CryptoDaily
bitcoin

Bitcoin bei 70.000 Dollar: Großkäufer verknappen das Angebot

Institutionelle Akteure wie Strategy und Metaplanet entziehen dem Markt ein Vielfaches der neu geschürften Coins – gleichzeitig werden gehebelte Short-Positionen reihenweise liquidiert.

CryptoDaily 3 min

Bitcoin bei 70.000 Dollar: Großkäufer verknappen das Angebot

Bitcoin pendelt Anfang April um 70.000 Dollar

Unter der Oberfläche verschiebt sich die Angebotsstruktur: Institutionelle Käufer erwerben deutlich mehr Bitcoin, als Miner produzieren.

Strategy kauft das Dreifache der Miner-Produktion

Der prominenteste Käufer bleibt Strategy, ehemals MicroStrategy. Seit Anfang März hat das Unternehmen laut Cointelegraph insgesamt 46.233 Bitcoin erworben. Im gleichen Zeitraum produzierten Miner weltweit nur rund 16.200 neue Coins. Strategy absorbiert damit knapp das Dreifache des frischen Angebots.

Finanziert werden die Käufe über das Vorzugsaktien-Instrument STRC. Solange dieses am oder über dem Nennwert von 100 Dollar handelt, emittiert Strategy weitere Anteile und reinvestiert. Allein in einer einzelnen Woche generierten STRC-Verkäufe rund 776 Millionen Dollar. Der Kurs reagierte: In diesem Zeitraum legte Bitcoin über zehn Prozent zu, während der S&P 500 nachgab.

Was ist ein Vorzugsaktien-Instrument? Ein Wertpapier, das seinen Inhabern feste oder variable Dividendenzahlungen zusichert und Vorrang vor gewöhnlichen Aktien bei Ausschüttungen hat. Unternehmen nutzen solche Instrumente zur Kapitalbeschaffung, ohne klassische Schulden aufzunehmen.

Das Muster hat jedoch eine Kehrseite. Als STRC Mitte März unter den Nennwert fiel, verlangsamten sich die Emissionen spürbar. In früheren Phasen koinzidierten solche Kaufpausen laut Cointelegraph mit Bitcoin-Korrekturen von 25 bis 40 Prozent. Die Abhängigkeit des Marktes von einem einzelnen Großkäufer ist damit zugleich Stütze und Risikofaktor. Ergänzend meldete das japanische Unternehmen Metaplanet laut Bitcoinist den Erwerb von 5.000 weiteren Bitcoin im Rahmen seiner Treasury-Strategie.

Serielle Liquidierungen als Spiegelbild der Marktstruktur

Auf der Gegenseite offenbaren On-Chain-Daten eine ungewöhnliche Serie von Zwangsliquidierungen. Trader James Wynn wurde laut NewsBTC innerhalb von zwei Wochen sechsmal auf der Plattform Hyperliquid liquidiert, jedes Mal mit 40-fach gehebelten Bitcoin-Shorts.

Was ist eine Zwangsliquidierung? Wenn ein gehebelter Trade so weit ins Minus rutscht, dass die hinterlegte Sicherheit nicht mehr ausreicht, schließt die Börse die Position automatisch. Bei 40-facher Hebelung genügt eine Kursbewegung von rund 2,5 Prozent gegen die Position für eine vollständige Auflösung.

Laut dem On-Chain-Analysedienst Lookonchain werden Wynns Positionierungen mittlerweile als informeller Sentimentindikator beobachtet. Seine Short-Einstiege in einem steigenden Markt funktionierten wiederholt als Auslöser für Short-Squeezes – also Phasen, in denen Zwangsglattstellungen den Preis zusätzlich nach oben treiben. Im Vorjahr hatte Wynn in einer vergleichbaren Phase Verluste von annähernd 22 Millionen Dollar angehäuft.

Das strukturelle Problem dahinter: Wenn institutionelle Käufer dem Markt dauerhaft mehr Bitcoin entziehen als nachfließen, wird die Short-Seite zunehmend gefährlich. Jede Position gegen den Trend riskiert, zum Treibstoff für den nächsten Aufwärtsschub zu werden.

Warum das jetzt zählt

Die aktuelle Konstellation bündelt zwei Kräfte, die sich gegenseitig verstärken. Auf der Käuferseite entsteht durch Strategy, Metaplanet und weitere Unternehmenskassen ein strukturelles Angebotsdefizit, das über die tägliche Miner-Produktion hinausgeht. Auf der Spekulationsseite erzwingen gehebelte Short-Positionen bei steigenden Kursen automatische Rückkäufe, die den Preis zusätzlich stützen.

Einordnung / Ausblick

  • Bullisches Szenario: Solange die Finanzierungsmechanismen der Großkäufer intakt bleiben und STRC am oder über dem Nennwert handelt, bleibt die Angebotsseite strukturell verknappt. Ein Schlusskurs oberhalb der mittleren 70.000er-Zone würde laut Cointelegraph ein diskutiertes Bear-Flag-Muster entkräften und Kursziele jenseits von 100.000 Dollar aktivieren. Der 200-Wochen-Durchschnitt hat in früheren Zyklen als Boden fungiert.
  • Bearisches Szenario: Fällt STRC erneut unter den Nennwert oder verschlechtern sich die Kapitalmarktbedingungen, könnte der Nachfragestrom abrupt nachlassen. Einige Analysten verweisen auf ein bislang unbestätigtes Bear-Flag-Muster mit einem Kursziel unter 50.000 Dollar, sollte der Aufwärtstrend brechen. In diesem Fall würde genau jener Angebotsüberschuss entstehen, auf den Short-Trader setzen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investition in Kryptowährungen ist mit erheblichen Risiken verbunden.

Bitcoin · Bitcoin Kurs · institutionelle Bitcoin Käufer · Strategy MicroStrategy Bitcoin · Metaplanet Bitcoin · Bitcoin Short Liquidierung · Bitcoin Angebotsverknappung · Bitcoin 70000 Dollar · Bitcoin Miner Produktion · Short Squeeze Bitcoin