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Bitcoin durchbricht 81.000 Dollar – Fed-Signal und Dollar-Schwäche treiben Erholung

Fidelity warnt trotzdem: Das Bärenmarkt-Tief könnte noch bevorstehen

CryptoDaily 4 min

Bitcoin durchbricht 81.000 Dollar – Fed-Signal und Dollar-Schwäche treiben Erholung

Fed-Gouverneur Christopher Waller hat mit einem einzigen Satz den Bitcoin-Markt gedreht

Die Aussicht auf eine Zinspause drückte den Dollar und schob Bitcoin über 81.000 Dollar – doch Fidelity Digital Assets dämpft die Euphorie.

Waller öffnet die Tür – und Bitcoin reagiert sofort

Fed-Gouverneur Christopher Waller erklärte am 3. September, er sei offen dafür, die Zinsen beim FOMC-Meeting Mitte September unverändert zu lassen, sofern die Inflationsdaten eine weitere Abkühlung bestätigen. Das FOMC (Federal Open Market Committee) ist das Gremium der US-Notenbank, das über die Leitzinsen entscheidet. Die Reaktion kam schnell. Bitcoin stieg innerhalb von 24 Stunden um rund fünf Prozent und erreichte ein Tageshoch von 81.370 Dollar. Der US Dollar Index fiel auf 99.

Wallers Ton unterschied sich deutlich von der restriktiven Haltung, die Fed-Chef Kevin Warsh beim Jackson-Hole-Treffen gesetzt hatte. Die Wahrscheinlichkeit einer September-Zinserhöhung sank laut Polymarket von 59 auf 43 Prozent. Gleichzeitig verstärkte die Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Volumina staatlicher Schuldenrückkäufe mehr als zu verdoppeln, den Abwärtsdruck auf den Dollar. Bitcoin profitierte als direkter Gegenspieler.

Begleitet wurde der Anstieg von Short-Liquidationen in Höhe von rund 415 Millionen Dollar. Short-Liquidationen entstehen, wenn Händler auf fallende Kurse gewettet haben und durch den Preisanstieg zum Schließen ihrer Positionen gezwungen werden. Spot-Bitcoin-ETFs verbuchten laut Farside Investors Zuflüsse von 101 Millionen Dollar, nachdem am Vortag noch 236 Millionen abgeflossen waren. Strategy nahm nach zehn Wochen Pause erstmals wieder Bitcoin-Käufe auf.

Fidelity warnt: Der Bärenmarkt könnte noch nicht vorbei sein

Trotz der Rally sendet Fidelity Digital Assets ein nüchternes Signal. Chris Kuiper, Vice President of Research, betonte in einem aktuellen Ausblick, dass das Tief dieses Zyklus möglicherweise erst im November oder später erreicht wird. Bitcoin handelte im Juni und Juli mehrheitlich unter 65.000 Dollar, nachdem der Kurs vom Allzeithoch bei 126.080 Dollar im Oktober 2025 gefallen war. Der August-Anstieg von rund 25 Prozent sei zwar bemerkenswert, aber kein verlässlicher Wendepunkt.

Kuiper verweist auf ein grundlegendes Problem: Bitcoin-Zyklen folgen keinem starren Vier-Jahres-Muster. Wer vergangene Zykluslängen als Timing-Instrument nutze, unterschätze die Variabilität. Die aktuelle Erholung könnte das Tief vom Juli bestätigen, ebenso gut aber eine Zwischenrally innerhalb eines noch nicht abgeschlossenen Abschwungs sein.

Als entscheidenden Indikator für die weitere Richtung nennt Kuiper den Crypto Clarity Act. Das Marktstrukturgesetz für digitale Vermögenswerte soll laut Ankündigung im September im Kongress zur Abstimmung kommen. SEC-Vorsitzender Paul Atkins erwartet eine Verfahrensabstimmung im Senat für den 15. September. Sollte das Gesetz scheitern oder sich weiter verzögern, könnte die regulatorische Unsicherheit den Markt erneut belasten.

Warum das jetzt zählt

Bitcoins Erholung über 81.000 Dollar stützt sich auf zwei Faktoren, die beide noch nicht gesichert sind. Wallers Zinspause hängt am August-Inflationsbericht, der am 11. September erscheint. Ein starker CPI-Wert würde die Zinserhöhungsdebatte sofort zurückbringen.

Gleichzeitig hat sich die Marktstruktur verändert. Die Bitcoin-Gold-Korrelation erreicht laut Bitwise ein Sechs-Jahres-Hoch. Bitcoins Korrelation mit Aktien fiel dagegen auf ein Ein-Jahres-Tief. Diese Entkopplung deutet laut Bitwise-Analyst André Dragosch darauf hin, dass institutionelle Anleger Bitcoin zunehmend als Absicherung gegen Währungsentwertung positionieren, nicht als klassisches Risiko-Asset. Die verdoppelten Treasury-Rückkäufe und eine US-Staatsverschuldung jenseits von 40 Billionen Dollar liefern den makroökonomischen Hintergrund.

Einordnung / Ausblick

  • Bullisches Szenario: Ein milder CPI am 11. September, eine Verabschiedung des Clarity Acts am 15. September und eine Zinspause beim FOMC am 16. September könnten einen nachhaltigen Trendwechsel einleiten. Galaxy Research identifiziert die 50-Wochen-Durchschnittslinie bei rund 81.000 Dollar als zentrale Marke. Ein bestätigter Wochenschluss darüber wäre ein starkes technisches Signal.
  • Bärisches Szenario: Der RSI notiert bei 72, was auf überkaufte Verhältnisse hindeutet. Der RSI (Relative Strength Index) misst die Stärke und Geschwindigkeit von Kursbewegungen – Werte über 70 gelten als Zeichen für eine mögliche Überhitzung. Ein erneutes Scheitern an der 50-Wochen-Linie, wie bereits am 25. August geschehen, würde die Fidelity-Warnung bestätigen. Historisch handelte Bitcoin während Bärenmärkten unterhalb dieses Niveaus.

Die kommenden zehn Tage entscheiden: CPI am 11. September, Clarity-Act-Abstimmung am 15. September, FOMC-Sitzung am 16. September. Ob daraus ein Trendwechsel oder ein erneuter Rücksetzer wird, hängt an Daten, nicht an Narrativen.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.

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