Bitcoin bei 78.000 Dollar: Analysten sehen Abwärtsrisiko bis 40.000 – doch Sharks kaufen
Technische Modelle warnen vor einer zweiten Korrekturwelle, während mittelgroße Halter still akkumulieren
CryptoDaily 3 min

Bitcoin pendelt um 78.000 Dollar
Technische Analysten warnen vor einem Rückgang bis auf 40.000 Dollar, während kapitalkräftige Marktteilnehmer leise Tausende Bitcoin einsammeln.
Wellenmodell projiziert 40.000 Dollar bis Herbst
Nach dem Hoch oberhalb von 126.000 Dollar im Oktober 2025 hat Bitcoin rund 40 Prozent verloren. Analyst Crypto Bullet beschreibt die aktuelle Struktur als sogenanntes Double ZigZag – ein Wellenmuster, das nach einer Zwischenerholung eine weitere Abwärtsbewegung erwarten lässt.
Was ist ein Double ZigZag? Ein Korrekturmuster aus der Elliott-Wellen-Theorie, bei dem der Kurs in zwei aufeinanderfolgenden Abwärtswellen fällt, unterbrochen von einer Zwischenerholung.
Konkret: Bitcoin könnte kurzfristig auf 82.500 bis 85.000 Dollar steigen, bevor eine zweite Welle den Kurs laut Crypto Bullet bis September oder Oktober 2026 auf rund 40.000 Dollar drückt. Analyst Tony Severino stützt diese Einschätzung und hält das Szenario für das wahrscheinlichste in diesem Zyklus.
Das Argument basiert auf dem Handelsverhalten der vergangenen Monate. Zwischen 62.000 und 78.000 Dollar konsolidierte Bitcoin deutlich länger als in der vorherigen Zone zwischen 84.000 und 97.000 Dollar – ein Muster, das in früheren Zyklen weiteren Abverkäufen vorausging. Zugleich liegt eine dichte Liquiditätszone um 80.000 Dollar, wo gestapelte gehebelte Positionen einen kurzfristigen Ausschlag nach oben auslösen könnten, bevor die eigentliche Richtung klar wird.
Was ist eine Liquiditätszone? Ein Preisbereich, in dem sich viele offene Orders und gehebelte Positionen konzentrieren. Erreicht der Kurs diesen Bereich, kann es zu schnellen, starken Kursbewegungen kommen.
Sharks kaufen gegen den Trend
Während Wellenanalysten warnen, setzen sogenannte Sharks ein Gegensignal. Als Sharks werden Adressen mit substanziellen, aber nicht riesigen Bitcoin-Beständen bezeichnet – typischerweise mittelgroße Halter unterhalb der Wal-Kategorie.
Laut Daten von TradingView haben diese Halter über 37.900 Bitcoin akkumuliert, begleitet von einer Entspannung geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, die den Kurs von rund 66.000 auf 78.000 Dollar schob.
Das Muster zeigt, wie unterschiedlich Marktteilnehmer die Lage bewerten. Kurzfristig orientierte Trader sehen in den technischen Mustern Grund zur Vorsicht. Mittelfristig agierende Halter nutzen dieselbe Schwäche zum Aufbau von Positionen. Die Prediction Markets spiegeln diese Unentschiedenheit wider: Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin bis Ende 2026 die 200.000-Dollar-Marke erreicht, liegt laut Polymarket bei unter fünf Prozent – praktisch unverändert seit Wochen. Der zugehörige Kontrakt verzeichnet ein tägliches Handelsvolumen von gerade einmal 505 Dollar in USDC. Das Desinteresse an langfristigen Wetten ist damit selbst ein Signal: Weder Bullen noch Bären zeigen derzeit echte Überzeugung.
Was jetzt zählt
Die technische Marke bei 73.700 Dollar – abgeleitet aus dem MVRV-Preisband – fungiert als entscheidende Unterstützung.
Was ist das MVRV-Preisband? MVRV steht für Market Value to Realized Value. Die Kennzahl vergleicht den aktuellen Marktwert von Bitcoin mit dem durchschnittlichen Kaufpreis aller Coins. Daraus abgeleitete Preisbänder dienen als technische Orientierungsmarken.
Solange Bitcoin über 73.700 Dollar bleibt, bleibt ein Erholungspfad Richtung 96.000 Dollar rechnerisch möglich. Fällt der Kurs darunter, gewinnt das 40.000-Dollar-Szenario an Gewicht.
Einordnung / Ausblick
Weder die Shark-Akkumulation noch die Wellenmodelle operieren im Vakuum. Regulatorische Impulse, Notenbankentscheidungen oder überraschende institutionelle Käufe könnten die derzeit flache Stimmung kippen.
- Bull-Szenario: Die Shark-Akkumulation erweist sich als Frühindikator. Bitcoin hält die 73.700-Dollar-Marke und arbeitet sich in Richtung 96.000 Dollar vor, unterstützt durch externe Katalysatoren wie geldpolitische Lockerungen.
- Bear-Szenario: Das Double-ZigZag-Muster bestätigt sich. Nach einer Zwischenerholung auf 82.500 bis 85.000 Dollar setzt eine zweite Abwärtswelle ein, die Bitcoin bis Herbst 2026 in Richtung 40.000 Dollar drückt.
Solange klare Katalysatoren fehlen, bleibt der Markt in einer Warteschleife – mit definierten Risiken nach unten und einem schmalen Pfad nach oben.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind volatil – eigene Recherche ist unerlässlich.
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