Bitcoin bei 83.000 Dollar: Sinkende Börsenbestände treffen auf wachsenden Verkaufsdruck
Zwischen Cold-Storage-Trend und ETF-Abflüssen sucht der Markt nach Richtung
CryptoDaily 3 min

Bitcoin pendelt um 83.000 Dollar
Zwei gegenläufige Kräfte bestimmen den Markt: Sinkende Börsenbestände stehen wachsendem Verkaufsdruck durch kurzfristige Halter und reaktivierte Großwallets gegenüber.
Angebot wird knapper, aber Käufer fehlen
Die handelbaren Bitcoin-Bestände auf Börsen sind laut CryptoQuant seit Februar von 2,8 Millionen auf 2,67 Millionen BTC gesunken. Investoren verlagern Coins zunehmend in eigene Verwahrung. Normalerweise gilt das als bullishes Signal, weil weniger sofort verkäufliches Angebot vorhanden ist. Doch der Effekt verpufft bisher, weil die Gegenseite fehlt.
Was ist Cold Storage? Dabei werden Kryptowährungen auf Geräten oder Wallets aufbewahrt, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Das schützt vor Hackerangriffen und signalisiert langfristige Halteabsicht.
US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten laut Cointelegraph allein am 7. Oktober Abflüsse von 485 Millionen Dollar. Im bisherigen Oktober summieren sich die Nettoabflüsse auf rund 450 Millionen Dollar. Selbst BlackRocks IBIT meldete an einem einzigen Tag Rücknahmen von 208 Millionen Dollar. Die durchschnittliche Kostenbasis der ETF-Investoren liegt bei etwa 81.500 Dollar. Solange Bitcoin darüber handelt, bleibt der Druck beherrschbar. Ein Unterschreiten könnte institutionelle Verkäufe auslösen.
Kurzfristige Halter realisieren Gewinne, Großwallets erwachen
Auf der Angebotsseite häufen sich Warnsignale. Rund 86 Prozent der zuletzt an Börsen transferierten Bitcoin stammen laut AMBCrypto von kurzfristigen Haltern, die im Gewinn liegen. Deren Kostenbasis liegt bei circa 75.000 Dollar, gut zehn Prozent unter dem aktuellen Kurs. Analyst Maksym Sakharov sieht darin ein Muster: Solange Nachfrage das Angebot nicht absorbiert, kann gewöhnliche Gewinnmitnahme in stärkeren Abgabedruck umschlagen.
Gleichzeitig bewegen sich ruhende Großwallets. Am 12. Oktober transferierte eine seit März 2020 inaktive Adresse laut Decrypt 4.582 BTC im Wert von rund 378 Millionen Dollar auf fünf neue Adressen. Eine Woche zuvor hatte ein anderes Wallet nach über vier Jahren Stillstand 4.500 BTC bewegt. Ob die Coins zum Verkauf stehen, ist bislang unklar. Keine der Empfängeradressen konnte einer Börse zugeordnet werden. Historisch gehen solche Bewegungen jedoch häufig einer Liquidierung voraus.
Warum das jetzt zählt
Bitcoin steckt in einer Pattsituation. Das sinkende Börsenangebot schafft theoretisch die Voraussetzung für einen Preisanstieg, sollte neue Nachfrage einsetzen. Doch ETF-Abflüsse, Gewinnmitnahmen kurzfristiger Halter und potenziell marktrelevante Wallet-Bewegungen drücken auf die andere Seite.
Technisch blockiert eine Konzentration von Verkaufsorders bei 84.000 Dollar den Weg nach oben. Darunter liegt die ETF-Kostenbasis bei 81.500 Dollar als erste Verteidigungslinie. Fällt diese, rückt der Bereich um 75.000 Dollar in den Fokus.
Einordnung / Ausblick
Bull-Szenario: Hält die ETF-Kostenbasis bei 81.500 Dollar und bleibt das Börsenangebot knapp, könnte ein Nachfrageimpuls – etwa durch positive US-Inflationsdaten am Mittwoch oder Erwartungen an den Fed-Zinsentscheid Ende Oktober – eine Erholung über 84.000 Dollar auslösen.
Bear-Szenario: Ein Bruch unter 81.500 Dollar könnte institutionelle Verkäufe bei ETF-Haltern auslösen. Weitet sich der Verkaufsdruck auf langfristige Halter aus, droht ein Test der 75.000-Dollar-Marke. Der US-Dollar-Index auf dem höchsten Stand seit April 2025 belastet Risikoassets zusätzlich.
Hinweis
Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten dar.
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