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93 % der neuen Krypto-Token notieren unter Ausgabepreis

CryptoRank-Daten zeigen: Von 113 Projekten mit relevanter Marktkapitalisierung handeln nur acht über ihrem Startpreis. Die mediane Rendite liegt bei minus 96 Prozent.

CryptoDaily 3 min

93 % der neuen Krypto-Token notieren unter Ausgabepreis

Wer seit 2024 in neu gestartete Token investiert hat, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit im Minus.

Eine Auswertung von CryptoRank zeichnet ein ernüchterndes Bild.

Fast alle neuen Token verlieren nach dem Start

CryptoRank hat 113 Token untersucht, die seit 2024 gestartet wurden und eine Marktkapitalisierung von über 100 Millionen US-Dollar erreichten. Das Ergebnis ist eindeutig: 105 davon notieren unterhalb ihres Ausgabepreises. Die mediane Rendite seit dem sogenannten Token Generation Event beträgt minus 95,7 Prozent.

Was ist ein Token Generation Event? Der Zeitpunkt, an dem ein Token erstmals ausgegeben und handelbar wird. Der Preis bei diesem Event dient als Referenzwert für die spätere Kursentwicklung.

Nur acht Projekte handeln im Plus. Der mit Abstand stärkste Performer ist Hyperliquid mit einem Kursgewinn von rund 1.500 Prozent gegenüber dem Startpreis. Dahinter folgen ONDO mit plus 101 Prozent sowie EVA und NIGHT mit moderaten Gewinnen. Die restlichen 105 Projekte verteilen sich über verschiedene Segmente, von DeFi über Gaming bis Infrastruktur. Das Muster ist sektorübergreifend.

Als Hauptursachen für die systematischen Verluste nennt CryptoRank drei Faktoren:

  • Verkaufsdruck unmittelbar nach dem Launch,
  • dünne Liquidität in den ersten Handelswochen und
  • anhaltende regulatorische Unsicherheit.

Viele Projekte starten mit hohen Bewertungen, denen weder Nutzung noch Nachfrage standhalten.

Ein strukturelles Problem, kein zyklisches

Die Daten deuten darauf hin, dass es sich nicht um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Wenn 93 Prozent der Projekte mit substanzieller Marktkapitalisierung ihren Ausgabepreis nicht halten können, liegt das Problem tiefer als bei einzelnen gescheiterten Vorhaben. Die Kombination aus aggressiver Bewertung beim Start, begrenzter Handelbarkeit in der Frühphase und dem systematischen Abverkauf durch frühe Investoren erzeugt eine Dynamik, die den Großteil der Käufer in Verluste führt.

Dass ausgerechnet Hyperliquid als dezentrale Handelsplattform mit funktionierendem Produkt herausragt, unterstreicht den Befund. Das Projekt wurde laut CryptoPotato in den neu aufgelegten S&P Pantera Digital Asset Index aufgenommen. Die wenigen Gewinner verbindet ein Merkmal: Sie haben nach dem Start tatsächlich Nutzung aufgebaut, statt nur auf Spekulation zu setzen.

Warum das jetzt zählt

Der Kryptomarkt erlebt weiterhin eine hohe Frequenz an neuen Token-Starts. Für Anleger liefert die CryptoRank-Auswertung eine klare Warnung: Die statistische Wahrscheinlichkeit, mit einem neu gestarteten Token Geld zu verlieren, liegt bei über 90 Prozent. Das bedeutet nicht, dass jedes neue Projekt scheitert. Aber es zeigt, dass der Markt für Neuemissionen strukturell zugunsten früher Investoren und zulasten späterer Käufer funktioniert.

Einordnung und Ausblick

Die Zahlen könnten dazu beitragen, dass Anleger kritischer auf Neuemissionen blicken. Gleichzeitig bleibt offen, ob sich die Marktpraxis ändert. Solange Projekte mit hohen Anfangsbewertungen starten können und frühe Investoren schnelle Ausstiegsmöglichkeiten haben, dürfte das Muster bestehen bleiben. Die wenigen Ausnahmen wie Hyperliquid zeigen, dass Produkte mit echter Nutzung den Trend durchbrechen können. Für den breiten Markt bleibt die Ausgangslage jedoch klar: Bei neuen Token ist Vorsicht die statistisch begründete Haltung.

Hinweis: Keine Anlageberatung. Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.

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