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Bitcoin fällt unter 71.000 Dollar nach Hormuz-Blockade

US-Iran-Eskalation treibt Öl auf 105 Dollar und drückt Krypto – Zinssenkungen rücken in weite Ferne

CryptoDaily 3 min

Bitcoin fällt unter 71.000 Dollar nach Hormuz-Blockade

Die US-Seeblockade der Straße von Hormuz und ihre Auswirkungen auf Bitcoin

Die US-Seeblockade der Straße von Hormuz hat Bitcoin unter 71.000 Dollar gedrückt und Rohöl auf 105 Dollar getrieben. Für Krypto-Anleger verschärft sich damit der Konflikt zwischen steigender Inflation und ausbleibenden Zinssenkungen.

Blockade verschiebt die Risikolandschaft

Trump bestätigte die Blockade am Samstag über Truth Social. Die US-Marine soll Schiffe abfangen, die Iran Transitgebühren zahlen, und von Iran gelegte Seeminen beseitigen. Der Auslöser: Iran weigerte sich bei Gesprächen in Islamabad, sein Nuklearprogramm zu beenden, und stellte stattdessen Forderungen nach Kriegsreparationen und der Freigabe eingefrorener Vermögenswerte.

Die Straße von Hormuz wickelt rund ein Fünftel des globalen Ölhandels ab. Innerhalb von 30 Minuten nach Öffnung der US-Futures-Märkte stieg Rohöl um 9,5 Prozent. Bitcoin sackte zunächst auf 70.623 Dollar ab und pendelt aktuell um 71.200 Dollar.

Laut CoinGlass-Daten wurden in 24 Stunden knapp 350 Millionen Dollar an überwiegend Long-Positionen liquidiert. Iranische Medien berichten, dass derzeit keine weiteren Verhandlungsrunden geplant sind.

Inflation steigt, Zinssenkung verschwindet vom Tisch

Die geopolitische Eskalation trifft auf ein ohnehin fragiles Makro-Umfeld. Der jüngste CPI-Bericht des Bureau of Labor Statistics zeigt einen Anstieg der US-Inflation von 2,4 auf 3,3 Prozent. Die Ölpreiskomponente verzeichnete dabei den stärksten Zuwachs seit 60 Jahren. Der Kobeissi Letter prognostiziert bei anhaltender Schließung der Meerenge eine Inflation von über vier Prozent.

Für die Geldpolitik bedeutet das: Stillstand. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen bei den nächsten beiden FOMC-Sitzungen im April und Juni bei über 98 Prozent. Selbst für Juli zeigt das Tool nur eine Wahrscheinlichkeit von knapp 34 Prozent für eine Senkung um 25 Basispunkte. Das FOMC-Protokoll der März-Sitzung schließt eine Zinserhöhung in diesem Jahr ausdrücklich nicht aus, sollte die Inflation dauerhaft über dem Zwei-Prozent-Ziel verharren. Nic Puckrin vom Coin Bureau rechnet nicht vor Ende des dritten Quartals mit einer Lockerung.

Was jetzt zählt

Kurzfristig steht Bitcoin unter doppeltem Druck. Die geopolitische Unsicherheit belastet risikobehaftete Anlagen, während steigende Energiepreise die Inflationserwartungen nach oben treiben und damit genau jene Zinssenkungen verzögern, die Krypto-Märkte bräuchten.

Dennoch gibt es Gegenargumente. Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar liegt Bitcoin rund 7,4 Prozent im Plus und hat in diesem Zeitraum sowohl den S&P 500 als auch Gold übertroffen. Trader Michaël van de Poppe sieht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Fed trotz Inflation Liquidität bereitstellen könnte, falls sich die wirtschaftliche Schwäche verschärft. Analyst Ben Cowen warnt hingegen, dass ein Rückgang unter 60.000 Dollar im laufenden Jahr plausibel bleibe – er schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass das Tief bereits erreicht ist, auf nur 25 Prozent.

Einordnung und Ausblick

In der neuen Woche stehen der März-PPI sowie Aussagen mehrerer hochrangiger Fed-Vertreter an. Puckrin nennt drei Voraussetzungen für eine nachhaltige Erholung Richtung 90.000 Dollar:

  • ein Waffenstillstand
  • ein Ölpreisrückgang auf etwa 80 Dollar
  • schwächer als erwartete Wirtschaftsdaten

Technisch gilt ein Wochenschluss oberhalb von 71.000 Dollar als erstes positives Signal, während ein Bruch der 70.500-Dollar-Marke weiteres Abwärtspotenzial bis 68.800 Dollar eröffnen könnte.

Bullisches Szenario: Eine diplomatische Entspannung, sinkende Ölpreise und schwache US-Konjunkturdaten könnten die Fed zu einer früheren Lockerung bewegen und Bitcoin Richtung 90.000 Dollar treiben.

Bärisches Szenario: Eine anhaltende Blockade, Inflation über vier Prozent und ausbleibende Zinssenkungen dürften Bitcoin weiter unter Druck setzen. Niveaus um 68.800 oder tiefer wären dann realistisch.

Zwischen geopolitischer Eskalation und geldpolitischer Starre bleibt der Handlungsspielraum eng. Die Hormuz-Blockade ist nicht nur ein Ölmarkt-Ereignis – sie ist zum bestimmenden Faktor für Risikoassets im zweiten Quartal 2026 geworden.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren.

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