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Bitcoin durchbricht 80.000 Dollar – Short-Squeeze und ETF-Zuflüsse treiben stärkste Woche seit 2023

Treasury-Rückkäufe lösen Kettenreaktion aus, doch Analysten fordern Spot-Nachfrage als Beweis

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Bitcoin durchbricht 80.000 Dollar – Short-Squeeze und ETF-Zuflüsse treiben stärkste Woche seit 2023

Bitcoin hat in der vergangenen Woche rund 24 Prozent zugelegt

Bitcoin hat in der vergangenen Woche rund 24 Prozent zugelegt und erstmals seit Mai die Marke von 80.000 Dollar getestet. Der größte wöchentliche Dollar-Gewinn der Bitcoin-Geschichte wurde durch Treasury-Signale, Short-Liquidierungen und ETF-Zuflüsse ausgelöst.

Was den Ausbruch ausgelöst hat

Den Startschuss gab das US-Finanzministerium. Am 19. August kündigte Treasury Secretary Scott Bessent an, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen ab September von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar pro Operation zu verdoppeln. Die Märkte interpretierten den Schritt als implizite Liquiditätsstütze, die Renditen fielen kurzzeitig, und Kapital floss in Sachwerte. Gold erreichte ein neues August-Hoch bei 4.660 Dollar, Bitcoin sprang innerhalb von drei Handelstagen um über 20 Prozent.

Was ist ein Short-Squeeze?

Ein Short-Squeeze entsteht, wenn Händler auf fallende Kurse gewettet haben und bei steigenden Preisen gezwungen werden, ihre Positionen einzudecken. Das treibt den Kurs zusätzlich nach oben.

Die Wirkung im Derivatemarkt war erheblich: Mehr als 2,7 Milliarden Dollar an Short-Positionen wurden laut Coinglass liquidiert, davon über eine Milliarde in BTC-Shorts allein während einer einzelnen Stunde beim Durchbruch über 69.500 Dollar. Die erzwungenen Eindeckungen beschleunigten den Anstieg zusätzlich. Parallel verzeichneten US-Spot-Bitcoin-ETFs in fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen Nettozuflüsse von insgesamt 1,92 Milliarden Dollar – laut SoSoValue der höchste Wochenwert seit Oktober 2025. BlackRocks IBIT allein zog rund 1,33 Milliarden Dollar an.

Warum Analysten skeptisch bleiben

Trotz der Kursgewinne warnen mehrere Marktteilnehmer vor voreiliger Euphorie. Bitfinex-Analysten stufen den Anstieg primär als Short-Squeeze ein und betonen, eine nachhaltige Rally erfordere starke Spot-Nachfrage jenseits der erzwungenen Eindeckungen. Als Bestätigungssignal definieren sie einen Wochenschlusskurs oberhalb von 73.500 Dollar, der bereits erreicht wurde, sowie die nächste Barriere bei 86.500 Dollar. Ein Rückfall unter 64.500 Dollar würde den Ausbruch als technisches Überschießen entwerten.

Was ist der 50-Wochen-EMA?

Der 50-Wochen-EMA (Exponential Moving Average) ist ein gleitender Durchschnitt, der den mittleren Kurs der letzten 50 Wochen abbildet und jüngere Kursdaten stärker gewichtet. Er gilt als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend.

Auch Analyst Rekt Capital mahnt zur Vorsicht. Bitcoin schloss zwar erstmals seit November 2025 eine Wochenkerze oberhalb des 50-Wochen-EMA bei 77.251 Dollar. Doch im Bärenmarkt 2022 gab es zwei solcher Schlusskurse, bevor der Kurs auf neue Zyklustiefs fiel. Das Muster tieferer Hochs auf Makroebene sei noch nicht gebrochen.

Nansen-Analyst Nicolai Søndergaard sieht Bitcoin in einer finalen Bodenbildungsphase, nicht in einer bestätigten Trendwende. Als Voraussetzungen nennt er einen positiven Coinbase-Premium, der erstmals seit dreieinhalb Monaten wieder ins Positive gedreht hat, moderate Funding Rates und ETF-Zuflüsse ohne proportionalen Aufbau gehebelter Positionen.

Was ist der Coinbase-Premium?

Der Coinbase-Premium misst die Preisdifferenz zwischen Bitcoin auf Coinbase und anderen Börsen. Ein positiver Wert deutet auf verstärkte Nachfrage aus dem US-Markt hin, insbesondere von institutionellen Käufern.

Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter mit 840.447 BTC, hat unterdessen in der Berichtswoche keinen einzigen Bitcoin gekauft, sondern über Aktienverkäufe rund zwei Milliarden Dollar eingenommen und eine Liquiditätsreserve von 6,69 Milliarden Dollar aufgebaut.

Warum das jetzt zählt

Die kommende Woche bringt drei potentielle Katalysatoren. Am Mittwoch veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis die PCE-Inflationsdaten für Juli – der von der Fed bevorzugte Preisindikator. Die Cleveland Fed schätzt den Kern-PCE auf 3,29 Prozent, kaum verändert zum Vormonat. Ein höherer Wert könnte Anleiherenditen und den Dollar stärken und damit Druck auf Bitcoin ausüben. Am Freitag hält Fed-Chef Kevin Warsh seine erste Grundsatzrede als Vorsitzender beim Jackson-Hole-Symposium zum Thema Finanzinnovation und Zahlungspolitik.

Zusätzlich preisen Overnight-Index-Swaps eine Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent für eine Zinserhöhung der Bank of Japan im September ein. Steigende japanische Anleiherenditen, die bereits den höchsten Stand seit 1996 erreicht haben, könnten globale Kapitalflüsse umleiten und Druck auf risikobehaftete Anlagen erzeugen.

Einordnung / Ausblick

Der Crypto Fear and Greed Index steht bei 73 und damit in der Greed-Zone, liegt aber noch deutlich unter den Extremwerten des Oktober-2025-Zyklus. ETF-Zuflüsse und der Coinbase-Premium bleiben ebenfalls unter den damaligen Spitzenwerten. Das lässt nach Einschätzung mehrerer Analysten Spielraum für weitere Nachfrage, erhöht aber gleichzeitig das Korrekturrisiko bei enttäuschenden Makrodaten.

Bullisches Szenario:

Ein nachhaltiger Schlusskurs oberhalb von 80.000 Dollar öffnet den Weg Richtung 85.000 bis 87.000 Dollar. Anhaltende ETF-Zuflüsse und ein positiver Coinbase-Premium würden die These einer echten Trendwende stützen.

Bärisches Szenario:

Scheitert der Ausbruch, liegt die nächste relevante Unterstützung zwischen 74.000 und 76.000 Dollar, wo ehemaliger Widerstand als Auffangzone dienen könnte. Die Netzwerkaktivität auf der Bitcoin-Blockchain liegt nahe Acht-Jahres-Tiefs, was die Rally abhängig von nachhaltigem Kaufdruck macht, der über den mechanischen Short-Squeeze hinausgeht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener Recherche basieren.

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