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Bitcoin fällt unter 83.000 Dollar – Ölschock und Rekord-Renditen lösen Ausverkauf aus

Steigende Ölpreise und US-Anleiherenditen auf Höchstständen seit 2002 erzwingen eine Neubewertung von Risiko – Bitcoin verliert die technische Schlüsselmarke bei 84.000 Dollar.

CryptoDaily 4 min

Bitcoin fällt unter 83.000 Dollar – Ölschock und Rekord-Renditen lösen Ausverkauf aus

Bitcoin fällt auf tiefsten Stand im Oktober

Bitcoin ist am Mittwoch auf 82.776 Dollar gefallen, den tiefsten Stand im bisherigen Oktober. Der Auslöser ist ein makroökonomischer Doppelschlag aus steigenden Ölpreisen und Rekord-Anleiherenditen.

Renditen auf Höchstständen seit 2002 – Fed signalisiert weiteren Zinsschritt

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 5,36 Prozent, die 30-jährige auf 5,73 Prozent – beides die höchsten Werte seit über zwei Jahrzehnten. Eine Auktion über 39 Milliarden Dollar wurde laut Cointelegraph mit der höchsten Rendite seit November 2000 durchgeführt. Das veröffentlichte Protokoll der September-Sitzung der US-Notenbank bestätigte, was der Markt befürchtet hatte: Die Mehrheit der Mitglieder hält eine weitere Zinserhöhung noch in diesem Jahr für angemessen. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh bezeichnete die Rückführung der Inflation auf zwei Prozent als weiterhin bedeutende Herausforderung.

Brent-Rohöl durchbrach die Marke von 102 Dollar pro Barrel, nachdem Iran laut Reuters Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus ausweitete. Steigende Energiepreise schüren die Erwartung, dass die Fed den restriktiven Kurs beibehält.

Was sind Opportunitätskosten?

Opportunitätskosten bezeichnen den entgangenen Ertrag, der durch die Wahl einer Alternative entsteht. Steigen Anleiherenditen, wird das Halten von Bitcoin relativ unattraktiver, weil sichere Zinspapiere höhere Erträge bieten.

Für Bitcoin entsteht daraus doppelter Gegenwind. Der S&P 500 gab 0,6 Prozent nach, Gold verlor 1,5 Prozent. Bitcoin reagierte am stärksten: Innerhalb von 24 Stunden wurden laut Coinglass rund 644 Millionen Dollar an Long-Positionen im Kryptomarkt liquidiert.

Technischer Bruch bei 84.000 Dollar – doch strukturelle Signale widersprechen

Die Marke von 84.000 Dollar hatte eine besondere Bedeutung. Bitfinex hatte sie in einer Research-Note als größten Kosten-Cluster im Markt identifiziert – jene Zone, in der die meisten Bitcoin zuletzt den Besitzer wechselten. Der Kurs durchbrach diese Schwelle in zwei Schüben, zunächst in der asiatischen Handelssitzung und dann zur US-Eröffnung. Nur 9 von 125 beobachteten Token notierten im Plus.

Gleichzeitig liefern die Daten abseits des Preises ein widersprüchliches Bild. AMBCrypto berichtet unter Berufung auf Santiment-Daten: Am 5. Oktober verließen 24.073 Bitcoin die Handelsplattformen, der größte Tagesabfluss seit sieben Monaten. Der Anteil der auf Börsen gehaltenen Bitcoin sank auf rund 6,5 Prozent des Gesamtangebots. Wallets mit Beständen zwischen 10 und 10.000 Bitcoin akkumulierten innerhalb von drei Wochen knapp 87.000 Bitcoin. Diese Bewegungen deuten darauf hin, dass Großhalter den Rücksetzer nutzen, um Bestände in langfristige Verwahrung zu verschieben.

Warum das jetzt zählt

Der aktuelle Rückgang ist keine isolierte Krypto-Korrektur, sondern Teil einer globalen Neubewertung von Risikoprämien. Die Kombination aus geopolitisch getriebenen Energiepreisen, Rekord-Anleiherenditen und einer Fed, die weitere Straffung signalisiert, trifft alle spekulativen Anlageklassen. Für Bitcoin kommt erschwerend hinzu, dass die ETF-Zuflüsse auf 241 Millionen Dollar pro Woche eingebrochen sind. Am 6. und 7. Oktober verzeichneten Bitcoin-ETFs sogar Nettoabflüsse von rund 90 Millionen Dollar.

Einordnung / Ausblick

Die nächsten Tage werden zeigen, ob die Zone um 81.000 bis 82.000 Dollar als Boden hält. Dort konvergieren der 200-Tage-Durchschnitt und das 50-Prozent-Fibonacci-Retracement.

Was ist ein Fibonacci-Retracement?

Ein technisches Analysewerkzeug, das auf mathematischen Verhältniszahlen basiert. Händler nutzen es, um potenzielle Unterstützungs- und Widerstandszonen nach einer Kursbewegung zu identifizieren.

Die Veröffentlichung der September-Inflationsdaten am 14. Oktober gilt als nächster potenzieller Katalysator. Fallen die Zahlen höher aus als erwartet, dürfte die Wahrscheinlichkeit einer Oktober-Zinserhöhung steigen, die derzeit bei rund 20 Prozent liegt. Ein Rückgang der Inflation hingegen könnte den Druck auf Anleiherenditen und damit auf Bitcoin lindern.

Bull-Szenario

  • Sinkende Börsenbestände
  • institutionelle Akkumulation
  • die historisch schwache Korrelation zwischen Bitcoin-Renditen und Zinsniveaus

Diese Faktoren sprechen dafür, dass der aktuelle Preisrückgang den übergeordneten Trend nicht bricht. CryptoSlate-Daten zeigen, dass die Korrelation zwischen täglichen Bitcoin-Renditen und Zinsänderungen seit 2017 nahe null liegt. Bitcoin stieg seit Januar 2024 um 84 Prozent, obwohl die Nominalrenditen im gleichen Zeitraum um 127 Basispunkte zulegten.

Bear-Szenario

Hält der makroökonomische Gegenwind an und brechen die ETF-Zuflüsse weiter ein, könnte der Kurs die Unterstützung bei 81.000 Dollar testen. Weitere Liquidationskaskaden wären bei einem Bruch dieser Marke wahrscheinlich.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren.

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