Bitcoin-ETFs starten positiv in den Oktober – Markt wartet auf Bestätigung
Schwacher US-Arbeitsmarkt senkt Zinsrisiko, während ETF-Zuflüsse und Strategy-Signale auf neue Kaufwelle deuten
CryptoDaily 4 min

Bitcoin teste entscheidende Zone
Bitcoin pendelt zum Wochenstart um 85.300 Dollar und testet eine Zone, die über die Richtung der nächsten Wochen entscheiden könnte. Frische ETF-Zuflüsse, ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarkt und neue Signale von Strategy sorgen für Rückenwind – doch der Anschluss über 87.000 Dollar fehlt bislang.
Arbeitsmarkt kippt die Zinserwartung – ETFs reagieren
Der Auslöser für die veränderte Stimmung kam am Freitag aus Washington. Der September-Arbeitsmarktbericht wies lediglich 29.000 neue Stellen aus – weit unter den Erwartungen. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,2 Prozent. Die Reaktion an den Derivatemärkten war unmittelbar: Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung Ende Oktober fiel laut CME FedWatch von 70 auf 14 Prozent. Für einen Markt, der seit der Leitzinserhöhung auf 3,75 bis 4,00 Prozent im September unter Druck stand, ist das eine spürbare Entlastung.
Die US-Spot-Bitcoin-ETFs griffen das Signal auf. Am 1. Oktober flossen laut Farside Investors 102,7 Millionen Dollar netto zu, am 2. Oktober weitere 31,7 Millionen – insgesamt 134,4 Millionen Dollar zum Monatsbeginn. Damit endete ein kurzer Abfluss von 148,7 Millionen Dollar am letzten Septembertag, der eine neuntägige Zuflusssträhne gebrochen hatte.
Der September war mit 2,65 Milliarden Dollar Nettozuflüssen der zweitbeste ETF-Monat seit Oktober 2025. Doch ein Detail trübt das Bild: Das tägliche Handelsvolumen der zwölf ETF-Fonds sank von 4,57 Milliarden Dollar am 21. September auf 1,97 Milliarden Dollar am 1. Oktober. Die Zuflüsse sind da, aber die Überzeugung dahinter wird dünner.
Glassnode identifizierte Short-Liquidierungen von 50 Millionen Dollar innerhalb von zehn Minuten am 2. Oktober – noch vor Veröffentlichung des Berichts. Das Open Interest stieg davor um 2,1 Milliarden Dollar und fiel danach um 1,5 Milliarden. Dieses Muster deutet darauf hin, dass ein Teil der Kursbewegung auf technische Auflösungen zurückging, nicht auf frische Nachfrage.
Strategy signalisiert den nächsten Zug
In dieses Vakuum stößt Michael Saylor. Der Executive Chairman von Strategy postete am Samstag den Kommentar „More orange than ever“ zusammen mit dem Bitcoin-Akkumulationsdiagramm des Unternehmens – ein Muster, das in der Vergangenheit regelmäßig SEC-Filings über abgeschlossene Großkäufe vorausging. Eine offizielle Bestätigung liegt bislang nicht vor.
Strategy hält laut SEC-Filings 847.666 Bitcoin, erworben für insgesamt 63,95 Milliarden Dollar zu einem Durchschnittspreis von rund 75.440 Dollar. Bei aktuellem Kurs liegt der unrealisierte Gewinn bei über acht Milliarden Dollar. Der letzte bestätigte Kauf Ende September umfasste 1.665 Bitcoin für 142,7 Millionen Dollar, finanziert über den Verkauf von Stammaktien.
Allerdings ist die Finanzierungsdynamik nicht mehr dieselbe. Kritiker weisen darauf hin, dass der STRF-Vorzugsaktienkanal seit Mai inaktiv ist. Strategys Käufe laufen seither ausschließlich über Stammaktienerlöse und Barreserven von rund fünf Milliarden Dollar. Das Unternehmen bleibt der mit Abstand größte institutionelle Bitcoin-Halter – aber die Instrumente, die den Akkumulationsmotor antreiben, verengen sich.
Parallel dazu genehmigte die SEC die Notierung von sechs dreifach gehebelten Exchange Traded Products des Anbieters Volatility Shares, darunter Produkte auf Bitcoin- und Ether-Futures – ein weiteres Signal fortlaufender regulatorischer Öffnung.
Warum das jetzt zählt
Bitcoin steht an einem Punkt, an dem mehrere Kräfte gleichzeitig wirken. Der nachlassende Zinsdruck aus dem schwachen Arbeitsmarkt senkt eine wesentliche Hürde. Die ETF-Zuflüsse zum Monatsbeginn liefern ein erstes positives Signal. Und Strategys Positionierung hält den Akkumulationsdruck auf der Käuferseite aufrecht.
Dagegen stehen konkrete Belastungsfaktoren. Mt. Gox hält laut Arkham-Daten noch 34.388 Bitcoin im Wert von rund 2,9 Milliarden Dollar; die gerichtliche Frist für Gläubigerzahlungen endet am 31. Oktober. Geopolitische Spannungen lösten bereits am Freitag eine kurze Korrektur aus. Technisch bleibt der Markt in einer engen Spanne zwischen 83.500 und 87.400 Dollar gefangen.
Ausblick
Die historische Statistik spricht für den Oktober: In zehn der letzten dreizehn Jahre legte Bitcoin in diesem Monat zu, mit einem medianen Gewinn von knapp 13 Prozent. Doch Saisonalität allein liefert keine Garantie.
- Bullisches Szenario: Bestätigen die ausstehenden ETF-Daten die Zuflüsse und folgt ein SEC-Filing von Strategy, könnte sich das Fenster Richtung 87.000 Dollar öffnen.
- Bärisches Szenario: Bleiben die ETF-Zuflüsse aus oder beginnen Mt.-Gox-Auszahlungen vor Fristende, dürfte der Verkaufsdruck zunehmen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren.
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