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Bitcoin fällt unter 82.000 Dollar – Ölpreis und Tech-Ausverkauf treffen den Markt

Steigende Energiepreise und schwache Tech-Quartalszahlen drücken Bitcoin an die durchschnittliche Einstandsbasis der ETF-Halter. Die nächsten Tage entscheiden, ob das Niveau hält.

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Bitcoin fällt unter 82.000 Dollar – Ölpreis und Tech-Ausverkauf treffen den Markt

Bitcoin verliert an Wert

Bitcoin verlor am Donnerstag rund vier Prozent und fiel zeitweise auf 81.331 Dollar. Damit wurden die Gewinne der beiden Vortage vollständig ausgelöscht. Noch am Mittwochabend hatte der Kurs knapp 85.000 Dollar erreicht, gestützt durch positive Stimmung nach starken SpaceX-Quartalszahlen. Doch der Rückschlag kam schnell, ausgelöst durch eine Kombination aus steigenden Ölpreisen und einem breiten Abverkauf im Technologiesektor. Der Nasdaq verlor 2,3 Prozent, der S&P 500 gab 1,3 Prozent nach. Die Nervosität ist messbar: Der Volatilitätsindex VIX – ein Maß für die erwartete Schwankungsbreite am US-Aktienmarkt – stieg um über 14 Prozent auf 19,04.

Ölpreis als Inflationsbeschleuniger

Hinter dem Druckaufbau steht vor allem der Rohölmarkt. Brent-Öl notiert laut Investing.com über 110 Dollar pro Barrel, angetrieben durch Angriffe auf saudi-arabische Infrastruktur und wachsende Sorgen über Versorgungsunterbrechungen im Nahen Osten. Für Bitcoin-Anleger ist das relevant, weil steigende Energiepreise die Inflation befeuern und damit den Spielraum der US-Notenbank für Zinssenkungen einschränken. Die Fed hat Inflationsbekämpfung wiederholt als oberste Priorität erklärt. Höhere Zinsen entziehen Risikoassets Liquidität, Bitcoin eingeschlossen.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen näherte sich zuletzt der Marke von fünf Prozent. Anleihen fungieren damit wieder als Ausweichinvestition, Kapital fließt aus Aktien und Kryptowerten ab. Gleichzeitig belasten enttäuschende Quartalsergebnisse im US-Technologiesektor die Stimmung. Wachsende Zweifel an der Rentabilität großer KI-Investitionen treffen auf ein ohnehin fragiles Marktumfeld.

ETF-Kostenbasis wird zum Stresstest

Bitcoin testet damit ein Niveau, das über die reine Charttechnik hinaus Bedeutung hat. Nach Schätzungen des On-Chain-Analysehauses Glassnode liegt die durchschnittliche Einstandsbasis der US-Spot-Bitcoin-ETF-Halter bei rund 81.500 Dollar.

Was ist die ETF-Kostenbasis?

Sie beschreibt den durchschnittlichen Kaufpreis, den alle Halter eines börsengehandelten Fonds für ihre Anteile bezahlt haben. Fällt der Marktpreis darunter, befinden sich diese Anleger rechnerisch im Verlust.

Diese Marke hatte bereits Mitte Oktober als Unterstützung funktioniert und diente im Mai 2024 als Widerstand, der die damalige Rally begrenzte. Solange Bitcoin oberhalb dieses Niveaus bleibt, befinden sich die institutionellen ETF-Käufer im Gewinn. Ein nachhaltiger Bruch darunter könnte Verkaufsdruck auslösen.

Bitfinex Alpha prognostiziert für die Tage bis zur Fed-Sitzung am 28. Oktober eine Handelsspanne zwischen 81.300 und 84.400 Dollar. Ein Schlusskurs unter 81.300 Dollar erhöht laut den Analysten das Risiko einer Bewegung Richtung des Oktober-Tiefs bei 79.821 Dollar. Für einen Ausbruch nach oben wären nachhaltige ETF-Zuflüsse notwendig. In den drei Handelstagen bis Mittwoch flossen laut Farside Investors rund 1,07 Milliarden Dollar netto in die Spot-Bitcoin-ETFs. Der Oktober steht damit nach vorherigen Abflüssen wieder rund 460 Millionen Dollar im Plus. Ob diese Zuflüsse den aktuellen Preisdruck auffangen können, bleibt offen.

Einordnung / Ausblick

Das Prognosebild ist gespalten. Kalshi-Trader bewerten die Wahrscheinlichkeit eines neuen Bitcoin-Allzeithochs bis Mitte Januar 2027 mit nur drei Prozent. Einige Analysten bezweifeln, dass Bitcoin die 100.000-Dollar-Marke vor Jahresende nachhaltig überschreiten wird.

Auf der anderen Seite notiert Bitcoin weiterhin oberhalb seines 365-Tage-Durchschnitts. Im Vormonat hatte der Markt sowohl eine Fed-Zinserhöhung als auch das Scheitern des Clarity Act zur Kryptoregulierung ohne nachhaltige Kursverluste absorbiert. Die strukturelle Widerstandsfähigkeit ist vorhanden, wird aber durch das aktuelle Makroumfeld auf die Probe gestellt.

Bullisches Szenario

  • Die ETF-Kostenbasis bei 81.500 Dollar hält,
  • die Zuflüsse setzen sich fort, und
  • die Fed signalisiert am 28. Oktober eine abwartende Haltung.

Bitcoin könnte sich in Richtung 84.000–85.000 Dollar stabilisieren.

Bärisches Szenario

  • Ein Schlusskurs unter 81.300 Dollar löst Verkaufsdruck der ETF-Halter aus.
  • In Kombination mit weiter steigenden Ölpreisen und restriktiver Fed-Rhetorik droht ein Test des Oktober-Tiefs bei rund 79.800 Dollar.

Warum das jetzt zählt

Die kommenden Tage stehen im Zeichen zweier Termine: Am 28. Oktober entscheidet die Fed über die Zinspolitik, am 3. November finden die US-Midterm-Wahlen statt, bei denen Inflation das dominante politische Thema ist. Beide Ereignisse haben das Potenzial, die Richtung für Bitcoin bis Jahresende vorzugeben. Das Schlüsselniveau bleibt die ETF-Kostenbasis um 81.500 Dollar. Hält diese Zone, hat Bitcoin die Grundlage für eine Stabilisierung. Fällt sie, dürften sowohl technische als auch psychologische Verkaufswellen folgen.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Kryptowährungen sind volatile Anlageklassen. Eigene Recherche wird empfohlen.

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