Bitcoin fällt unter 70.000 Dollar – Großinvestoren kaufen
Realisierte Verluste erreichen Bärenmarkt-Niveau, während Whale-Adressen still akkumulieren.
CryptoDaily 3 min

Bitcoin hat die 70.000-Dollar-Marke unterschritten
Während schwächere Halter Verluste realisieren, bauen kapitalstarke Adressen laut On-Chain-Daten ihre Bestände konsequent aus.
Verluste auf Bärenmarkt-Niveau – aber der Verkaufsdruck lässt nach
Die realisierten Nettoverluste im Bitcoin-Netzwerk haben laut On-Chain-Analyst Axel Adler Jr. annähernd zwei Milliarden Dollar erreicht – ein Niveau, das zuletzt während des Bärenmarkts 2022–2023 gemessen wurde. Der Indikator bildet die Differenz zwischen realisierten Gewinnen und Verlusten ab und war von Oktober 2023 bis Ende 2024 durchgehend positiv.
Entscheidend ist nun ein anderes Signal. Der sogenannte Supply Active 30D Change – ein Maß dafür, wie viele Bitcoin innerhalb von 30 Tagen bewegt werden – ist unter null gefallen. Das bedeutet: Weniger Bitcoin wechseln den Besitzer. In Kombination mit den hohen realisierten Verlusten deutet das auf eine Erschöpfung des verlustgetriebenen Verkaufs hin. S schwächere Halter haben bereits abgegeben, neuer Abgabedruck fehlt.
Wale akkumulieren gegen den Trend
Während der breite Markt defensiv positioniert ist, zeigen die Daten von Santiment eine gegenläufige Bewegung bei Großinvestoren. Die Anzahl der Wallets mit mindestens 100 Bitcoin stieg seit Dezember 2025 um 753 Adressen – ein Plus von knapp vier Prozent in drei Monaten.
Als Whales werden Wallet-Adressen bezeichnet, die besonders große Mengen einer Kryptowährung halten. Die Einstiegsschwelle für die hier betrachtete Kategorie liegt bei rund 6,9 Millionen Dollar – es handelt sich also um institutionell relevante oder hochkapitalisierte Akteure.
Santiment wertet den Anstieg bei gleichzeitig fallendem Kurs als bullishe Divergenz – ein Muster, das in früheren Zyklen wiederholt Trendwenden vorausging, aber keine Garantie darstellt.
Auch das Trump-nahe Unternehmen American Bitcoin hat laut Medienberichten Bestände im Gegenwert von rund 450 Millionen Dollar aufgebaut und reiht sich damit in die wachsende Gruppe von Treasury-Gesellschaften ein, die den Rücksetzer zum Aufbau nutzen.
Warum das jetzt zählt
Der Derivatemarkt bestätigt die vorsichtige Grundstimmung. Laut Glassnode liegt der 25-Delta-Skew – ein Maß für die relative Nachfrage nach Absicherung gegenüber Spekulation auf steigende Kurse – bei 15 bis 20 Prozent zugunsten von Puts. Die Funding Rates für Bitcoin, Ether und Solana sind negativ.
Gleichzeitig preist der Markt laut The Kobeissi Letter eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung bis Ende 2026 ein. Steigende Inflationserwartungen und geopolitische Unsicherheit belasten Risikoassets breit.
Einordnung und Ausblick
Genau hier liegt der kritische Punkt. Die Daten zeichnen zwei sich widersprechende Bilder: Kurzfristig dominiert defensive Positionierung, strukturell wächst die Akkumulation durch kapitalstarke Halter.
- Bullishes Szenario: Die Whale-Akkumulation setzt sich fort, der realisierte Nettoverlust dreht in den kommenden Wochen ins Positive, und die nachlassende Verkaufsaktivität stabilisiert den Kurs oberhalb der 70.000-Dollar-Marke.
- Bearishes Szenario: Der makroökonomische Gegenwind – steigende Zinserwartungen, Inflationssorgen – überwiegt. Steigt die Supply-Aktivität wieder an, wäre das ein Warnsignal für erneute Distribution statt organischer Erholung.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken.
Bitcoin · Bitcoin Kurs · Whale Akkumulation · On-Chain Analyse · Bitcoin Bärenmarkt · realisierte Verluste · Kryptowährung · Bitcoin Preis 2026 · Santiment · Bitcoin Derivatemarkt