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Bitcoin entkoppelt sich von Tech-Aktien – Optionsmarkt bleibt skeptisch

Während der Nasdaq-100 Fünf-Wochen-Tiefs markiert, hält sich Bitcoin über 65.000 Dollar. Derivate-Daten zeigen allerdings, dass institutionelle Anleger weiter auf Absicherung setzen.

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Bitcoin entkoppelt sich von Tech-Aktien – Optionsmarkt bleibt skeptisch

Bitcoin und der Nasdaq-100

Bitcoin notiert über 65.500 Dollar, während der Nasdaq-100 am Montag unter 28.800 Punkte fiel – das tiefste Niveau seit fünf Wochen. Die Divergenz fällt in eine Phase, in der schwache Quartalsergebnisse im KI-Sektor Druck auf Wachstumsaktien ausüben und die US-Fünfjahresrendite auf 4,33 Prozent gestiegen ist. Bitcoin bewegt sich gegen diesen Trend – ein Signal, das Beobachter als mögliche Entkopplung von klassischen Risikoassets deuten.

Der Optionsmarkt

Doch der Optionsmarkt erzählt eine andere Geschichte. An der Derivatebörse Deribit liegt der 30-Tage-Options-Skew bei 13 Prozent zugunsten von Puts.

Was ist ein Options-Skew?

Der Options-Skew misst das Verhältnis der Preise von Put-Optionen (Absicherung gegen Kursverluste) zu Call-Optionen (Wetten auf steigende Kurse). Ein positiver Wert bedeutet, dass Absicherung teurer ist als Spekulation auf steigende Kurse.

In einer neutralen Marktlage würde dieser Wert zwischen minus sechs und plus sechs Prozent pendeln. Die deutliche Abweichung zeigt, dass institutionelle Akteure bereit sind, für Absicherung gegen Kursrückgänge eine Prämie zu zahlen. Die Funding Rate bei Perpetual Futures liegt hingegen bei neutralen acht Prozent – weit entfernt von den zwölf Prozent, die laut Laevitas-Daten auf spekulative Überhitzung hindeuten würden.

Was ist die Funding Rate?

Die Funding Rate ist eine regelmäßige Zahlung zwischen Käufern und Verkäufern bei unbefristeten Futures-Kontrakten. Sie zeigt an, ob der Markt eher bullisch oder bärisch positioniert ist.

Stärke auf dünnem Eis

Die relative Kursstärke von Bitcoin hat mehrere Treiber. Zum einen fehlt ein übergreifender Fluchthafen: Gold befindet sich laut TradingView-Daten seit Mitte Mai im Abwärtstrend und fängt den Kapitalstrom aus Tech-Aktien offensichtlich nicht auf. Das öffnet Bitcoin ein Zeitfenster als alternatives Wertaufbewahrungsmittel.

Zum anderen hat Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, laut Cointelegraph in der Vorwoche 263 Millionen Dollar durch Aktienverkäufe eingenommen und verfügt nun über 3,22 Milliarden Dollar an Barreserven. Damit sinkt eine der zentralen Sorgen des Marktes: dass das Unternehmen gezwungen sein könnte, Bitcoin zu verkaufen, um laufende Verpflichtungen zu bedienen. Allerdings steht Strategy eine jährliche Dividendenlast von 1,76 Milliarden Dollar gegenüber, und Wandelanleihen über 2,6 Milliarden Dollar werden 2028 und 2029 fällig. Der finanzielle Spielraum ist vorhanden, aber nicht unbegrenzt.

Gleichzeitig signalisieren die Stablecoin-Reserven an den großen Börsen Vorsicht. Laut CryptoPotato verzeichneten Binance und Bybit innerhalb von 30 Tagen Abflüsse von zusammen rund 2,3 Milliarden Dollar an Stablecoins. Analyst Darkfost interpretiert das als Zeichen dafür, dass Marktteilnehmer Kapital von Börsen abziehen, statt es in Krypto-Positionen umzuschichten. Ohne frische Liquidität an den Handelsplätzen fehlt der Treibstoff für einen nachhaltigen Ausbruch nach oben.

Was jetzt zählt

Bitcoin zeigt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit in einem Umfeld, das für Risikoassets eigentlich ungünstig ist. Steigende Anleiherenditen und schwächelnde Tech-Aktien hätten historisch auch Bitcoin unter Druck gesetzt. Dass der Kurs stattdessen Stärke zeigt, lässt sich als strukturelle Veränderung lesen.

Einordnung / Ausblick

Doch die Gegenargumente wiegen schwer. Der Optionsmarkt preist erhöhtes Abwärtsrisiko ein, die Börsenliquidität schrumpft, und Bitcoin bewegt sich seit rund 165 Tagen in einer Konsolidierungsphase oberhalb von 60.000 Dollar.

  • Bullisches Szenario: Ein Ausbruch Richtung 70.000 Dollar ist möglich, falls die Schwäche im Tech-Sektor anhält und Kapital nach Alternativen sucht. Die Entkopplung von traditionellen Märkten wäre für Bitcoin ein bedeutender Reifeschritt.
  • Bärisches Szenario: Die dünne Liquidität könnte bei einem externen Schock schnelle Kursrückgänge begünstigen. Der Put-lastige Optionsmarkt deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger diese Möglichkeit weiterhin einpreisen.

Ob die Entkopplung nachhaltig ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen – wenn die Quartalssaison im Tech-Sektor weiterläuft und die Anleiherenditen ihre Richtung bestätigen.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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