Arthur Hayes setzt auf Ethereum statt Hyperliquid
Der BitMEX-Gründer nennt ETH das beste Risiko-Rendite-Verhältnis unter den großen Krypto-Assets – und stützt seine These auf ein einfaches Argument.
CryptoDaily 3 min

Arthur Hayes verlagert das Kapital seines Investmentvehikels Maelstrom in Richtung Ethereum
Sein Argument: ETH sei das einzige Megacap-Asset im Kryptomarkt, das sein Allzeithoch von 2021 noch nicht überschritten hat.
Unterbewertung als Kernthese
Hayes beziffert das Kurspotenzial von Ethereum auf das Drei- bis Fünffache des aktuellen Niveaus. Die Logik dahinter ist weniger technisch als marktstrukturell. Während Bitcoin in den vergangenen 30 Tagen rund 22 Prozent zulegte und die Bitcoin-ETFs im August ihren stärksten Monat des Jahres verzeichneten, blieb Ethereum relativ zurück. Genau diese Diskrepanz macht das Asset in Hayes' Kalkül attraktiv.
Gleichzeitig reduziert er seine bisher positive Einschätzung zu Hyperliquid. Das Projekt sei mittlerweile breit bekannt, die hohen Erwartungen bereits eingepreist. Das Asymmetriepotenzial – also die Chance auf überproportionale Gewinne bei begrenztem Risiko – habe sich verringert. Maelstrom priorisiert deshalb ETH und kleinere Token gegenüber dem bisherigen Favoriten.
Ein breiteres Bild mit Gegenposition
Hayes ordnet seine Ethereum-These in ein makroökonomisches Szenario ein. Er erwartet, dass Bitcoin bis 2030 durch Geldmengenausweitung und eine mögliche Steuerung der US-Renditekurve schrittweise Richtung eine Million Dollar steigen könnte. ETH würde in diesem Umfeld als untergewichtetes Large-Cap-Asset überproportional profitieren.
Was ist die Renditekurvensteuerung?
Damit ist gemeint, dass eine Zentralbank gezielt die Zinsen bestimmter Laufzeiten von Staatsanleihen steuert, um die Finanzierungskosten des Staates niedrig zu halten.
Diese Einschätzung bleibt umstritten. Markus Thielen von 10x Research bezeichnete ein Bitcoin-Ziel von einer Million Dollar bis 2030 als mathematisch nicht erreichbar, da die nötige Kapitalzuflussdynamik fehle. Auch Hayes selbst räumt ein, dass politische Signale aus Washington weniger Gewicht hätten als die tatsächlichen Entscheidungen von US-Finanzministerium und Federal Reserve.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Neupositionierung. BitMEX, die von Hayes mitgegründete Börse, stellt laut Unternehmensangaben zum 23. September den Betrieb ein. Hayes erklärt die Schließung mit steigenden Infrastrukturkosten und den Skalenvorteilen großer Wettbewerber wie Binance und OKX. Das Ende von BitMEX markiert damit auch eine persönliche Zäsur für Hayes, dessen Fokus nun vollständig auf Maelstrom liegt.
Warum das jetzt zählt
Wenn ein prominenter Marktteilnehmer öffentlich von einem etablierten Favoriten abrückt und stattdessen auf Ethereum setzt, verändert das die Debatte. Die These der strukturellen Unterbewertung von ETH gewinnt an Sichtbarkeit – gerade weil sie von jemandem kommt, der aktiv Kapital allokiert und nicht nur kommentiert.
Einordnung und Ausblick
Hayes' Repositionierung ist eine Wette auf relative Stärke. Sie basiert auf der Annahme, dass Ethereum gegenüber Bitcoin und neueren Projekten aufholen wird. Ob diese Annahme trägt, hängt von mehreren Faktoren ab, die Hayes selbst nicht kontrolliert: der Entwicklung der US-Geldpolitik, dem Tempo institutioneller Zuflüsse in ETH-Produkte und der Frage, ob Ethereums technische Weiterentwicklung das Vertrauen großer Investoren stärkt. Die Gegenposition von Thielen zeigt, dass die optimistischen Szenarien keineswegs Konsens sind. Was bleibt, ist ein klares Signal: Einer der bekanntesten Akteure der Branche hat seine Prioritäten verschoben.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten dar.
Ethereum · Arthur Hayes · ETH Kurs · Maelstrom · Hyperliquid · Bitcoin Preisprognose · Krypto Megacap · ETH Unterbewertung · BitMEX · Krypto Investmentstrategie