reserven der Miner laut On-Chain-Analyst Axel Adler nahe dem Mehrjahrestief – ein echter Angebotsengpass ist bislang jedoch nicht eingetreten, da der Verkaufsdruck über Börsen erhöht bleibt.

Einordnung / Ausblick

Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Optionsverfall und die geopolitische Nachrichtenlage ausreichen, um die Seitwärtsphase aufzubrechen. Im bärischen Szenario hält der negative Coinbase-Spread an, die US-Nachfrage bleibt schwach und ein Bruch unter 70.000 Dollar öffnet den Weg Richtung 65.000 Dollar. Im bullischen Szenario dreht der Spread ins Positive, institutionelles Kaufinteresse kehrt zurück und ein Ausbruch über 75.000 Dollar liefert neues Momentum.

Solange der Coinbase-Spread negativ bleibt, ist die Botschaft dieselbe: Ohne Rückkehr der US-Nachfrage fehlt dem Markt das Fundament für eine nachhaltige Erholung.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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