CryptoDaily
bitcoin

Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar: ETF-Milliarden treffen auf Zinsangst

Starke Arbeitsmarktdaten und ein drohender Fed-Zinsschritt bremsen die Erholung – trotz Rekordzuflüssen in Spot-ETFs

CryptoDaily 4 min

Bitcoin fällt unter 80.000 Dollar: ETF-Milliarden treffen auf Zinsangst

Bitcoin hat den Ausbruch über 82.000 Dollar nicht halten können

Starke US-Jobdaten haben die Erwartung einer Zinserhöhung wiederbelebt und den Kurs zurück unter 80.000 Dollar gedrückt.

730 Millionen Dollar an einem Tag – und trotzdem kein Ausbruch

Am 3. September erlebten US-Spot-Bitcoin-ETFs den stärksten Einzeltag seit acht Monaten. Allein BlackRocks IBIT absorbierte laut SoSo-Value-Daten rund 454 Millionen Dollar, gefolgt von ARK 21Shares mit 138 Millionen und Fidelity mit 74 Millionen Dollar. Über vier Handelstage summierten sich die Nettozuflüsse auf etwa eine Milliarde Dollar.

Was ist ein Spot-Bitcoin-ETF? Ein börsengehandelter Fonds, der direkt in Bitcoin investiert und es institutionellen wie privaten Anlegern ermöglicht, über reguläre Börsen an der Kursentwicklung teilzuhaben.

Auslöser war Fed-Gouverneur Christopher Waller. Seine Äußerung vom selben Tag, den Leitzins zunächst auf dem aktuellen Niveau zu belassen, interpretierten Märkte als Signal für eine lockere Geldpolitik. Kapital floss in Risikoassets, Bitcoin erreichte kurzzeitig ein Dreimonatshoch bei 82.178 Dollar.

Doch der Impuls verpuffte innerhalb von 48 Stunden. Die 80.000-Dollar-Marke wurde nicht als neue Unterstützung gehalten. Technische Indikatoren bestätigen das Bild: Der ADX liegt bei nur 16,5 und signalisiert fehlende Trendstärke, das MACD-Histogramm schwächt sich ab. Bitcoin handelt in einer engen Spanne zwischen 78.700 und 81.800 Dollar, ohne klare Richtung.

Was ist der ADX? Der Average Directional Index misst die Stärke eines Trends, unabhängig von dessen Richtung. Werte unter 20 deuten auf einen schwachen oder fehlenden Trend hin.

Arbeitsmarkt kippt die Stimmung

Die Wende kam am Freitag. Die US-Wirtschaft schuf im August 162.000 neue Stellen – fast dreimal so viele wie die von Ökonomen erwarteten 56.000. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,1 Prozent stabil. Für die Fed bedeutet das: Der Arbeitsmarkt ist zu stark für eine Zinspause.

Die Reaktion war unmittelbar. Zinsfutures preisen laut Investing.com kurzzeitig eine Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent für eine Erhöhung beim Fed-Treffen am 15. und 16. September ein, bevor sich der Wert bei rund 58 Prozent einpendelte. Bitcoin fiel auf 79.650 Dollar, ein Rückgang von 2,1 Prozent in 24 Stunden.

Der Zusammenhang ist direkt: Höhere Zinsen machen risikolose Anlagen attraktiver und entziehen spekulativen Assets Kapital. Die reale Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 2,4 Prozent – ein Niveau, das den Anreiz für alternative Wertaufbewahrung wie Bitcoin strukturell dämpft.

Strategy hält dagegen, doch das Makro dominiert

Nicht alle Marktteilnehmer lassen sich vom Gegenwind abschrecken. Strategy-CEO Phong Le bekräftigte laut news.bitcoin.com diese Woche, das Unternehmen habe weder bei 60.000 noch bei 80.000 Dollar verkauft und werde es auch künftig nicht tun. Mit 528.185 Bitcoin und einem Durchschnittskaufpreis von rund 67.500 Dollar bleibt Strategy der größte börsennotierte Halter weltweit. Das Unternehmen finanziert seine Käufe über Aktienemissionen und Wandelanleihen.

Was ist eine Wandelanleihe? Eine Unternehmensanleihe, die der Inhaber zu festgelegten Bedingungen in Aktien des Emittenten umtauschen kann. Sie kombiniert Eigenschaften von Fremd- und Eigenkapital.

Strategische Käufer mit langem Horizont sehen die aktuellen Kurse als Gelegenheit. Doch kurzfristig setzt die Makroökonomie den Takt. Die kommenden Tage bringen mit dem Erzeugerpreisindex am 10. September und den Verbraucherpreisen am 11. September weitere Datenpunkte, die über die Zinserwartung entscheiden dürften.

Warum das jetzt zählt

Die Gleichzeitigkeit von Rekord-ETF-Zuflüssen und fallenden Kursen zeigt, dass institutionelle Nachfrage allein nicht ausreicht, um makroökonomischen Gegenwind zu überwinden. Solange die Fed-Zinspolitik unklar bleibt, dominiert die Unsicherheit. Für den breiteren Kryptomarkt ist Bitcoin nach wie vor der Taktgeber – fällt die Leitwährung, folgen Altcoins in der Regel nach.

Einordnung / Ausblick

  • Bullisches Szenario: Ein nachhaltiger Sprung über 82.000 Dollar würde den Weg Richtung 85.000 Dollar öffnen. Schwächer als erwartet ausfallende Inflationsdaten am 11. September könnten eine Zinserhöhung unwahrscheinlicher machen und Risikoassets stützen.
  • Bärisches Szenario: Fällt die Unterstützung bei 78.100 Dollar, rückt das 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 72.900 Dollar ins Blickfeld. Bestätigen die Inflationsdaten den Zinserhöhungskurs, dürfte weiterer Abgabedruck folgen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren.

Bitcoin Kurs · Bitcoin ETF Zuflüsse · Bitcoin unter 80000 · Fed Zinserhöhung Bitcoin · Spot Bitcoin ETF · BlackRock IBIT · Bitcoin Kursanalyse · Bitcoin Makroökonomie · Strategy Bitcoin · Bitcoin Technische Analyse