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Bitcoin nach dem Crash: Drei Signale sollen den Boden bestätigen

Standard Chartered benennt konkrete Indikatoren – Iran-Abkommen und ETF-Wende liefern erste Hinweise

CryptoDaily 3 min

Bitcoin nach dem Crash: Drei Signale sollen den Boden bestätigen

Bitcoin hat sich nach dem schärfsten Wocheneinbruch seit dem FTX-Kollaps auf rund 63.700 Dollar stabilisiert. Jetzt richtet sich der Blick auf drei Faktoren, die laut Standard Chartered das zyklische Tief bestätigen könnten.

Drei Bedingungen für den Boden

Geoff Kendrick, Leiter der Digital-Assets-Forschung bei Standard Chartered, sieht das zyklische Preistief bei etwa 59.000 Dollar – ein Rückgang von 53 Prozent gegenüber dem Allzeithoch von 126.000 Dollar. Ob dieser Boden hält, macht er an drei Bedingungen fest:

  1. Erstens müsse Strategy, das Unternehmen von Michael Saylor, wieder Bitcoin kaufen.
  2. Zweitens sollten Spot-Bitcoin-ETFs positive Zuflüsse verzeichnen.
  3. Drittens müssten die Ölpreise weiter fallen.

Tatsächlich liefern alle drei Indikatoren erste Hinweise. Am Freitag flossen laut SoSoValue-Daten 85,8 Millionen Dollar netto in Spot-Bitcoin-ETFs zurück – nach fünf aufeinanderfolgenden Abflusstagen. Fidelity führte mit rund 42 Millionen Dollar, BlackRock folgte mit etwa 35 Millionen. Am Sonntag postete Michael Saylor auf X ein Dot-Chart mit dem Kommentar Still adding dots – ein wiederkehrendes Signal für bevorstehende Käufe. Und Rohöl-Futures fielen am Freitag den zweiten Tag in Folge.

Allerdings bleibt Vorsicht geboten. Ein einzelner positiver ETF-Tag durchbricht keinen Fünf-Tage-Trend. Und Saylors jüngste Bilanz ist weniger eindeutig als gewohnt: Anfang Juni verkaufte Strategy laut einer SEC-Einreichung erstmals seit 2022 insgesamt 32 Bitcoin.

Geopolitik als Katalysator

Über das Wochenende kam ein Faktor hinzu, den Kendricks Analyse noch nicht enthielt. US-Präsident Trump verkündete am Samstag ein Abkommen mit dem Iran, das die Öffnung der Straße von Hormuz und den Stopp der iranischen Atomwaffenentwicklung vorsieht. Eine Unterzeichnungszeremonie ist für den 19. Juni in der Schweiz angekündigt.

Die Marktreaktion war unmittelbar. Bitcoin stieg innerhalb einer Stunde um rund zwei Prozent über 65.000 Dollar – erstmals seit dem 4. Juni. Gleichzeitig wurden laut CoinGlass Short-Positionen im Wert von 170 Millionen Dollar liquidiert.

Für den dritten Kendrick-Indikator ist die Nachricht ebenfalls relevant: Rund 20 Prozent des weltweiten Öls passieren die Straße von Hormuz. Deren Öffnung dürfte den Abwärtsdruck auf Ölpreise verstärken.

Eine offizielle Bestätigung seitens des Iran liegt bislang jedoch nicht vor. Sollte das Abkommen scheitern, könnte die geopolitische Risikoprämie schnell zurückkehren.

Warum das jetzt zählt

Der Bybit-Wochenbericht ordnet den vorangegangenen Einbruch von 73.760 auf 59.130 Dollar als Kapitulationsereignis ein. Der RSI fiel auf 15,45 – den extremsten Überverkauft-Wert dieses Zyklus. Historisch gingen solche Niveaus technischen Erholungen voraus, sie bestätigen aber kein Markttief.

Einordnung und Ausblick

Genau hier setzt Kendricks Rahmen an. Die drei Indikatoren liefern keine Garantie, aber ein überprüfbares Raster: Kaufen institutionelle Akteure wieder? Fließt Kapital zurück in ETFs? Entspannt sich die Makrolage über sinkende Energiepreise?

Zwei der drei Bedingungen zeigen erste positive Signale. Der entscheidende Test folgt in dieser Woche, wenn Strategy sein Montagsupdate veröffentlicht und die ETF-Flows über mehrere Sitzungen hinweg zeigen müssen, ob der Freitag eine Trendwende oder eine Anomalie war.

Bullisches Szenario

Alle drei Indikatoren bestätigen sich – Strategy kauft nach, ETF-Zuflüsse halten an und das Iran-Abkommen drückt die Ölpreise weiter. In diesem Fall dürfte sich die Erholung über 65.000 Dollar festigen.

Bärisches Szenario

Das Iran-Abkommen scheitert, ETF-Zuflüsse bleiben ein Einzelereignis und Strategy hält sich zurück. Ein erneuter Test der 59.000-Dollar-Marke wäre dann nicht auszuschließen.

Zwischen Kapitulation und Stabilisierung liegt ein schmaler Grat. Die Datenlage spricht für vorsichtige Entspannung, nicht für Entwarnung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen. Eigene Recherche ist unerlässlich.

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